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Van der Garde bestätigt Sauber-Abfindung: "Bizarr, sinnlos"

Der Niederländer zeigt sich in einer Stellungnahme "traurig": Seine Formel-1-Karriere sei vorbei und Teamchefin Kaltenborn ihm ein schieres Rätsel

(Motorsport-Total.com) - Giedo van der Garde ist nach einer Einigung im Rechtsstreit mit Sauber um 15 Millionen Euro reicher, aber trotzdem kein glücklicher Rennfahrer. Das geht aus einem Statement hervor, dass der Niederländer am Mittwoch auf seiner Facebook-Präsenz veröffentlichte und damit kursierende Informationen über eine finanzielle Lösung der Cockpit-Posse bestätigte. "Wir haben uns auf eine Beilegung geeinigt", so van der Garde. "Mein Pilotenvertrag mit dem Team wurde einvernehmlich aufgelöst."

Giedo van der Garde

Giedo van der Garde kann den Sauber-Overall jetzt einmotten Zoom

Der 27-Jährige, für dessen weitere Formel-1-Laufbahn es nun düster aussieht, ist alles andere als froh über den Ausgang seines Kampfes um den Drive: "Als leidenschaftlicher Rennfahrer bin ich traurig und sehr enttäuscht. Ich habe meine ganze Karriere über hart gearbeitet - seit ich mit acht Jahren zum ersten Mal Kart gefahren bin. Alles, damit ich den Traum des Daseins als Formel-1-Pilot leben kann." Er hätte gehofft, seine Fähigkeiten 2015 bei einem soliden Mittelfeldteam unter Beweis stellen können.

Van der Garde ist klar, dass Sauber seine letzte Chance war. Zwar verfügt er dank Schwiegervater Marcel Boekhoorn über Budget, doch die Konkurrenz ist groß, die Cockpits rar und die Justiz-Posse von Melbourne alles andere als ein Türöffner: "Der Traum ist vorüber und ich weiß, dass es mit einer Zukunft in der Formel 1 wahrscheinlich aus ist." Der frühere Caterham-Mann betont, einen gültigen Vertrag besessen und bereits seit 2014 unter großen Anstrengungen um sein Recht gekämpft zu haben.

Van der Garde wird "unerbittliche Teamchefin nie verstehen"

Deshalb will er sich Kritik an seiner Person nicht gefallen lassen: "Ich war nie spät dran, es wurde nur erst in der vergangenen Woche bekannt, als wir versucht haben, das Team dazu zu zwingen, die Beschlüsse mehrerer Behörden und Gerichte zu akzeptieren", lässt van der Garde wissen und wundert sich über Monisha Kaltenborn. "Die Teamchefin war ungeachtet meiner Rechte unerbittlich darin, mich nicht fahren zu lassen. Trotz Gerichtsbeschlüssen, trotz meiner Fähigkeiten. Das werde ich niemals verstehen." Trotzdem lenkte er in Australien kurzzeitig ein.


Fotos: Sauber, Großer Preis von Australien


Van der Garde begründet sein Handeln damit, dass er weder dem Grand-Prix-Zirkus noch den designierten Stammfahrern Felipe Nasr sowie Marcus Ericsson hätte schaden wollen. Er ist davon überzeugt, dass die Boliden beschlagnahmt und die Teamverantwortlichen in Haft genommen worden wären, hätte er es darauf ankommen lassen. Schon 2014 hätten seine Sponsoren dem Team das Überleben gesichert, als Geld "nur in guter Absicht" geflossen sei, um den Zahlungsproblemen in Hinwil entgegenzuwirken.

Führt der Fall zu neuen Regeln und neuer Ethik?

Positives hat er über seine Zeit bei Sauber nicht zu berichten und wundert sich, dass man ihn mit 15 Millionen Euro in den Ruhestand schickt: "Die Entscheidungen in finanzieller Hinsicht sind bizarr und sinnlos. Ich darf keine Details ausrollen, aber Sauber hat eine bemerkenswerte Abfindung gezahlt, um aus meinem Vertrag herauszukommen." Woher das Geld plötzlich kommt, ist fraglich. Schließlich brauchte das Team einen Vorschuss Bernie Ecclestones und kann angeblich Reifen und Hotelzimmer nicht zahlen.

"Es sollten Werte und Ethik anderer Branchen gelten." Giedo van der Garde

"Hoffentlich bringt mein Fall etwas in Gang, was zu neuen Standards und neuen Regeln führt, um die Rechte der Fahrer durchzusetzen. Werte und Ethik anderer Branchen sollten auch für die Formel 1 gelten. Es gibt so viele Beispiele talentierter Fahrern mit guten Absichten, aber ohne die Profis im Hintergrund, die ich habe, die von der Formel 1 gebrochen wurden. Ihre Karrieren wurden zerstört", meint van der Garde. Seine Zukunft sieht er in anderen Serien und spricht von der Langstrecken-WM (WEC) mit einem LMP1-Einsatz bei den 24 Stunden von Le Mans. Auch auf die DTM habe er ein Auge geworfen.

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