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Williams & Toro Rosso: Beim Heckflügel im Vorteil?

Während die meisten Teams beim Heckflügel auf eine zentrale Halterung setzen, schwimmen Williams & Toro Rosso gegen den Strom - Wie die Innovation funktioniert

(Motorsport-Total.com) - Die Nasen der Formel-1-Boliden standen in der ersten Testwoche in Jerez im Fokus, doch auch eine genaue Betrachtung der Heckpartien zahlte sich in Südspanien aus. McLaren nutzte die Querlenker der Hinterrad-Aufhängung als Flügelprofil, was sich aerodynamisch als großer Vorteil herausstellen könnte und bald Nachahmer finden könnte - und auch die Heckflügel-Lösungen von Toro Rosso und Williams zogen die Blicke der Ingenieure auf sich.

Felipe Massa

Das innovative Williams-Heck mit dem zentralen "Monkey-Seat"-Flügel Zoom

Dieses Jahr wurde das untere Heckflügel-Element verboten. Das zwingt die Teams dazu, den Heckflügel auf einer Halterung zu befestigen, was aus aerodynamischer Sicht suboptimal ist. Daher haben sich die Technikteams von James Key und Pat Symonds für eine Alternativlösung entschieden.

Symonds: Heckflügel bei Williams im Fokus

Sie befestigen den Heckflügel über die Endplatten am Diffusor-Dach. "Wir bei Williams waren sehr entschlossen, keine Halterung zu verwenden", erklärt Technikchef Symonds gegenüber 'Motorsport Monday'. Da die Halterung nicht im Wind steht, birgt die Lösung einen aerodynamischen Vorteil.

Aber hat man sich auch aus Gewichtsgründen dazu entschlossen? Symonds winkt ab: "Es handelt sich nicht um eine leichte Lösung. Die Variante mit der Halterung ist deutlich leichter." Trotzdem sieht der Brite Vorteile: "Wir hatten das Gefühl, dass es sich um einen Bereich handelt, wo wir es uns leisten können, nicht so sehr auf das Gewicht zu schauen. Die Fakten sprechen dafür, und der aerodynamische Vorteil ist deutlich spürbar." Der Williams-Technikchef sieht diesen vor allem bei Kurvenfahrten, da die Befestigung über die Endplatten mehr Stabilität verspricht.

Was bringt der "Monkey Seat"?

Toro Rosso, Heck

Die Toro-Rosso-Lösung ähnelt dem Williams-Modell Zoom

Dass Williams dem Heckflügel besonders viel Beachtung geschenkt hat, beweist auch ein weiteres Detail: Das Team verzichtet trotz der Reglement-Änderung nicht auf den kleinen Zusatzflügel - in Fachkreisen "Monkey Seat" genannt - , der ursprünglich auf dem untern Heckflügel-Element angebracht war.

Beim FW36 ist der zentrale Mini-Flügel auf dem Getriebe fixiert. Doch was bringt dieser Flügel wirklich? "Es erlaubt dir, den Heckflügel etwas besser zu nutzen", erklärt Symonds. Der "Monkey Seat" selbst ist laut dem Briten nicht besonders effektiv: "Wenn man eine Konfiguration hat, die gut funktioniert und man bringt einen kleinen 'Monkey Seat' an, dann hat man normalerweise keine Gewinn. In Wahrheit verliert man wahrscheinlich eher etwas, da der 'Monkey Seat' viel Luft-Widerstand erzeugt."

Er bringt aber Vorteil für das Hauptelement, erklärt der Brite: "Mit dem 'Monkey Seat' kann man den Hauptflügel ein bisschen besser zum Arbeiten bringen als davor - das ist der Grund, warum er generell einen Vorteil bringt."

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