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Zoff bei Renault: Vasseur räumt Streit mit Kevin Magnussen ein

Nach nur einer Saison gehen das Renault-Werksteam und der Däne wieder getrennte Wege - "Es war nicht immer einfach, wir hatten unsere Kämpfe", sagt der Teamchef

(Motorsport-Total.com) - Mit einem kräftigen Seitenhieb auf sein bisheriges Team Renault ließ der künftige Haas-Pilot Kevin Magnussen bereits am Rande des vorletzten Grands Prix 2016 in Brasilien aufhorchen. Sein Rennstall habe "nicht die nötige Hingabe" gezeigt, ihm sei das Gefühl abgegangen, "im Team gewollt" zu werden, außerdem habe er gemerkt, "dass sie nur langfristig denken. Das ist nicht gut." Rumms, das hat gesessen! Und so verwundert es nicht, dass Renault und der Däne nach nur einem Jahr wieder getrennte Wege gehen. Magnussens Nachfolger bei den "Gelben" wird Nico Hülkenberg.

Kevin Magnussen

Kevin Magnussen und Teamboss Frederic Vasseur waren sich nicht immer grün Zoom

Im Gespräch mit der dänischen Tageszeitung 'BT' räumt jetzt auch Renault-Teamchef Frederic Vasseur atmosphärische Spannungen mit seinem Piloten ein. "Kevin und ich haben unterschiedliche Persönlichkeiten. Es war nicht immer einfach, wir hatten unsere Kämpfe", gibt der 48-Jährige zu. Das Werksteam erlebte eine schwierige Saison 2016, nachdem erst kurzfristig in der Winterpause feststand, dass die Franzosen die von der Insolvenz bedrohte Lotus-Mannschaft übernehmen.

Das Team litt an chronischem Geld- und Personalmangel, das Auto musste von einem Mercedes- auf einen Renault-Antrieb umgestaltet werden - dennoch wurde McLaren-Testfahrer Magnussen als großer Hoffnungsträger verpflichtet. Mit ihm sollte in den kommenden Jahren etwas aufgebaut werden und die Rückkehr an die Spitze gelingen. Das Unterfangen ließ sich gut an, bereits beim vierten Rennen in Russland holte der Däne als Siebter sechs wertvolle WM-Zähler - doch irgendwann nach der Sommerpause kam es zum Bruch.


Fotos: Renault, Großer Preis von Abu Dhabi


Sein eigentlich schwächer eingeschätzter Teamkollege Jolyon Palmer lief ihm den Rang ab, Renault holte nur noch zwei weitere Zähler. Hinzu kam die wochenlange Hinhaltepartie um eine Vertragsverlängerung. Magnussen wollte offenbar eine mehrjährige Vereinbarung, schließlich setzte ihm die Teamführung den bisherigen Force-India-Piloten Hülkenberg vor die Nase, der 24-Jährige flüchtete entnervt zu Haas. Dass der Zoff mit seinem Teamchef jedoch ausschlaggebend für die "Scheidung" nach nur einem Jahr war, davon will Vasseur nichts wissen.

"Nein, nein, nein. In einer langen Saison gibt es gute Nachrichten und gute Ergebnisse, und dann gibt es härtere Zeiten. Aber wir haben das gemeinsam durchgemacht, weil wir gut miteinander sprechen konnten und die Situation geklärt haben", zeigt sich der Franzose versöhnlich. Und so will er sogar eine erneute Zusammenarbeit in der Zukunft nicht ausschließen: "Ich wünsche ihm nur das Beste. Er hat einen tollen Job für uns gemacht und verdient das. Ich hoffe, dass wir uns mal wieder über den Weg laufen", so Vasseur abschließend. Fraglich nur, ob Magnussen darauf so große Lust verspürt...

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