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  • 01.02.2012 · 17:15

  • von Dieter Rencken

Whitmarsh: "Wenn Start gelingt, kämpfen wir um den Titel"

Martin Whitmarsh erklärt, was ihm am neuen Auto noch nicht gefällt, warum sein Team die Abgänge verkraftet und wieso der Testwinter dieses Jahr entscheidet

(Motorsport-Total.com) - Seit Martin Whitmarsh Ende 2008 das Ruder bei McLaren von Ron Dennis übernahm, wurde das Team nie Weltmeister. Oft war es der mäßige Saisonstart, der dem Rennstall aus Woking einen Strich durch die Rechnung machte. Warum es dieses Jahr anders laufen soll, wieso man beim Testen bluffen wird und was für die Zukunft der Formel 1 und von McLaren wichtig ist, erklärt der Teamchef bei der Pressekonferenz im Zuge der Präsentation des MP4-27 in Woking.

Jenson Button, Martin Whitmarsh (Teamchef), Lewis Hamilton © xpb.cc
Martin Whitmarsh möchte seinen ersten WM-Titel als Teamchef erringen

Frage: "Martin, was hältst du vom neuen Auto?"
Martin Whitmarsh: "Nun ja, es sieht schön aus. Vielleicht sollte man die Stühle weggeben und es nicht dahinter verstecken. Wirklich schön sehen Autos aber erst aus, wenn sie Rennen gewinnen. Die Schönheit geht wirklich unter die Haut, denn hinter diesem Auto steckt unglaubliche Ingenieursarbeit, viele Gedanken flossen in dieses Auto ein. Es ist sehr raffiniert. Ich bin davon überzeugt, dass es anders aussehen wird, wenn wir nach Australien reisen. Das ist die Natur der Formel 1, wir entwickeln das Produkt ständig weiter."

"Wir werden uns diese Saison wirklich lange mit diesem Auto beschäftigen und es ansehen - wenn es dann gut aussieht, dann hilft das."

Frage: "Die Fahrer haben bereits gesagt, dass es ihr Ziel ist, dieses Jahr Weltmeister zu werden. Ist das auch dein Ziel?"
Whitmarsh: "Ich bin sicher, dass es für niemanden hier eine Überraschung ist, dass es dieses Jahr unser Ziel ist, zwei Weltmeisterschaften zu gewinnen. Das ist unsere Existenzberechtigung - das versuchen wir jedes Jahr, aber es gelingt uns nicht immer. Es ist eine sehr konkurrenzfähige, herausfordernde Rennserie."

"Wirklich schön sehen Autos erst aus, wenn sie Rennen gewinnen." Martin Whitmarsh

"Uns fehlt nicht viel, aber wir verlieren nicht gerne. In den vergangenen zwei Jahren Zweiter zu werden, war frustrierend. Wir sind auf ein paar Momente, auf ein paar große Siege in diesen Jahren sehr stolz, aber am Ende wollen wir gewinnen und Weltmeister werden."

"Wir haben das Glück, dass wir zwei großartige Rennfahrer haben, die nicht nur hier auf der Bühne talentiert sind, sondern auch im Rennauto. Sie sind zwar harte Konkurrenten, aber dennoch stimmt die Chemie bei ihnen, was jeder feststellen kann. Sie haben eine tolle Beziehung, aber sie wollen einander unbedingt schlagen, aber auf eine sehr positive Art und Weise. Das spornt sie, das spornt das Team an."

"Wir haben auch sehr starke Junioren und sind allgemein ein sehr starkes Team. Es ist sehr wichtig, dass diese Menschen mit den Fahrern arbeiten, dass wir ihnen zuhören, aber auch, dass sie uns zuhören. Es ist wichtig, dass wir als Team einander zuhören. Jeder hat seine Meinung und manche Teammitglieder wissen mehr als andere. Was uns aber verbindet, ist diese Leidenschaft, zu gewinnen. Das steckt jeden an, der über einen gewissen Zeitraum hier arbeitet."

