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Vandoorne vor Barcelona: McLaren-Krise lässt mich reifen

McLaren-Rookie Stoffel Vandoorne bekommt viel Mitleid, doch er kann der Situation auch Positives abgewinnen - "Bisher lief immer alles glatt, jetzt kann ich lernen."

(Motorsport-Total.com) - Neue Runde, neues Glück? Was wie eine abgedroschene Phrase klingt, ist für das McLaren-Honda-Team längst bittere Realität geworden. Mehr als auf Fortuna zu hoffen, bleibt dem Rennstall von Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne in der derzeitigen Verfassung nicht übrig. Und selbst wenn die Glücksgöttin mitspielt, sind Punkte beim kommenden Großen Preis von Spanien in Barcelona eher unwahrscheinlich. Es wäre schon ein Erfolg für das englische Traditionsteam, würde man endlich einmal beide Autos bei einem Grand Prix der Formel-1-Saison 2017 ins Ziel bringen.

Stoffel Vandoorne

Stoffel Vandoorne wird hoch eingeschätzt, zeigen konnte er bislang noch nicht viel Zoom

Während Spanien-Lokalmatador Alonso offen mit der Situation hadert und Antriebspartner Honda anprangert, gibt sich Rookie Vandoorne zurückhaltend und versucht, dem Ist-Zustand positives abzugewinnen. Dabei wäre es für seine Karriere immens wichtig, aufzeigen zu können, was in ihm steckt. Während Alonso immerhin auf zwei WM-Titel und 32-Grand-Prix-Siege zurückblicken kann, konnte der Belgier aufgrund der mangelnden Leistungs- und Standfestigkeit seines MCL32 noch überhaupt keine Visitenkarte hinterlassen. Viele Experten sehen in dem 25-Jährigen ein außergewöhnliches Talent, zeigen konnte er das bislang aber unverschuldet noch nicht.

Dennoch macht sich der GP2-Champion von 2015 Mut. "Eigentlich ist das Ganze sogar ganz gut für meine Entwicklung als Fahrer. Klar ist die Situation schwierig, aber daraus kann man auch viel lernen", sagt er zu 'Autosport'. Was zunächst nach reinem Zweckoptimismus klingt, unterlegt Vandoorne aber mit einer Begründung: "Während meiner Zeit in den Nachwuchsklassen hatte ich so gut wie nie eine schwierige Phase. Ich kämpfte immer um Siege und um Titel und alles ging mehr oder weniger einfach von der Hand."

Rookie in der schwierigsten McLaren-Phase

Zwar habe er auch früher mal ein schlechtes Rennwochenende erlebt, aber durch so eine schwierige Periode hätte er sich bisher nie kämpfen müssen. Und so könne er nun vieles daraus lernen. Der talentierte Belgier ist seit 2013 Angestellter von McLaren - er dockte damit ein Jahr nach dem bislang letzten Formel-1-Sieg des Teams (Jenson Button in Sao Paulo 2012) in Woking an.

Damit erlebt er ausgerechnet eine der schwierigsten Phasen in der langen Geschichte des erfolgsverwöhnten Rennstalls. "Du konzentrierst dich auf so viele Sachen und versuchst die Details zu finden, um viele Kleinigkeiten am Auto zu verbessern", beschreibt er den bisher nicht vom Erfolg gekrönten Kampf. Für den Spanien-Grand-Prix hofft er nun einfach mal auf ein "Wochenende ohne Probleme". Obwohl man auch bei den Testfahrten im Frühjahr nicht viel zum Fahren gekommen war, habe man vom Circuit de Catalunya immerhin noch die meisten Informationen über das Auto.

"Es ist eine große Herausforderung für mich, mit dem Team an einem Strang zu ziehen und uns wieder in die richtige Richtung zu pushen", weiß der 25-Jährige, der damit rechnet, dass man noch in der Saison 2017 "zufriedenstellende Ergebnisse" erziele könne: "Wir haben doch alles, was man braucht, um konkurrenzfähig zu sein. Es ist nur die Frage, wie lange es nun dauert", so Vandoorne. Sorgen bereitet ihm außer der Standfestigkeit hinsichtlich Barcelona auch die mangelnde Honda-Power: "Es ist eine schnelle Strecke, die Durchschnittsgeschwindigkeit ist ziemlich hoch, weshalb es für uns schwierig wird", schwant dem Belgier Böses.

Alonso vor Heimpublikum: Einfach nur ein Rennen fahren

Teamkollege Alonso will erst gar nicht mehr über Honda reden und gibt offen zu, dass er mit einem mulmigen Gefühl in seinen Heim-Grand-Prix geht. "Nach ein paar schwierigen Rennen weiß ich nicht genau, was ich erwarten kann. Wir werden mehrere neue Teile ausprobieren, aber wir können uns nicht wirklich auf die Performance konzentrieren, bis wir nicht alle Zuverlässigkeitsprobleme gelöst haben", erklärt der 35-Jährige.

McLaren-Chefingenieur Matt Morris hat ein größeres Update-Paket für Spanien angekündigt - doch um das umzusetzen, braucht das Team vor allem Kilometer. In Russland rollte Alonso jedoch bereits in der Einführungsrunde aus, in Bahrain schaffte es Vandoorne nicht einmal bis in die Startaufstellung. "Meine Qualifyings waren zuletzt ziemlich aufregend und gut", sagt der Doppelweltmeister, "aber viel wichtiger als die Startposition wird sein, was wir am Renntag zustande bekommen." Denn aus langer Erfahrung weiß Alonso nur allzu gut: "Nichts ist vergleichbar mit den Emotionen, wenn du vor deinen Heimfans ein Rennen fahren kannst."

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