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Chaos vor dem Indy 500: Allianz und Klage

Gerade als an der Lotus-Front Ruhe einzukehren schien, will Dragon Racing nun vor Gericht ziehen - Dreyer and Reinbold wechselt definitiv zu Chevrolet

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich ist es nichts ungewöhnliches, wenn vor dem Beginn der Trainingsfahrten zum Indy 500 einige Last-Minute-Deals gezimmert werden. Eigentlich ist es jedes Jahr eine hektische Zeit, was auch kein Wunder ist. Schließlich steht der absolute Saisonhöhepunkt bevor. Aber in dieser Saison sind die Ereignisse durchaus als chaotisch zu bewerten.

Oriol Servia

Oriol Servia wird ab sofort mit Chevrolet-Power antreten Zoom

Die gute Nachricht zuerst: Oriol Servia hat einen Motor. Sein Dreyer-and-Reinbold-Team gab am Montagabend bekannt, dass man mit sofortiger Wirkung eine strategische Allianz mit Panther Racing formen werde. Panther ist im Besitz eines zweiten Leasing-Vertrages mit Chevrolet, was Servia damit sozusagen zum Teamkollegen von J.R. Hildebrand machen wird.

"Wir wollten schon geraume Zeit als Zweiwagen-Team operieren, nur hat sich die Gelegenheit dazu bisher noch nicht geboten", sagte Panther-Chef John Barnes, während Co-Owner Dennis Reinbold das Timing des Vertrages als "perfekt" bezeichnete. Man kennt sich: Beide Teams fahren seit vielen Jahren bei den IndyCars, zuletzt gab es bereits eine technologische Partnerschaft.

Damit fehlt nur noch der Deal zwischen Bryan Herta Autosport, Alex Tagliani und Honda und es wäre - nach den heftigen Gerüchten um Jean Alesi und dessen IndyLights-Team Fan Force United - ein komplettes Starterfeld mit 33 Teilnehmern gesichert. Doch nicht in diesem Jahr, denn anno 2012 ist alles anders.

Dragon zu Chevy?

Sebastien Bourdais

Fährt Sebastien Bourdais schon in Indy mit Chevrolet-Motoren? Zoom

Ebenfalls am Montag sickerte durch, dass sich auch das Dragon-Team von Jay Penske von Lotus lösen möchte. Schlimmer noch: Dragon will Lotus auf Vertragsbruch verklagen, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten. Demnach soll die Angelegenheit sogar schon soweit fortgeschritten sein, dass Dragon alle Lotus-Materialien bereits zurückgeschickt habe und kurz davor stehe, einen Chevy-Vertrag zu unterschreiben.

Das würde bedeuten, dass Sebastien Bourdais und Katherine Legge schon bei den Trainings zum Indy 500, die am Wochenende beginnen werden, mit Chevy-Power unterwegs sein werden. Lotus hätte in diesem Fall nur noch zwei Teams mit Alesi und Simona de Silvestro (HVM Racing). "Ich bin nicht in die Verhandlungen involviert", sagte Roger Penske, der Vater von Dragon-Chef Jay, gegenüber 'Speed.com'.

"Aber ich wünsche mir, dass sie in Indy mit einem starken Motor fahren, denn sie haben in Bourdais einen wahnsinnig guten Piloten. Ich würde es gerne sehen, dass sie erfolgreich sind." Roger Penske war derjenige, der durch seine Kontakte die IndyCar-Rückkehr von General Motors in die Wege leitete. Seine Penske-Flotte ist in dieser Saison noch ungeschlagen.

Interessantes Detail am Rande: Erst vor wenigen Tagen gaben die IndyCar-Offiziellen eine Regel heraus, nach der die Teams innerhalb der Saison den Hersteller nicht mehr wechseln dürfen, außer die IndyCars genehmigen diesen Wechsel. Dragon berief nun ein ordentliches Gericht, was - neben möglichen Schadensersatzforderungen - natürlich auch ein erster Härtetest für die neue IndyCar-Regel ist.

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