"Wir erwarten es, zu gewinnen - und in uns brennt die Leidenschaft, das auch umzusetzen. Wir wissen, dass dies nur durch eine Mischung aus gutem Teamwork, großartigen Leuten, Inspiration, harter Arbeit, Hingabe, Disziplin, Detailverliebtheit und all diesen Dingen, die Teil der McLaren-DNA sind, möglich ist. Nur so kann man heute in der Formel 1 gewinnen."

"Es gibt da draußen sehr starke Konkurrenten, aber wir haben das Gefühl, dass wir in einer guten Position sind. Wir wissen, dass wir vor einer langen Saison stehen. Wir freuen uns daher auf die Tests und auf die Entwicklungsarbeit des neuen Autos. Dann reisen wir zum ersten Rennen und stellen Titelansprüche."

Wie wirken sich die Abgänge aus?

McLaren-Mercedes MP4-27

Der neue McLaren MP4-27 ist gewohnt detailverliebt Zoom

Frage: "Du hast vorhin von der technischen Raffinesse gesprochen. Diesen Winter wurden viele McLaren-Mitarbeiter von anderen Teams abgeworben. Es handelt sich um eine große Zahl. Welche Auswirkungen wird das haben?"
Whitmarsh: "Wir haben ein paar Leute verloren, wobei es sich in der Summe nicht um eine große Zahl handelt. Das zeigt, dass unsere Leute für andere Teams attraktiv sind. Wir sehen das als Kompliment, auch wenn es in dem Moment, wo es passiert, für Frust sorgt. Es zeigt, dass wir gute Leute haben, dass wir gut arbeiten. Wir sprechen nicht so laut über unsere Rekrutierungen. Natürlich engagieren auch wir sehr gute Ingenieure, die wir in unserer Firma trainieren. Manchmal kommt es aber auch vor, dass wir uns bei anderen Teams umschauen - zum Beispiel im Fall von Sam Michael."

"Wir sehen aber keinen Sinn darin, damit zu werben, wir verhalten uns ruhiger. Es ist eine Tatsache, dass wir eine großartige Ingenieurstruppe haben. Es ist nicht unser Plan, zu versagen, und wir werden garantiert nicht versagen, weil wir mit unserer Ingenieurstruppe nicht gut genug aufgestellt sind. Wir haben großartige Ingenieure und genügend davon, um die Arbeit hinzukriegen, solange wir hart arbeiten, clever sind und die richtigen Entscheidungen treffen."

Frage: "Im Vorjahr hattet ihr bei den Wintertests enorme Probleme. Natürlich kann man noch nicht einschätzen, wie gut das neue Auto ist, aber wie groß ist die Zuversicht, dass es diesmal besser läuft?"
Whitmarsh: "Erstens werden wir es nicht wissen, bis wir in Australien das Qualifying absolviert haben. Bei den Tests und den Trainings davor werden wir unterschiedliche Programme durchziehen. Im Vorjahr hatten wir für McLaren-Verhältnisse, aber auch allgemein, miserable Wintertests. Wir waren weder schnell, noch zuverlässig. Wir verdanken es wirklich unserem fantastischen Team, dass wir darauf antworten konnten und in Australien in halbwegs konkurrenzfähiger Form ankamen, was viele überrascht hat."


Fotos: Präsentation des McLaren-Mercedes MP4-27


"Es war aber ein relativ stressiger Prozess und ich wäre sehr glücklich, wenn wir uns nicht mehr mit solchen Problemen auseinandersetzen müssen. Wir haben sehr viel Arbeit in dieses Auto gesteckt und ich denke nicht, dass es eine Wiederholung des letztjährigen Winters geben wird."

