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Warum McLaren-Honda dieses Jahr die Lücke schließen muss

Mit welchem Plan McLaren-Honda noch 2015 die zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze aufholen will und wieso sonst auch 2016 eine Pleitensaison droht

(Motorsport-Total.com) - Nach dem miserablen Saisonstart forderte McLaren-Honda-Pilot Fernando Alonso, dass das Team die volle Konzentration auf die Saison 2016 legt. Der Spanier und sein Teamkollege Jenson Button mussten beim Grand Prix von Österreich - also dem achten Saisonrennen - Gridstrafen hinnehmen, beim Briten ging es schon in Kanada in der Startaufstellung nach hinten. Schuld ist die mangelnde Zuverlässigkeit der Honda-Antriebseinheit: Eigentlich wäre es das Ziel, mit vier Antriebseinheiten über die Saison zu kommen, bei Button steht man bei einigen Komponenten bereits bei Teil Nummer sechs. Der Brite hat bislang die einzigen vier McLaren-Punkte des Jahres eingefahren.

Titel-Bild zur News: Fernando Alonso

McLaren-Honda kommt nicht in Schuss: Noch fehlen zwei Sekunden auf die Spitze Zoom

Von einer Konzentration auf die kommende Saison will man beim Rennstall aus Woking dennoch nichts wissen. "Dafür ist es zu früh, denn die Regeln für das kommende Jahr sind eine Evolution", argumentiert McLaren-Geschäftsführer Jonathan Neale gegenüber 'Autosport'. "Es gibt einen fließenden Übergang. Deswegen werden wir bis zum letzten Rennen Vollgas geben und die kommende Saison im Auge behalten."

McLaren unter Zugzwang: Nächste Rennen entscheidend

McLaren sieht die aktuelle Saison als Test - 2016 will man allerdings um Siege mitfahren. Kein einfaches Unterfangen, denn derzeit fehlen dem Rennstall rund zwei Sekunden pro Runde auf die Spitze. Das ist auch der Grund, warum man sich nun nicht hinter den Kulissen auf die kommende Saison vorbereiten will.

"Wenn wir die Lücke nicht bis zum Ende des Jahres schließen, dann können wir auch das nächste Jahr abschreiben", fürchtet Button gegenüber 'ESPN F1'. "Das liegt daran, dass wir im Winter nur ein paar Monate haben, um zu entwickeln. Nach Budapest und in der Sommerpause müssen wir uns die Sachen ansehen, und dann können wir sagen, wie es nächstes Jahr aussehen wird."

Für Button ist die Lage aber nicht aussichtslos: "Wir müssen im Gegensatz zu den anderen Teams die Leistung aus Gründen der Zuverlässigkeit zurückdrehen. Wenn wir das im Griff haben, dann sind wir eine halbe Sekunde schneller." Bleiben noch rund eineinhalb Sekunden Rückstand.

Wie gut ist die neue Aerodynamik?

Fernando Alonso

Der McLaren-Honda verfügt über das kompakteste Heck der Generation 2015 Zoom

Auch das neue Aerodynamik-Paket, das in Spielberg nur Alonso einsetzte, gibt Hoffnung. Laut Alonso bringt es eine weitere halbe Sekunde. Button, der in Spielberg noch mit der alten Aerodynamik unterwegs war, besitzt bislang nur Erfahrungswerte aus dem Simulator, ist aber sehr angetan: "Es ist immer schwer zu sagen, wie realistisch der Simulator ist, aber es ist eine klare Verbesserung. Wir werden damit keine Rennen gewinnen, aber wir haben damit viel mehr Abtrieb."

Zudem fühlt man sich bei McLaren durch das neue Paket in der neuen, von Chefdesigner Peter Prodromou eingeführten Philosophie, den Schwerpunkt auf ein extrem kompaktes Heck und ein berechenbares Fahrverhalten zu legen, bestätigt. "Alles scheint korrekt zu funktionieren, also können wir darauf aufbauen", sagt Button. Vor allem die neue Frontpartie soll das extrem lästige Untersteuern des MP4-30 kurieren. Da eine funktionierende Aerodynamik in Silverstone von großer Bedeutung ist, sieht der Weltmeister 2008 seinen Heim-Grand-Prix als Schlüsselrennen an: "Das sollte ein guter Test sein, ob das Paket wirklich funktioniert."

Dennoch ist allen klar: Ob das McLaren-Honda-Projekt zum Erfolg wird, hängt vor allem davon ab, ob die Japaner die Probleme mit der Antriebseinheit endlich in den Griff kriegen. Das erste Leistungs-Update in Kanada, als man zwei von neun Entwicklungs-Token investiert, wurde zum Flop.

Honda verspricht: Wir holen den Rückstand auf

"Jetzt haben wir noch sieben Token, die wir in der zweiten Saisonhälfte nach der Sommerpause einsetzen wollen", kündigt Hondas Motorsportchef Yasuhisa Arai gegenüber 'Motorsport.com' an. Und ergänzt: "Wir werden viele Teile austauschen, damit wir mehr PS haben, und ich denke, dass wir den Rückstand aufholen können."

Ron Dennis, Jonathan Neale, Yasuhisa Arai

McLaren-Honda-Granden unter Druck: Neale, Dennis und Arai Zoom

Als Schwachstelle sieht der Japaner den Verbrennungsmotor: "Er ist für die Leistung sehr wichtig, also wollen wir das Design der Brennkammer und die Drosselklappen verändern, damit wir eine bessere Verbrennung haben." Außerdem will man bei den Elektromotoren Hand anlegen.

Auch die Fahrer, die bei den vergangenen Rennen erste Momente der Resignation zeigten, glauben laut Arai weiter an Honda: "Sie kennen unseren Plan und vertauen uns." Um in der kommenden Saison wirklich konkurrenzfähig zu sein, agiert Honda auch auf dem politischen Parkett und setzt sich für ein Motoren-Entwicklungsfenster während der Saison ein.

McLaren-Honda auch auf politischem Parkett aktiv

Man habe bereits "einen guten Plan" und "viele Ideen", wie man die 25 Token 2016 einsetzen könnte, wünsche sich aber mehr Zeit als bis zum 28. Februar. "Das Datum sollte nach hinten verlegt werden", sagt Arai. "Das wäre doch für alle gut, denn dann können die Token während des Jahres verwendet werden. Wir werden darüber vielleicht in der zweiten Saisonhälfte mit Mercedes und Ferrari sprechen."

McLaren-Geschäftsführer Neale blickt währenddessen bereits weiter in die Zukunft: 2017 steht erneut eine umfangreiche Reglementrevolution bevor, über die derzeit hinter den Kulissen diskutiert wird. "Wir wissen noch nicht, wie das Reglement aussehen wird, aber es wird umfangreiche Änderungen geben, auf die wir gut vorbereitet sein müssen", will er es Mercedes nachmachen. "Das wird die Forschungs- und Entwicklungsabteilung intensiv beschäftigen, und wir brauchen einfach Zeit, um das hinzubekommen."

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