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Vettel entzückt: "Ein Hammer-Rennen!"

Der Red-Bull-Pilot erklärt, warum er es riskierte, mit nur einem Stopp durchzufahren, und warum er glaubte, dass es dieses Risiko absolut wert ist

(Motorsport-Total.com) - Von der Pole-Position gestartet, sah es für Sebastian Vettel zu Beginn des Großen Preises von Monaco sehr gut aus: "Es war ein Hammer-Rennen! Der Start war vielleicht nicht ganz optimal, aber der Weg bis zur ersten Kurve ist nicht allzu weit. Ich konnte die Führung behaupten. Im ersten Rennabschnitt habe ich mich sehr wohl gefühlt, und ich hatte eigentlich vor, länger draußen zu bleiben. Deswegen habe ich nicht allzu fest attackiert."

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel hat sich einen weiteren Traum erfüllt, einen Sieg in Monaco!

Doch dann kam ihm Jenson Button Runde für Runde näher. Ein verpatzter Boxenstopp führte dazu, dass der Red-Bull-Pilot hinter den McLaren-Konkurrenten zurückfiel: "Ich war ziemlich überrascht, als Jenson an die Box kam, da mussten wir natürlich reagieren."

"Es kommt einen natürlich ewig vor", erinnert sich Vettel an den missratenen Stopp. "Schlussendlich sind es dann diese drei oder vier Sekunden, die es zu lange dauert. Das hat uns den Platz gekostet. Es war am Anfang wichtig, diese drei oder vier Sekunden Polster herauszufahren. Dann kann man eine Runde länger draußen bleiben, kann abwarten, wann der andere stoppt. Das hat auch alles gepasst und es so gekommen, war dann unser Boxenstopp nicht perfekt funktioniert. Wir haben zu viel Zeit verloren und damit auch die erste Position."

In der folgenden Phase fuhr Button Vettel auf den weicheren Reifen davon: "Zwischenzeitlich war der Abstand so groß, dass der Sieg eigentlich in weite Ferne gerückt ist. Trotzdem haben wir nicht aufgegeben. Ich habe versucht, den Abstand so klein wie möglich zu halten. Ich wusste natürlich nicht, mit welcher Strategie Jenson unterwegs ist."

"Als das Safety-Car auf die Strecke kam, hatte Button gerade seinen zweiten Stopp absolviert, Vettel pokerte und blieb auf der Strecke - das war die Entscheidung des Fahrers: "Dann kam das Safety-Car, was mir geholfen hat, zunächst einmal durchzuatmen, dem Reifen eine Pause zu gönnen. Ich wurde zunächst an die Box gerufen, denn anscheinend hatten sie auch nicht daran geglaubt, dass wir durchfahren können."

"Ich dachte mir, dass der Abstand nach hinten groß genug ist, und wir im schlimmsten Fall auf den dritten Platz kommen, was auch noch ordentlich Punkte gewesen wären. Ich wollte es probieren, mit einem Stopp durchzufahren. Wir haben heute einiges riskiert, am Ende wurden wir dafür aber belohnt, unglaublich!"

Gegen Ende des Rennens wurde es dann noch einmal richtig knapp, denn Alonso, der einen Stopp mehr als Vettel absolviert hatte jedoch einen weniger als Button, tauchte in Vettels Rückspiegel auf, ebenso wie Button in Alonsos Rückspiegel.

"Hier ist es natürlich sehr schwer zu überholen", gab sich der Deutsche gelassen. "Ich wusste, dass es keinen Sinn macht, 20 oder 30 Runden großartig Druck zu machen, eine oder eine halbe Sekunde schneller zu fahren. Weil die Fahrer hinter mir waren sowieso schneller waren, aufholen würden. Ob sie dann noch 30 oder fünf und 20 Runden hinter mir sind, ist dann im Endeffekt auch egal. Entscheidend werden die Runden am Schluss sein. Daraufhin habe ich gezielt, schonte meine Reifen. Das hat ganz gut funktioniert."

Obwohl es gegen Ende immer enger wurde, gab sich Vettel zuversichtlich: "Ich hatte die Jungs direkt hinter mir, und es wurde immer enger und enger. Aber ich wusste, wenn ich keinen Fehler mache, werde ich es schaffen. Am Schluss war mir klar, das werden noch ganz enge sechs Runden. Die zweite Safety-Car-Phase und die frischen Reifen haben mir geholfen, aber auch mit dem gebrauchten Satz hätte es knapp gereicht."


Fotos: Sebastian Vettel, Großer Preis von Monaco, Sonntag


"Das Rennen war sehr spannend anzuschauen, ich glaube jedoch, dass es aus der Cockpit-Perspektive noch viel spannender war", so Vettel. "Die Strategie hat niemand erahnt, wir auch nicht. Eigentlich war es nicht möglich, das Rennen mit nur einem Stopp durchzufahren. Viel hat am Ende nicht mehr gefehlt und ich glaube, das hätten wir auch noch geschafft. Es war generell kein Spaziergang, einfach war es nicht. Aber wir hatten es ja schon fast geschafft, es wäre nur noch fünf weitere Runden zu fahren gewesen."

"Ich bin extrem glücklich und sehr, sehr stolz, mich in Siegerliste hier eingetragen zu haben. Man hat ja heute gesehen, wie schwierig das hier ist. Aber Monaco ist einfach etwas ganz Besonderes. Ich glaube, von den sechs Siegen von Ayrton Senna und Graham Hill, der fünf Mal gewonnen hat, brauchen wir erst gar nicht zu sprechen. Das war schon immer ein sehr besonderer Grands Prix, in dem eine Menge passiert ist. Man hat auch heute gesehen, dass es erst vorbei ist, wenn die Zielflagge fällt. Es ist noch ein sehr langer Weg, aber es ist natürlich eine Ehre, sich in dieser Liste einreihen zu können."

"Das war ein echt verrücktes Hammer-Rennen", so der amtierende Weltmeister weiter. "Es hat sich unendlich lange angefühlt. Aber am Ende war es ein perfekter Tag. Ich war schon 15 Sekunden hinter Jenson, aber wir haben alles riskiert und deshalb haben wir den Sieg verdient."

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