"Wir sprechen nicht so laut über unsere Rekrutierungen." Martin Whitmarsh

Frage: "Bei welcher Entwicklung der letzten Jahre würdest du dir für dein Team wünschen, zuerst draufgekommen zu sein?"
Whitmarsh: "Nun ja, beim abgasangeblasenen Diffusor hatten wir Teams unterschiedliche Philosophien, aber am Ende lief alles auf eine ähnliche Herangehensweise hinaus. Wir waren sehr gut darin, das zu entwickeln, aber wir gingen ursprünglich einen anderen Weg. Daher wären wir im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt stärker gewesen, wenn wir das gehabt hätten, was wir dann in Australien einsetzten, als unsere Lösung zu Beginn der Testfahrten."

Auf der Jagd nach dem Heureka-Moment

Frage: "Wart ihr dieses Jahr wegen der Probleme im Vorjahr etwas vorsichtiger, oder konntet ihr das machen, was euch vorschwebte?"
Whitmarsh: "Ich glaube nicht, dass wir von Natur aus konservativ an die Sache herangegangen sind. Es lässt sich nicht ändern, dass kreative Köpfe versuchen, den Heureka-Moment herbeizuführen, indem sie nach Verbesserungen suchen, die Sekunden bringen. Leider sind diese Heureka-Momente, die Sekunden bringen, nur sehr eingeschränkt möglich. Heute geht es in der Formel 1 um die Veredlung jedes einzelnen Details. Eine Verbesserung von ein oder zwei Prozent entscheidet darüber, ob man vorne oder hinten liegt, und ist das Ergebnis von winzigen Verbesserungen jeder Komponente des Autos."

"Wenn man daher etwas findet, das die Leistung steigert, dann setzt man sich damit auseinander. Dieses Jahr waren wir nicht vorsichtig, aber wir haben bei unserer Art der Entwicklung viel Performance gefunden. Wir setzten uns hohe Ziele. Ziele, die - wenn wir sie erreichen - es uns ermöglichen, die Weltmeisterschaft zu gewinnen."

"Diese Ziele haben wir noch nicht erreicht, aber glücklicherweise stehen wir noch nicht beim ersten Rennen. Der Fortschritt und der Trend gehen jedenfalls in die Richtung, dass wir diese Ziele erreichen. Ich glaube, dass wir es schaffen. Wenn wir uns die richtigen Ziele gesetzt haben, dann können wir darauf aufbauen, wenn wir nach Australien kommen."

McLaren-Mercedes MP4-27

Die Raffinessen des neuen Boliden befinden sich unter der Haut Zoom

"Durch die Regeländerungen haben wir unsere Konkurrenten derzeit nicht am Radar. Während der Saison können wir das aktuelle Kräfteverhältnis jedes Wochenende neu messen. Jetzt waren wir aber einige Monate lang im Blindflug unterwegs. Das ist aufregend, denn du musst dir deine eigenen Ziele setzen, die Ingenieure haben dann ihre persönlichen Momente der Inspiration. Sie müssen hart arbeiten und entwickeln, um das Auto konkurrenzfähig zu machen."

"Daher haben wir uns Ziele gesetzt, von denen wir wussten, dass sie schwer zu erreichen sind. Ich glaube, dass wir sie erreichen, aber das werden wir im Verlauf der Saison sehen. Wo wir dann stehen, hängt nicht nur von den Testfahrten ab, auch nicht vom ersten Rennen. Wir müssen das Auto bei jedem einzelnen Rennen weiterentwickeln, um heutzutage im Titelrennen bleiben zu können. Das ist meiner Meinung nach etwas, worin wir recht gut sind. Solange wir einen guten und konkurrenzfähigen Start in dieses Jahr haben, besteht kein Zweifel daran, dass wir bis zum Schluss um den Titel kämpfen."

Frage: Du hast gesagt, dass wir das fertige Auto erst in Australien sehen werden. Rechnest du damit, dass dieses Jahr geblufft wird? Wird McLaren bluffen und Effekthascherei betreiben?"
Whitmarsh: (lacht)Kein Auto wird bei der Enthüllung das gleiche wie beim Q1 in Melbourne sein. Das ist eine Tatsache. Ich schätze, es wird im einen oder anderen Team noch große Revolutionen geben. Wird geblufft werden? Ja! Alle Teams machen das bis zu einem gewissen Grad."

