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Vor 15 Jahren: Als Sebastian Vettel einen Williams fuhr

Nur ein Mal bewegte Sebastian Vettel einen Rennwagen des Formel-1-Traditionsteams Williams, und das ist jetzt genau 15 Jahre her

(Motorsport-Total.com) - Ein sonniger Herbsttag in Jerez ist es, als Sebastian Vettel seine große Chance bekommt. Als Preis für den Gewinn der Formel BMW darf er 2005 einen Rennwagen des Formel-1-Traditionsteams Williams fahren - nachdem er kurz zuvor seine Führerschein-Prüfung absolviert hat. Und Vettel vergisst diese einmalige Probefahrt nie mehr.

Sebastian Vettel, Williams FW27

18 Jahre jung beim ersten Formel-1-Test: Sebastian Vettel 2005 in Jerez Zoom

Es sei ein "unglaubliches Erlebnis" gewesen, sagte Vettel, damals 18 Jahre alt, direkt nach seinen 25 Testrunden im Formel-1-Auto. Dabei wäre es beinahe nicht dazu gekommen: Ausgerechnet Teamchef Frank Williams war skeptisch, Vettel ins Auto zu setzen.

Ralf Schumacher, zu dieser Zeit noch aktiver Formel-1-Fahrer, erinnert sich bei 'Sky': "Frank hat damals wirklich eiskalt gesagt: 'Nein. Der Junge kann nicht sein. Der ist viel zu dürr.' Wörtlich: 'Guck dir mal die Ärmchen an! Der kann unser Auto nicht fahren.'" Doch dank der Überzeugungsarbeit des damaligen BMW-Sportchefs Mario Theissen fuhr Vettel dann doch.

Sebastian Vettel ist nicht wie Alan Jones ...

Im Rückblick schildert Vettel, wie er selbst die Situation vorab erlebt hatte: "Heute bin ich kein Schrank, und das war ich damals auch nicht. Ich habe dem Ideal von Frank Williams mit Alan Jones nicht ganz entsprochen."

Sebastian Vettel, Williams FW27

Sebastian Vettel in Aktion im Williams FW27 aus der Formel-1-Saison 2005 Zoom

"Als Mario Frank gesagt hat, dass ich das Auto fahren soll, sah er nicht sehr überzeugt aus, aber wir kamen trotzdem von Anfang an sehr gut aus."

Er schätze Frank Williams als einen "absoluten Racer und einen Vollblut-Motorsportler", so sagt Vettel weiter. "Ich glaube, solche Leute gibt's nur noch ganz, ganz selten." Er wünsche Frank Williams und dessen Familie nach dem selbstgewählten Aus im Traditionsteam "natürlich nur das Allerbeste", so Vettel.

Williams ist ein "Synonym für sehr viel Erfolg"

Schumacher lobt Vettel für diese Haltung, und dass er Williams dessen Aussagen von einst nicht krummnimmt: "Man muss wirklich eine Lanze für Sebastian brechen, dass er da so positiv drüber spricht. Denn Sebastian hat das sehr nett umschrieben. Dafür muss man ihm großen Respekt zollen."

Vettel wiederum zollt Frank Williams Respekt, für dessen Lebenswerk in der Formel 1. Es sei "schade", meint Vettel, dass sich die Familie nun zurückziehe. Begründung: "Ich glaube, dass der Name Williams ein Synonym für sehr viel Erfolg ist."

"Die letzten Jahre waren natürlich eine Prügelei und sehr schwer für das gesamte Team. Ich stamme noch aus einer Zeit, wo ich mit dem Namen Williams sehr viel Erfolg und tolle Momente verbinde."

Wie sich Vettel beim Testeinstand schlug

"Die Momente, die Siege, die der Ralf auch hatte bei Williams, kommen einem als erstes in den Kopf. Aber auch die Zeiten, als Heinz-Harald bei Williams fuhr, Ende der 1990er, und auch die Dominanz Anfang und Mitte der 1990er." Der sportliche Absturz bis an das Tabellenende sei bedauerlich.

2005, als Vettel für Williams testete, da war das Team noch gut im Geschäft gewesen, und am Jahresende Fünfter in der Konstrukteurswertung. Und Vettel machte bei seiner Probefahrt in Spanien ebenfalls eine gute Figur.


Fotostrecke: Von "Julie" bis "Lucilla": So tauft Sebastian Vettel seine Autos

Theissen sagte anschließend: "Sebastian hat die Umstellung von 220 PS in der Formel 3 auf mehr als das Vierfache im Formel-1-Fahrzeug sehr gut hinbekommen. Das ganze Team war zufrieden mit ihm."

Die weitere Karriere von Vettel

"Er hat jetzt eine unmittelbare Vorstellung von der Dynamik und den physischen Anforderungen an den Fahrer. Diese Erfahrung wird ihm auf seinem weiteren Weg zugutekommen."

Vettels weiterer Weg führte ihn 2006 als Testfahrer zu BMW-Sauber und in der Türkei als Freitagstester erstmals an einem Grand-Prix-Wochenende auf die Rennstrecke.

Knapp ein Jahr später gab er in den USA seinen Formel-1-Renneinstand, ebenfalls bei BMW und als Ersatz für den verletzten Robert Kubica. Bald darauf war er Stammfahrer bei Toro Rosso, und 2010 erstmals Formel-1-Weltmeister.

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