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Austin und das große Hoffen bei Whitmarsh & Co.

Das für Austin geplante US-Comeback ist für die Formel 1 von immenser Bedeutung - Die Hoffnung auf langfristigen Erfolg steht bei allen Beteiligten im Vordergrund

(Motorsport-Total.com) - Der 18. November 2012 markiert für die Formel 1 ein wichtiges Datum. Für jenen Sonntag ist das Comeback des Grand-Prix-Zirkus in den USA vorgesehen. Darin, dass sich die Königklasse in der Neuen Welt keine erneute Blöße geben darf, sind sich alle einig. Zu oft hatten sich in der Vergangenheit anfangs vielversprechende US-Rennen im Nachhinein als Pleite herausgestellt.

Martin Whitmarsh (Teamchef)

Martin Whitmarsh und McLaren hoffen auf den Durchbruch der Formel 1 in den USA

Die Folge ist, dass die Formel 1 in den Vereinigten Staaten bis heute einen denkbar niedrigen Stellenwert hat. Gegen die Topserien aus dem eigenen Land - IndyCar und vor allem NASCAR - sieht der Grand-Prix-Sport keinen Stich, von der Nationalsportart Nummer eins - American Football - ganz zu schweigen.

So ist sich auch FOTA-Chef Martin Whitmarsh bewusst, dass das für November anvisierte Debüt auf dem Circuit of The Americas (COTA) in Austin von enormer Bedeutung für die gesamte Formel-1-Szene ist. "Ich denke, dass alle Teams der Meinung sind, dass es sehr wichtig ist. Wir müssen es diesmal zu einem Erfolg machen. Wir alle wissen, dass unsere Zeit in den USA ziemlich verkrampft und erfolglos war", so der McLaren-Teamchef am Mittwoch anlässlich der Vorstellung des neuen MP4-27 in Woking.

Kein Vergleich zu Europa, Asien oder Südamerika

Whitmarsh ist der Ansicht, dass in den Vereinigten Staaten "ein großes Interesse an der Formel 1 besteht, das noch nicht erschlossen wurde". "Wir müssen die USA fast wie einen neuen Markt behandeln und wir müssen härter arbeiten und akzeptieren, dass Amerika die Formel 1 nicht braucht, aber wir Amerika schon - zumindest mehr, als es uns braucht."

Die Formel 1 ist in den Vereinigten Staaten nicht mehr als eine Randsportart Zoom

Es liege nun an allen Beteiligten wie Teams, Promoter sowie Inhaber der kommerziellen Rechte, "das Interesse zu steigern, um in den USA den Durchbruch zu schaffen", wie Whitmarsh betont. Laut Aussage des McLaren-Teamchefs sind in diesem Zusammenhang größere Anstrengungen von Nöten als bei einem neuen Rennen in Europa, Asien oder Südamerika, wo bereits Interesse an der Formel 1 besteht. "Das ist eine wirkliche Herausforderung, aber es ist wichtig für unsere kommerziellen Partner, denn die Staaten sind nach wie vor ein ziemlich großer Markt für nahezu jeden internationalen Konzern."

Der FOTA-Chef gibt zu bedenken: "Es nur zwei Welt-Sportarten: Fußball und Formel 1" und fordert: "Als große Welt-Sportart müssen wie die Staaten erobern." In diesem Zusammenhang vergisst der McLaren-Teamchef auch die geschäftlichen Interessen des in Woking beheimateten Teams nicht. "Wir werden kein Interesse für McLaren schüren können, wenn es kein grundlegendes Interesse für unseren Sport gibt", ist er sich sicher.

FOTA-Fanforum als Mittel zur Promotion

Einen wesentlichen Beitrag im Hinblick auf ein gesteigertes Interesses an der Formel 1 sieht der FOTA-Chef in den in regelmäßigen Abständen stattfindenden Fan-Foren. "Ich hoffe und glaube, dass wir mit unseren FOTA-Fan-Foren, die in den vergangenen 18 Monaten sehr populär waren, einen Anfang gemacht haben. Es ist unsere Absicht, damit weiterzumachen, denn obwohl sie sehr viel Organisation erfordern, erreichen wir damit die Fans und viele Leute nehmen daran teil."