"Wir werden aber keine Effekthascherei betreiben. Wir haben ein langfristiges Programm. Ich weiß, dass wir jedes Jahr ein Team sehen, das noch einen Sponsor braucht und bei den Tests sehr schnell aussieht und dann beim ersten Rennen nicht mehr so schnell ist. Es ist so einfach. Die meisten wissen, wie gewichtsempfindlich ein Formel-1-Auto ist."

"Man kann ein Auto künstlich um eine oder zwei Sekunden schneller machen, wenn es sein muss. Das machen wir nicht. Man könnte uns vorwerfen, zu bluffen, indem wir nicht alles zeigen. Das machen wir aber gar nicht so bewusst, denn wir wollen uns nicht selbst austricksen. Beim Testen geht es für uns wirklich darum, Daten zu sammeln, es den Ingenieuren zu ermöglichen, mit den Fahrern zu arbeiten, das Auto zu verstehen und Feedback einzuholen, um mit diesem Auto durch Entwicklung in Zukunft eine bessere Leistung zu bringen."

"Zudem wollen wir es den Fahrer und den Renningenieuren ermöglichen, das Auto zum entscheidenden Zeitpunkt zu optimieren. Und damit meine ich nicht den Wintertest, sondern Q1 in Australien."

McLaren möchte keinen eigenen Motor bauen

Frage: "Im Vorjahr schloss Ron Dennis aus, dass ihr einen eigenen Motor bauen werdet. Dennoch strebt ihr danach, euren italienischen Rivalen Konkurrenz zu machen. Daher könnte es langfristig der Plan sein, einen eigenen Motor zu bauen. Wie schätzt du diese Möglichkeit ein?"
Whitmarsh: "Zunächst muss ich anmerken, dass wir einen großartigen Partner haben - wir sind seit 18 Jahren mit Mercedes-Benz verbunden, die wahrscheinlich den besten Motor in der Formel 1 herstellen."

"Daher ist die Motivation sehr begrenzt, diesbezüglich etwas zu ändern. Wir genießen diese Partnerschaft und wollen sie noch ein paar Jahre lang fortsetzen. Letztendlich bietet die Formel 1 aber ein sehr starkes Umfeld, um eine Automobil-Marke zu bewerben, Aufmerksamkeit zu erhalten und sich von anderen Marken abgrenzen zu können."

"Wir haben keine Pläne - weder kurzfristig, mittelfristig, noch langfristig, unsere eigenen Motoren zu konstruieren. Wir wollen kein Abbild von Ferrari sein, obwohl wir vor ihren Errungenschaften großen Respekt haben. Wir gehen aber unseren eigenen Weg. Ein Merkmal von McLaren ist, dass wir stets gute, langfristige Partnerschaften hatten - einmal über 30 Jahre, dann über 27 Jahre. Wir sind auf unsere Partnerschaft mit Mercedes sehr stolz, wir verleihen ihrer Marke zusätzlichen Wert und stellen sie ins Rampenlicht. Wir stellen eine gute Konkurrenz für ihr eigenes Team dar."

"Wir wollen kein Abbild von Ferrari sein." Martin Whitmarsh

"Davon profitieren beide und es ist der Plan, dies für die abschätzbare Zukunft so zu belassen. Langfristig haben wir keine Pläne, unsere eigenen Motoren zu bauen. Die Leute spekulieren natürlich wegen unseres Straßenauto-Programms, aber derzeit würde das für uns keinen Sinn ergeben."

