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Wegen V10-Motor: Protest gegen Toro Rosso

MF1 Racing und Super Aguri haben bei der FIA gegen die V10-Motoren der Scuderia Toro Rosso Protest eingelegt - Punkte nur noch für die Fahrer-WM?

(Motorsport-Total.com) - Praktisch den gesamten Winter über wurde das Thema diskutiert, doch erst gestern ist das Pulverfass explodiert: Wie unsere Kollegen von 'autosport.com' herausgefunden haben, wurde gegen die Cosworth-V10-Motoren der Scuderia Toro Rosso von MF1 Racing und Super Aguri erstmals nicht nur verbal protestiert, sondern ganz konkret in einem entsprechenden Schreiben an die FIA. Weitere Teams könnten sich dem Protest anschließen.

Vitantonio Liuzzi

Die Scuderia Toro Rosso sorgt mit den V10-Motoren für weitere Diskussionen

"Wir wollen unser eigenes Investment schützen", erklärte dazu Daniele Audetto, Teammanager von Super Aguri. "Wir denken, dass es eine unfaire Situation ist, seit Red Bull Minardi übernommen hat, denn meines Wissens wurde die Ausnahmeregelung für den V10 nur eingerichtet, weil Paul Stoddart sonst aussteigen hätte müssen. Jetzt gehört das Team aber Red Bull, so dass sie nicht nur einen V8 kaufen könnten, sondern das ganze Unternehmen Cosworth, wenn sie das möchten."#w1#

Liuzzi ließ in Melbourne sogar Schumacher stehen

Ausgelöst wurde die nun intensivierte Debatte durch die gestrige Performance der Scuderia Toro Rosso in Australien, als Vitantonio Liuzzi erst sogar an Michael Schumacher vorbeiging, Scott Speed später dann den ersten WM-Punkt einfuhr, auch wenn ihm dieser wegen einer nachträglichen Zeitstrafe wegen Überholens während einer Safety-Car-Phase wieder aberkannt werden musste. Der "unfaire Vorteil" sei aber klar zu erkennen gewesen, beschwerte sich Audetto.

Speziell auf langsamen Strecken wie in Monaco oder Ungarn, wo das Drehmoment des Cosworth-V10-Aggregats voll greifen wird, befürchtet er eine unausgewogene Situation: "Dort könnten sie anderen Teams Punkte wegnehmen. Daher denken wir, dass es aus Sicht der FIA das Beste wäre, an sie in der Konstrukteurs-WM keine Punkte zu vergeben. In der Fahrerwertung könnten sie die Punkte aber von mir aus behalten", machte der Italiener einen Vorschlag.

Es geht - wie immer - um das liebe Geld...

Hintergrund: Nur die zehn besten Teams der Konstrukteurs-WM dieser Saison kommen für 2007 in den Genuss der Kostenrückerstattung der Transportkosten bei den Überseerennen. Außerdem ist die Position bei den Konstrukteuren entscheidend für die Aufteilung der TV-Gelder durch Bernie Ecclestone. Die Scuderia Toro Rosso wird nach aktuellem Stand aber voraussichtlich vor MF1 Racing und Super Aguri landen und damit eines dieser beiden Teams in eine prekäre Situation bringen.

Daniele Audetto

Daniele Audetto sieht einen entscheidenden Nachteil für Super Aguri Zoom

Allerdings ist Audetto klar, dass es "unwahrscheinlich" ist, dass die FIA auf seinen Vorschlag eingehen wird, "weil es sehr schwierig ist, während des Jahres die Regeln zu ändern. Zumindest haben wir aber unseren Standpunkt mit Nachdruck dargelegt. Und selbst wenn die Regeln nicht geändert werden, sollte sich Herr Mateschitz der Situation bewusst werden. Er ist ein sehr ehrbarer Mann und wird sicher eine richtige Entscheidung treffen", so der Super-Aguri-Teammanager.

Franz Tost, Teamchef der Scuderia Toro Rosso, konterte: "Die FIA hat eine Regel ins Leben gerufen, die es Privatteams erlaubt, V10-Motoren unter bestimmten Auflagen einzusetzen. Wenn sich jetzt Teams beschweren, dass wir einen Vorteil haben, dann bedaure ich das, aber ich verstehe ihre Entscheidung nicht. Wir können ihnen gerne einen V10-Motor verkaufen, wenn sie wollen", so der Österreicher mit einem schelmischen Grinsen.

Wie gut wäre die Scuderia Toro Rosso mit einem V8?

"Die Leute müssen sich erst damit abfinden, dass Toro Rosso nicht in der letzten Reihe bleiben wird. Es gibt keinen Punkt in den Regeln, der besagt, dass wir mit dem V10 nicht in die Top 10 fahren dürfen. Für mich ist das eine Frage der Erwartungen: Wo erwarten unsere Konkurrenten, dass wir stehen? Wir gehören - unabhängig vom Motor - nicht in die letzte Reihe. Die anderen Teams sollen froh sein, dass wir keinen V8 haben, sonst wären wir noch weiter vorne", fügte er an.

Wie es in der Angelegenheit konkret weitergehen wird, ist völlig offen, allerdings ist anzunehmen, dass es bis zum nächsten Rennen in drei Wochen in Imola zumindest eine provisorische Entscheidung geben wird. Theoretisch hätte die Scuderia Toro Rosso jedenfalls die Möglichkeit, kurzfristig auf V8-Motoren umzustellen, schließlich beliefert Cosworth ja auch Williams. Ob Cosworth die notwendigen Produktionsressourcen freischaufeln könnte, ist freilich eine andere Frage...

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