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Toro-Rosso-Teamchef: So funktioniert das "Synergieprojekt" mit Red Bull 2019

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost erklärt, welche Synergien bei Toro Rosso und Red Bull in der Saison 2019 genutzt werden sollen - Honda ein wichtiges Argument

(Motorsport-Total.com) - Das Toro-Rosso-Team hat sich 2019 neu aufgestellt. Teamchef Franz Tost erklärt, wie das Schwesterteam von Red Bull in der kommenden Saison von den Synergien profitieren soll. Mit dem Weggang von Technikchef James Key ist der Weg frei für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Milton Keynes und Faenza. "In diesem Winter haben wir intensiv daran gearbeitet, ein paar organisatorische Änderungen einzuführen", bestätigt der österreichische Teamchef am Rande der Präsentation des STR14.

Brendon Hartley, Max Verstappen

Red Bull und Toro Rosso sollen 2019 noch enger zusammenarbeiten Zoom

Mit der Umstrukturierung des Teams wollte man Probleme lösen und Reibungsflächen minimieren, die in der Vergangenheit aufgetreten sind. "Wir haben alle internen Abläufe analysiert, um unsere Stärken zu optimieren und die Schwächen zu minimieren. Verglichen mit anderen Teams zählt Toro Rosso auf eine kleinere Mannschaft." Die Synergien mit Red Bull helfen allerdings bei der Weiterentwicklung, zumindest alle nicht-gelisteten Teile im Reglement darf Toro Rosso von Red Bull beziehen. Durch Red Bulls Umstieg auf Honda-Motoren hat sich eine noch engere Zusammenarbeit bereits angekündigt.

Diese wollte Ex-Technikchef James Key nicht mittragen, wie Helmut Marko 'Motorsport-Total.com' exklusiv verraten hat. "Es gab den Auftrag von Mateschitz, Synergien zu schaffen. Es kann nicht sein, dass wir in Faenza fast die gleiche Technikmannschaft haben wie in Milton Keynes, was die Anzahl der Personen betrifft", so der Steirer. Ein Faktor war dabei auch Key, der mit dieser Zusammenführung nicht glücklich war. Der Techniker wird nun für McLaren arbeiten.

Engere Zusammenarbeit nur bis 2010

Bei Toro Rosso erhofft man sich durch die engere Zusammenarbeit - man wird den Posten des Cheftechnikers daher auch nicht nachbesetzen - einen Aufschwung. "Das wird unseren technischen Arbeitsgruppen mehr Zeit einräumen, um sich auf die Details zu fokussieren. Schließlich macht der Fokus auf die Details den Unterschied aus, das wird sich wiederum auf die Leistung auswirken", lautet Tosts Rechnung.


Fotostrecke: Präsentation Toro Rosso STR14: Die besten Fotos

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz habe Toro Rosso schließlich mit dem Hintergedanken gekauft, dass man dort die Nachwuchstalente ausbildet und das Technologiezentrum von Red Bull beide Teams mit Expertise und Teilen ausstattet. "Dieser Philosophie sind wir bis 2010 gefolgt, als die anderen Mitbewerber für eine Regeländerung gestimmt haben. Das bedeutete das Ende dieses Projekts. Diese Entscheidung hatte zur Folge, dass Toro Rosso gezwungen war, eine eigene Infrastruktur aufzubauen, um ein Herstellerteam zu werden, das alle Teile im Haus designt."

Dadurch wuchs die Mannschaft von 100 auf über 400 Mitarbeiter an. "Das Synergieprojekt wird uns erlauben, einen Schritt bei der Performance zu machen, ohne die Anzahl der Mitarbeiter zu erhöhen. Wir werden Teile zukaufen und haben dadurch mehr Hände und Köpfe frei, um alle anderen zu designen und zu produzieren." Konkret bedeutet das, dass Toro Rosso das Getriebe und die hintere Radaufhängung von Red Bull beziehen wird, das war bislang nicht der Fall.

Heck und Getriebe des Red Bull RB14

"Nichts hat sich am Designprozess geändert", erklärt der stellvertretende Technikchef Jody Egginton. "Wir können nur mit etwas weniger Variablen operieren." Das könne wiederum die Möglichkeit eröffnen, den Fokus auf andere Bereiche des Konzepts zu legen. "In unserem Fall hat uns das ermöglicht, unseren Fokus mehr auf die Chassisstruktur, den Verbau der Bremsschächte und die Vorderradaufhängung zu legen." Auch der Einbau des Kühl- und Benzinsystems ins Chassis stand auf seiner Liste.

Das Chassis an sich sei ein Toro-Rosso-Design, betont der Cheftechniker mit Nachdruck. Das sei geistiges Eigentum des Teams, wie auch die Vorderradaufhängung, das Kühlsystem, der Einbau des Antriebs und der Lenksäule. Nur das Heck sei von Red Bull geliefert worden.


Präsentation Toro Rosso STR14

Mit dem STR14 geht Toro Rosso in der Formel-1-Saison 2019 an den Start Weitere Formel-1-Videos

Bereits im Dezember wurden Teile des RB14, vom Red Bull des Vorjahres, nach Italien geliefert. "Die Komponenten für den Antrieb werden dieselbe Spezifikation sein wie für Red Bull, die innerhalb des Reglements liegen. Die meisten anderen Teile, die wir von Red Bull Technology bekommen, werden die 2018er-Spec sein", bestätigt Tost. "Als kleines Team konnte Toro Rosso dem schnellen Entwicklungstempo und Produktionsprozess der großen Teams nicht folgen", muss er gestehen.

Der STR14, der am Montag präsentiert wurde, soll ein Schritt vorwärts sein. "Wir haben sehr gutes technisches Personal, das das Design im Haus leitet." Außerdem soll die Zuverlässigkeit der Teile aus dem Vorjahr Toro Rosso in eine vorteilhafte Situation bringen. Der Faktor Honda spielt ebenso eine große Rolle. 2019 wird man nicht mehr das einzige Kundenteam sein. "Das war eine tolle Entscheidung im Vorjahr, zu Honda zu wechseln."

Die Zusammenarbeit habe laut Tost bislang "fabelhaft" funktioniert. "Wenn man sich in der Formel 1 etwas nicht kaufen kann, dann Zeit. Den Schritt vorwärts, den wir in nur einem Jahr gemacht haben, zeigt den enormen Einsatz, den sie in unser Projekt stecken." Egginton ergänzt: "Wir waren von der Entwicklungsrate in der zweiten Saisonhälfte sehr beeindruckt. Nun wird Red Bull eine wesentliche Rolle in der Entwicklung der Antriebseinheit spielen." Und davon profitiert schlussendlich auch Toro Rosso.

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