Whitmarsh fordert mehr Offenheit in der Formel 1

Frage: "Zum ersten Mal überhaupt sind dieses Jahr sechs Weltmeister am Start. Mit dem Grand Prix der USA gibt es ein neues Rennen. Dazu kommen Weiterentwicklungen bei KERS, DRS und so weiter. Welche Gedanken hast du vor dieser Saison und wie eng schätzt du den Konkurrenzkampf ein?"
Whitmarsh: "Es wird eng sein. Dieser Tage haben wir eine unglaublich konkurrenzfähige Weltmeisterschaft, daran besteht kein Zweifel. Ich rechne nicht damit, dass irgendjemand auf und davon fährt und so den Titel holt - weder wir, noch irgendjemand anderer."

"Es ist großartig für den Sport, dass sechs Weltmeister am Start stehen. In den vergangenen beiden Weltmeisterschaften waren wir knapp dran, aber es waren tolle Saisons. Sie waren spannend, DRS, KERS und vor allem Pirelli haben sehr dazu beigetragen. Es gab ein paar Jahre, da hatten sich die Leute etwas Sorgen gemacht."

"Es gibt vielleicht zu viel Zynismus." Martin Whitmarsh

"Sie wussten zwar, dass die Formel 1 die Königsklasse des Motorsports ist, dass es dort die besten Fahrer, die besten Teams und die beste Technologie gibt, aber sie sorgten sich um das Spektakel und um die Show. Die letzten beiden Saisons waren aber voller Dramen, fantastischer Überhol-Manöver, großartiger Rennen - es war ein tolles TV-Spektakel."

"Natürlich gibt es trotzdem Raum für Verbesserungen. Der Sport ist sehr stark nach innen gerichtet und macht damit nicht immer die beste Werbung für sich selbst. Es gibt vielleicht zu viel Zynismus. Formel 1 und Fußball sind die einzigen wahren Welt-Sportarten. Wir können unseren Sport also viel größer und besser machen."

"Manchmal ist es für die Teams eine Herausforderung zusammenzuarbeiten, wie wir selbst auch wissen, denn wir wollen einander am Sonntag-Nachmittag besiegen. Wir lernen langsam, manchmal langsamer, als es uns lieb ist. Ich rechne aber mit einer aufregenden Saison."

Frage: "Im Vorjahr gab es einen großen Unterschied zwischen den zwei von Pirelli zur Verfügung gestellten Reifen. Das sorgte für künstliche Situationen, dass ihr auf dem einen Reifen gegen Ferrari schlecht aussaht, aber am anderen Reifen alles wieder aufholen konntet. Wird das dieses Jahr mit den neuen Reifen anders sein?"
Whitmarsh: "Ja, das wird der Fall sein. Möglicherweise habe ich aber eine andere Sichtweise. Wir innerhalb des Sports sehen die Dinge oft aus einer sehr puristischen Perspektive. Wir mögen es nicht, wenn es künstliche Elemente gibt. Das ist das gleiche Argument, warum Leute DRS kritisieren. Ich kann das verstehen und respektieren, aber ich finde, dass wir es akzeptieren müssen, dass wir uns im Unterhaltungs-Business bewegen."

"Wir müssen eine Show bieten. Es war für mich einige Male im Vorjahr zutiefst frustrierend, als wir den falschen Reifen verwendeten. Das macht es für den Kommandostand und für die Fahrer herausfordernder, aber ich bin der Meinung, dass es der Show gutgetan hat. Wir haben die Pirelli-Reifen noch nicht getestet, aber es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie nun näher beieinander liegen. Die Puristen werden sich freuen, ich frage mich aber, ob die Show dadurch besser wird."

Formel 1 muss die USA knacken

Frage: "Dieses Jahr kehrt die Formel 1 mit dem Grand Prix in Texas in die USA zurück. Wie wichtig ist es für die Fans, den Sport und die Sponsoren, wieder in den USA zu fahren?"
Whitmarsh: "Ich denke, dass alle Teams der Meinung sind, dass es sehr wichtig ist. Wir müssen es diesmal zu einem Erfolg machen. Wir alle wissen, dass unsere Zeit in den USA ziemlich verkrampft und erfolglos war."

