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Verstappen: Einheitsmotor wäre sinnvoll

Der ehemalige Formel-1-Fahrer Jos Verstappen begrüßt die Anläufe der Teams, die Kosten deutlich zu reduzieren und ist ein Fan der Regeländerungen

(Motorsport-Total.com) - Jos Verstappen war schon in der Formel 1 unterwegs, als die Boliden noch ohne etliche Zusatzflügel und vor allem auf Slicks um die Rennstrecken der Welt rasten. In der Zwischenzeit hat Verstappen das Metier gewechselt und auf Langstreckenrennen umgesattelt, doch auch in der Formel 1 hat sich seit den späten 1990er-Jahren einiges getan. Verstappen sieht die Formel 1 aktuell auf einem guten Weg, die Kosten zu reduzieren und eine bessere Show zu bieten - der Einheitsmotor könne helfen.

Jos Verstappen

Auf der Langstrecke zuhause: 2008 fuhr Jos Verstappen in der Le Mans Series

"Wir machen gerade eine schwierige Zeit durch", stellte der ehemalige Benetton-Fahrer in seiner Kolumne beim 'Telegraaf' fest. "Wenn man sich anschaut, wie viele Autos in den vergangenen Monaten nicht verkauft wurden, dann ist klar, weshalb an allen Ecken und Enden Einsparungen vorgenommen werden müssen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Motorsport."#w1#

"Das deutlichste Beispiel dafür, war die Entscheidung von Honda, sich aus der Formel 1 zurückzuziehen", kam Verstappen auf das plötzliche Aus des japanischen Automobilgiganten zu sprechen. "Ich kann das durchaus nachvollziehen. Ich habe ein ähnliches Szenario erlebt, als ich seinerzeit für Honda getestet habe. Es waren schon Millionen in dieses Projekt investiert worden, doch dann wurde es urplötzlich abgesetzt. Das ist jetzt genau gleich."

"Schon seit langem will Formel-1-Chef Bernie Ecclestone die Kosten in der Formel 1 senken", schrieb der Niederländer, der den Ernst der Lage erkannt haben will. "Wenn man die Zahlen der Budgets der Rennställe sieht, dann sind die einfach nicht mehr in einem normalen Rahmen. Jetzt ist es an der Zeit, den Gürtel enger zu schnallen. Mittlerweile haben sich die Teams und die FIA darauf verständigt, die Kosten auf ein erträgliches Maß herunterzubringen."

"Weniger Testkilometer, weniger Zeit im Windkanal und einige Standardteile, die sich billiger herstellen lassen. Der Einheitsmotor ist eine gute Option für ein kleines Formel-1-Team", so der 36-Jährige, der in der Formel 1 selbst nie den Durchbruch geschafft hat. "Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass große Marken wie Ferrari, Mercedes, BMW und Toyota nicht gerade begeistert davon wären, ihre eigenen Ideen zugunsten eines Einheitsmotors über Bord zu werfen."

"Ich würde jedenfalls auch lieber eine Formel 1 sehen, in der die Rennställe unterschiedliche Motoren einsetzen - aber wenn ein Einheitsmotor 100 Millionen Euro einsparen kann, sollte man vielleicht darüber nachdenken", meinte Verstappen. "Die Öffentlichkeit wird es nicht bemerken, was für ein Motor im Heck sitzt, solange es keine großen Unterschiede gibt. Die Rennen müssen aber auf alle Fälle attraktiver gemacht werden - der letzte Saisonlauf war zum Beispiel einfach fantastisch."

In diese Richtung gingen auch die Überlegungen hinsichtlich des Comebacks der Slicks. "Ich halte die Wiedereinführung von Slicks für eine gute Sache", sagte Verstappen abschließend. "Warum? Bei den Rillenreifen war der Gummiabrieb unglaublich groß und hat die Fahrer gezwungen, stets nur einer Linie treu zu bleiben. Daher gab es auch nur wenige Überholmöglichkeiten, weil eine andere Linie einfach keinen Grip bot. Das sollte mit Slicks anders aussehen - aber das wird die Zukunft zeigen."

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