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Andretti: "Die USA brauchen die Formel 1 und umgekehrt"

Mario Andretti hofft im Hinblick auf Austin und New Jersey auf erfolgreichere US-Gastspiele der Königsklasse als in der Vergangenheit

(Motorsport-Total.com) - Obwohl auf dem Papier eine vielversprechende Kombination, hat ein Gastspiel der Formel 1 in den Vereinigten Staaten von Amerika in der Vergangenheit selten zum Erfolg geführt - jedenfalls nicht auf lange Sicht. Im November dieses Jahres wird ein neuer Anlauf genommen. Auf dem derzeit im Bau befindlichen Circuit of The Americas nahe der texanischen Hauptstadt Austin soll das US-Comeback der Königsklasse möglichst erfolgreich eingeläutet werden.

Mario Andretti

Mario Andretti ist vor allem im Hinblick auf das Projekt in New Jersey optimistisch

Doch es gibt Zweifel. Zum einen ist der zeitliche Rahmen von weniger als neun Monaten bis zum Grand Prix extrem knapp bemessen - erst recht, wenn man bedenkt, dass die Baumaschinen in Austin aufgrund finanzieller Probleme einige Wochen lang stillstanden. Von Seiten der Verantwortlichen ist man ungeachtet dessen weiterhin optimistisch und geht sogar von einer Fertigstellung der Anlage im August aus.

Von Beobachterseite gibt es jedoch Bedenken. Mario Andretti, seines Zeichens einer der erfolgreichsten Rennfahrer der USA überhaupt, macht sich im Hinblick auf Austin so seine Gedanken. "Wenn sie es in Texas fertigbringen, die Strecke zu bauen und letztlich das erreichen, was sie sich vorgenommen haben, dann hätten wir zumindest einmal eine erstklassige Anlage im Land", sinniert Andretti gegenüber 'GPUpdate.net'. Die US-Rennlegende hofft, dass Austin den Grundstein für eine stabile Zukunft der Formel 1 in den USA legen wird.

Diverse Fehltritte in den 1980er-Jahren

In der Vergangenheit war dies allzu oft nicht der Fall, wie Andretti erinnert: "In Watkins Glen war die Formel 1 jahrelang richtig populär und stand auf sicheren Füßen. Doch danach entwickelte sich alles nur noch zu temporären Geschichten." In der Tat: Nach dem Abschied von der legendären Berg- und Talbahn im US-Bundesstaat New York zum Ende der Saison 1980, gab es in den Folgejahren in Form von Long Beach, Detroit, Las Vegas, Dallas und Phoenix nicht weniger als fünf temporär aus dem Boden gestampfte Stadtkurse im Formel-1-Kalender.

"Detroit, Phoenix und all die anderen Events waren nur vorrübergehende Erscheinungen. Das ist eine Schande." Mario Andretti

Long Beach - nicht selten als das Monaco der USA gepriesen - war nach Ansicht Andrettis noch die beste Station unter den genannten: "In Long Beach lief der Grand Prix einige Jahre lang ganz gut, denn es war etwas Neues. Zu einer Zeit, als Stadtrennen in Europa von der Bildfläche verschwanden, ging dieser Trend in den USA los und wurde extrem erfolgreich."

Beginnend mit der Saison 1984 wurde die Formel 1 in Long Beach durch die IndyCar-Serie (damals CART) abgelöst. Detroit folgte fünf Jahre später diesem Beispiel. Speziell in den 90er-Jahren schossen Stadtkurse in den US-Metropolen wie Pilze aus dem Boden, wobei die IndyCars in aller Regel mehr Zuschauer anlockten als die Formel 1.

"Detroit, Phoenix und all die anderen Events waren nur vorrübergehende Erscheinungen. Das ist eine Schande", blickt Andretti auf die erfolglosen Versuche der Formel 1, in den USA Fuß zu fassen, zurück. Auch in Indianapolis, dem Mekka des US-Rennsports, konnte sich die Königsklasse im Zuge ihrer acht Auftritte in den Jahren 2000 bis 2007 nie nachhaltig profilieren.

Große Zuversicht im Hinblick auf New Jersey

Weitaus zuversichtlicher gibt sich Andretti mit Blick auf das anvisierte Formel-1-Debüt vor der Skyline von New York. Auf einem 5,15 Kilometer langen Stadtkurs im Hafengebiet von Weehawken in New Jersey werden die Formel-1-Boliden ab der Saison 2013 entlang des Hudson-River ihre Runden drehen.

Manhattan, New York

Die Skyline von Manhatten ist für Andretti die ideale Kulisse für die Formel 1 Zoom

"Als ich das Layout der Strecke zum ersten Mal sah, dachte ich nur: Das sieht wirklich gut aus", bekennt Andretti in Bezug auf die zum Großteil durch einen Park verlaufende Piste, die sich für einen Stadtkurs ungewöhnlich durch einen Höhenunterschied von 50 Metern auszeichnet. In diesem Fall hat der US-Amerikaner keinen Zweifel, dass das Rennen ein Erfolg wird. "Ich kenne die Leute, die dort die Fäden ziehen, sehr gut und bin außerordentlich zuversichtlich, dass sie es hinbekommen werden."

Der Formel-1-Weltmeister des Jahres 1978 weiß nur allzu gut, dass Bernie Ecclestone schon seit Jahren auf einen Grand Prix im Großraum des "Big Apple" drängt. "Jetzt hat er es endlich geschafft. Dieses Projekt könnte sich wirklich zu einer hochinteressanten Angelegenheit entwickeln. Ich hoffe sehr darauf", so Andretti.

Der in Italien geborene Amerikaner sehnt sich danach, dass mit Austin und New Jersey im Kalender das verwirklicht werden kann, was seit langem überfällig ist: "Als ein echter Formel-1-Fan würde ich es nur allzu gern sehen, dass die Formel 1 in diesem Land Erfolg hat. Das wäre für beide Seiten eine großartige Sache. Die Vereinigten Staaten brauchen die Formel 1 und die Formel 1 braucht die USA."

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