"Wir müssen die USA daher fast wie einen neuen Markt behandeln, aber es besteht ein großes Interesse an der Formel 1, die Vereinigten Staaten wurden diesbezüglich noch nicht erschlossen. Wir müssen härter arbeiten und akzeptieren, dass Amerika die Formel 1 nicht braucht, aber wir Amerika schon - zumindest mehr, als es uns braucht. Es liegt nun an uns Teams, am Promoter, am Inhaber der kommerziellen Rechte, an uns allen, hart zu arbeiten, die Leute zu informieren, das Interesse zu steigern, um in den USA den Durchbruch zu schaffen."

"Wir müssen härter arbeiten und akzeptieren, dass Amerika die Formel 1 nicht braucht, aber wir Amerika schon." Martin Whitmarsh

"Wir müssen härter arbeiten als bei einem neuen Rennen in Europa oder in Asien oder Südamerika, wo bereits Interesse besteht. Das ist eine wirkliche Herausforderung, aber es ist wichtig für unsere kommerziellen Partner, denn die Staaten sind nach wie vor ein ziemlich großer Markt für so ziemlich jeden transnationalen Konzern. Wie bereits erwähnt, gibt es nur zwei Welt-Sportarten: Fußball und Formel 1. Als große Welt-Sportart müssen wie die Staaten erobern."

Frage: "Welche Pläne hast du, um nicht die Formel 1, sondern McLaren zu den US-amerikanischen Fans zu bringen?"
Whitmarsh: "Nun ja, wie ich vorhin gesagt habe, müssen die Teams zusammenarbeiten. Wir werden kein Interesse für McLaren schüren können, wenn es kein grundlegendes Interesse für unseren Sport gibt. Ich hoffe und glaube, dass wir mit unseren FOTA-Fanforen, die in den vergangenen 18 Monaten sehr populär waren, einen Anfang gemacht haben. Es ist unsere Absicht, damit weiterzumachen, denn obwohl sie sehr viel Organisation erfordern, erreichen wir damit die Fans, und viele Leute nehmen daran teil."

"Die Qualität der Zuschauer ist fantastisch. Wir hielten im Vorjahr eines in Kanada ab und es beansprucht sehr viel von unserer Zeit. Ich war bei den meisten Veranstaltungen, aber ich habe es am Ende nie bereut, dass wir das gemacht haben, denn die Formel 1 erreicht ihre Fanbasis zu wenig und wir müssen härter arbeiten, um sicherzustellen, dass wir von ihnen als zugänglich und an ihren Ansichten interessiert gesehen werden."

"Die Teams haben Fanumfragen durchgeführt. Die Einführung von DRS - eine bezeichnende Verbesserung in Hinblick auf die Überhol-Möglichkeiten - war eine Konsequenz der Rückmeldungen der Fans und eine Bemühung, der von den Teams ausging, um den Sport attraktiver zu machen. Es gibt eine Menge von Dingen, bei denen wir Teams mit dem Inhaber der kommerziellen Rechte und dem Promoter zusammenarbeiten müssen, damit wir dieses Mal in den USA erfolgreich sein werden."

Frage: "Welche Rolle spielt die FOTA ohne Red Bull und Ferrari?"
Whitmarsh: "Ich habe es bereits vorhin erwähnt. Es ist wichtig - ganz egal, ob es ein FOTA-Etikett gibt, oder nicht -, dass die Teams weiterhin zusammenarbeiten. Nach wie vor halten sich alle Teams - auch Red Bull und Ferrari - an das Testabkommen, sie haben die gleichen Verträge unterschrieben, die das Testreglement mit den Kursen bestimmen."

"Ich hänge nicht zu sehr an der Marke FOTA. Wichtig ist, dass die Teams erkennen, dass es für diesen Sport entscheidende Themen gibt, bei denen wir besser zusammenarbeiten sollten, denn sie erfordern wohlüberlegte Entscheidungen. Ich hoffe, dass das weiterhin möglich ist. Es ist immer schwierig, denn konkurrenzfähige Teams wollen gegen andere punkten."