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Vettel: Hockenheim-Siegerpokal fehlt im Wohnzimmer

Einmal konnte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ein Formel-1-Heimrennen gewinnen, allerdings auf dem Nürburgring - Hockenheim etwas "ganz Besonderes"

(Motorsport-Total.com) - Beim Großen Preis von Deutschland 2016 dreht Sebastian Vettel seine Runden auf dem Hockenheimring erstmals im Ferrari. Vor heimischem Publikum - nur etwa 50 Kilometer von Heppenheim entfernt - will er mit den Roten endlich den Durchbruch schaffen. Ein Podestplatz oder gar ein Sieg wäre Balsam für die geschundenen Seelen der Scuderia. Mit Ambitionen auf Siege und den WM-Titel war man in die aktuelle Formel-1-Saison gestartet, jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgelangt.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel hofft mit Ferrari in Hockenheim mindestens auf das Podest Zoom

Vor Vettels Heim-Grand-Prix liegt Ferrari bereits 154 WM-Zähler hinter Mercedes, in der Fahrerwartung rangiert der Deutsche mit 110 Punkten hinter Teamkollege Kimi Räikkönen auf Platz fünf. "Ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir im Moment noch hinterherhinken", gibt der 29-Jährige zu. "Es ist auch kein Geheimnis, dass wir große Erwartungen haben, die wir bis jetzt noch nicht erfüllen konnten. Trotzdem haben wir das Ziel - und das muss auch weiter so bleiben - jedes Rennen zu gewinnen."

Das gelte auch und umso mehr beim Großen Preis von Deutschland, der auf dem Hockenheimring in diesem Jahr sein Comeback feiert, nachdem der Nürburgring 2015 pausieren musste. "Das Ziel ist, hierher zu kommen und zu gewinnen, und auch für den Rest der Saison das Beste rauszuholen. Solange man da noch irgendwie im Rennen ist, träumt man von der WM oder kämpft darum", erklärt Vettel seine Motivation, an der auch die immer wiederkehrende Medienschelte nichts geändert habe.

Sebastian Vettel am Renntag immer noch nervös

"Vielleicht wird das hier und da ein bisschen missverstanden. Wir sind ja nicht doof und sehen selber, dass wir sehr viele Punkte hinterherhinken", so Vettel. "Aber trotzdem geben wir nicht auf und werden versuchen, das Ruder noch irgendwie rumzureißen. Jetzt kann man natürlich realistisch sein und sagen, okay, Mercedes wird ja von heute auf morgen nicht einschlafen. Sie fahren ja trotzdem mit, selbst wenn wir den Stein der Weisen finden." Dennoch kämpfe das Team weiter um jeden Punkt.


Fotostrecke: Formel-1-Strecken 2016: Hockenheim

Die Hoffnung auf einen Aufschwung bei Ferrari lebt also weiter. Schließlich ist die Formel-1-Saison 2016 mit 21 Rennen so lang wie nie. "Es kann eben noch viel passieren, man steckt nie drin", weiß auch Vettel und betont: "Wenn man immer nach dem Papier gehen und sagen würde, im Qualifying stand's so, könnte man sich hier die ganze Show am Sonntag sparen. Aber das ist ja doch die Hauptaufgabe, am Sonntag da zu sein, wach zu sein und alles rauszuholen. Das macht's ja auch aus."

Auch nach fast zehn Jahren in der Formel 1 und vier Weltmeistertiteln sei er besonders am Renntag noch immer aufgeregt, gibt der Heppenheimer zu: "Am Sonntagmorgen wache ich auf, bin nervös und freue mich aufs Rennen. Man hat so ein Kribbeln im Bauch, so ein Gefühl, man will jetzt starten oder vielleicht noch nicht, weil man hier oder da vielleicht noch was vorbereiten oder sich ausdenken kann, was dann clever funktionieren könnte. Das ist genau die Anspannung, die man braucht."

Hockenheim-Pokal für Ferrari: "Am liebsten der größte"

Auf dem Hockenheimring blieb Vettel ein Sieg im Formel-1-Auto bisher verwehrt. Dafür stand er im Jahr 2004 in der Formel BMW ganz oben auf dem Treppchen. "Da habe ich noch eine Zahnspange getragen. Das war jetzt nicht mein Hochpunkt, was das angeht", scherzt der Ferrari-Pilot heute. "Aber alles in allem war das ein super Jahr. Ich habe ziemlich viele Rennen gewonnen und viele schöne Erinnerungen. Schon damals war es was Besonderes, weil die Großeltern kamen und es direkt um die Ecke war."


Sebastian Vettel: Das Heimrennen ist ein Privileg

Der Ferrari-Pilot freut sich auf den Deutschland-Grand-Prix vor Familie und Freunden Weitere Formel-1-Videos

Gegen einen Hockenheim-Siegerpokal im Wohnzimmer hätte er selbstredend nichts einzuwenden: "Ja, das wäre was Feines. Ich glaube, vor vier Jahren stand ich auf dem Podium als Zweiter, habe aber den Pokal wieder abgenommen bekommen und wurde dann auf fünf zurückversetzt. Deswegen wird's jetzt Zeit, dass ein Pokal herkommt." 2012 war Vettel mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden belegt worden, weil beim Überholen von Jenson Button die Auslaufzone genutzt hatte und verlor daraufhin das Podest.

"Das war natürlich bitter, aber trotzdem: Den Moment konnte ich ja genießen", blickt sich Vettel zurück. Auch 2008, als er sein erstes Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring bestritt, hat er in guter Erinnerung: "Damals war es für uns ein Riesenerfolg, in die Punkte zu fahren." Acht Jahre später hofft Vettel auf einen Pokal: "Wenn's natürlich der Größte wäre, wäre das am besten. Der passt dann auch ins Wohnzimmer. Nicht, dass es so groß ist, aber ich glaube, je größer der Pokal, desto besser passt es."

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