"Die Formel 1 erreicht ihre Fans zu wenig." Martin Whitmarsh

Eines liegt für Whitmarsh auf der Hand: "Die Formel 1 erreicht ihre Fans zu wenig und wir müssen härter arbeiten, um sicherzustellen, dass wir von ihnen als zugänglich und an ihren Ansichten interessiert gesehen werden." So war beispielsweise die Einführung der technischen Überholhilfe DRS eine Konsequenz aus einer Umfrage unter Formel-1-Fans.

Derartige Projekte plant Whitmarsh gerade im Hinblick auf die USA zu forcieren: "Es gibt eine Menge von Dingen, bei denen wir Teams mit dem Inhaber der kommerziellen Rechte und dem Promoter zusammenarbeiten müssen, damit wir dieses Mal in den USA erfolgreich sein werden."

Button gespannt auf die neue Strecke

Auch McLaren-Pilot Jenson Button freut sich anlässlich der Teamvorstellung für die neue Saison auf die Rückkehr der Formel 1 in die USA. "Ich bin wirklich begeistert, wieder in die Staaten zurückzukehren", versichert der Brite und offenbart: "Ich war noch nie in Austin, aber ich habe bisher nur Gutes über die Stadt gehört. Was ich über die Rennstrecke und das Layout gehört habe, gefällt mir auch."

"Ich bin mir sicher, dass die richtigen Schritte getätigt wurden, um eine ordentliche Formel-1-Strecke zu bauen." Jenson Button

"Hoffentlich können wir dort eine tolle Show abliefern", so Button, der sich noch gut an den bisher letzten Formel-1-Austragungsort - den Infieldkurs des Indianapolis Motor Speedway - erinnern kann. "Das war eine gute Strecke", sagt der Brite, der als einer von leidglich sieben Fahrern bei allen acht Indianapolis-Auftritten zwischen 2000 und 2007 in der Startaufstellung stand.

Im Hinblick auf die neue Strecke in Austin ist sich Button sicher, dass "die richtigen Schritte getätigt wurden, um eine wirklich ordentliche Formel-1-Strecke zu bauen." Wie alle anderen Piloten liebt auch der McLaren-Fahrer "neue Rennstrecken und neue Herausforderungen", wie er sagt. "Daher freue ich mich sehr auf das Rennen in Austin."

Denkbar knapper Zeitplan in Austin

In Bezug auf eine fristgerechte Fertigstellung des COTA mehren sich allerdings Zweifel. "Es gibt kaum Spielraum im Zeitplan", wird William McAdoo - Vizechef der Handwerkskammer von Austin und gleichzeitig Generalunternehmer beim Bau der Anlage vor den Toren der texanischen Hauptstadt - von 'Houston.culturemap.com' zitiert.

Austin Circuit of the Americas

Wie viel von den Plänen in Austin wird termingerecht umgesetzt werden können? Zoom

Durch die jüngsten Verzögerungen beim Bau, wird das Wetter nun zum Dreh- und Angelpunkt. "Wir hoffen auf einen langen, heißen Sommer, um möglichst viel schaffen zu können", gibt sich McAdoo zwar optimistisch, hält allerdings in Bezug auf den Verzug im Zeitplan fest: "Der Regen der vergangenen Wochen hat uns sicherlich nicht gerade geholfen." Bis zur Abnahme der Strecke durch die FIA bleiben den Verantwortlichen in Austin weniger als sieben Monate.

Laut FIA-Vorgabe muss eine neue Formel-1-Strecke spätestens 90 Tage vor dem ersten Rennen abgenommen werden. Demnach muss der Grand-Prix-Kurs mit all den Anlagen, die für die Durchführung eines Formel-1-Rennens wichtig sind, spätestens Ende August fertig sein. "Bei der FIA-Abnahme müssen die meisten Projekte abgeschlossen sein", weiß McAdoo und gibt weiterhin den Optimisten: "Wir können es schaffen."

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