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Todt über Schumacher: "Jerez hat uns zusammengeschweißt"

Als Michael Schumacher nach dem Saisonende 1997 einen Tiefpunkt in seiner Karriere durchlebt, steht ihm sein damaliger Ferrari-Teamchef Jean Todt zur Seite

(Motorsport-Total.com) - Der Große Preis von Europa 1997 gilt als negativer Höhepunkt in der Formel-1-Karriere von Michael Schumacher. Beim Saisonfinale in Jerez kollidierte der spätere Rekordchampion im Kampf um die Weltmeisterschaft mit seinem Konkurrenten Jacques Villeneuve. Während "Schumi" ausschied, konnte der Kanadier weiterfahren und sich mit einem dritten Platz seinen ersten und einzigen WM-Titel sichern. Für Schumacher kam es anschließend sogar noch schlimmer.

Der Automobil-Weltverband (FIA) wertete die Aktion des Deutschen als absichtlichen Versuch, Villeneuve aus dem Rennen zu nehmen. Hätte der Kanadier die Zielflagge nicht gesehen, wäre der WM-Titel an Schumacher gegangen. Um ein Exempel zu statuieren, schloss die FIA den damaligen Ferrari-Piloten aus der WM-Wertung der Saison 1997 aus. Damit sollten ähnliche Vorfälle in Zukunft vermieden werden.

Schumacher, damals erst in seinem zweiten Jahr bei Ferrari, verpasste in Jerez die große Chance, der Scuderia den ersten WM-Titel seit Jody Scheckter 1979 zu bescheren. Zu einem Bruch zwischen "Schumi" und dem Team führte der Vorfall allerdings nicht - im Gegenteil. "Wir schätzen uns so sehr, weil wir gemeinsam eine unglaubliche Geschichte geschrieben haben", berichtet Schumachers damaliger Teamchef Jean Todt im Gespräch mit 'Auto Bild motorsport'.


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"Und weil wir in schweren Zeiten immer zusammengehalten haben. Dazu gehörte auch dieser dumme Unfall mit Jacques Villeneuve in Jerez 1997. Da hat er einen Fehler gemacht. Aber ich habe ihn weiter unterstützt und geschützt. Michael mag damals kein besonders großer Redner gewesen sein, aber ein tiefsinniger Mensch. Und dieses Erlebnis hat ihn mit dem Team und mit mir als Teamchef zusammengeschweißt", so Todt.

Schumacher, der sich in seiner Karriere unter anderem durch die Aktion in Jerez den Spitznamen "Schummel-Schumi" einhandelte, musste nach dem Saisonfinale 1997 weltweit Kritik einstecken. Bis heute stellt der Vorfall in Jerez einen schwarzen Fleck auf Schumachers Rekordkarriere dar. Todt, der den Deutschen auch heute noch als guten Freund bezeichnet, hielt jedoch immer zu seinem damaligen Starpiloten.

¿pbbt|1|400|2016-03-06||Jean Todt||Todtpb¿Der Zusammenhalt zahlte sich aus, denn drei Jahre später erlebte Todt seinen schönsten Moment in der gemeinsamen Ferrari-Zeit mit Schumacher. "Suzuka 2000. Der erste WM-Titel. Wir waren durch so viele harte Zeiten gegangen und haben uns gefragt, ob wir es überhaupt jemals schaffen den Titel zu holen. Als es dann soweit war, wusste ich, dass das Gefühl nicht besser werden kann", berichtet der heutige FIA-Präsident.

"Wir hatten den Höhepunkt erreicht - obwohl noch so viele Titel vor uns lagen. Jetzt hat Vettel vier Titel, Hamilton drei. Michael hat so viele wie beide zusammen. Das zeigt, wie großartig seine Leistung war", so Todt. Nachdem Schumacher, der 1996 zu Ferrari wechselte, dem Titel zunächst vier Jahre lang vergeblich hinterherjagte, gewann er die Weltmeisterschaft mit der Scuderia zwischen 2000 und 2004 fünfmal in Folge.

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