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Gerhard Berger: Ferrari fehlt es an Top-Personal

Die Formel-1-Saison 2016 war für Ferrari Stillstand mit Rückschritt - Ex-Grand-Prix-Pilot Gerhard Berger sieht einen einfachen Grund für die Stagnation

(Motorsport-Total.com) - Das Ferrari-Team war mit höchsten Erwartungen in die Formel-1-Saison 2016 gestartet, landete jedoch schnell auf dem Boden der Tatsachen: Der Ferrari SF16-H startete als großer Hoffnungsträger und galt gegenüber seinem Vorgänger SF15-T in allen Bereichen als verbessert. Testfahrer Esteban Gutierrez tippte gar auf einen Weltmeister Sebastian Vettel. Doch schon früh in der Saison musste die Scuderia einsehen, dass sie nicht nur weiterhin gegenüber Mercedes zurücklag, sondern noch weiter weg war als im Vorjahr.

Gerhard Berger

Gerhard Berger sieht das Ferrari-Teampersonal nicht auf Top-Niveau Zoom

Und so kam es dann auch: Null Siege statt deren drei im Vorjahr, nur noch WM-Rang vier für Vettel statt vorher Platz drei, in der Konstrukteurswertung auf Rang drei hinter Red Bull zurückgefallen. Wie konnte das passieren? Gerhard Berger, der selbst in einer nicht einfachen Zeit für Ferrari (1987-1989 und 1993-1995) am Steuer saß, sieht den Grund nur bedingt beim viermaligen Weltmeister. Dieser war in diesem Jahr erstmals vom Team in die Kritik geraten, nachdem er mehr durch Ausraster am Funk als spektakuläre Ergebnisse auf sich aufmerksam machte.

"Ich brauche mir nur die Führungsstruktur anschauen", so der zehnmalige Grand-Prix-Sieger gegenüber 'Speedweek'. Er zählt auf: Da wären bei Mercedes Motorsportdirektor Toto Wolff, Formel-1-Aufsichtsratschef Niki Lauda, Technikchef Paddy Lowe, Motorenboss Andy Cowell und Konstrukteur Also Costa. Bei Red Bull seien es Christian Horner als Teamchef, Helmut Marko als Berater, Adrien Newey als Technikchef und Dietrich Mateschitz im Hintergrund. Berger konstatiert: "Solche Persönlichkeiten haben nur diese zwei Teams. Die hat Ferrari nicht, nicht auf diesem Niveau."

Ein schwerer Schlag gegen die Mannschaft rund um Maurizio Arrivabene, Manager Sergio Marchionne, Technikchef Mattia Binotto, Chefingenieur Jock Clear und Chefdesigner Simone Resta. Doch auch Vettel nimmt der 57-Jährige in die Pflicht: "Als Sebastian zu Ferrari ging, wusste er wohl, dass er eine Truppe um sich wird aufbauen müssen. Ferrari hatte zu Michael Schumachers Zeiten so eine geniale Mannschaft wie Mercedes oder Red Bull jetzt. Du brauchst Spitzenleute, die alle an einem Strang ziehen, ohne Querelen. Es gelingt Sebastian wohl noch nicht, diese Voraussetzungen zu schaffen."

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