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Tankpanne bei Red Bull: Hat ein Teamfehler die Pole gekostet?

Eine Panne beim Tanken hat den Plan von Red Bull in Q3 von Baku zunichte gemacht: Sergio Perez konnte Max Verstappen keinen Windschatten geben

(Motorsport-Total.com) - Ein Missverständnis hat Red Bull um eine bessere Chance auf die Poleposition beim Formel-1-Rennen in Baku (live im Ticker verfolgen) gebracht. Sergio Perez und Max Verstappen mussten sich im Qualifying in Aserbaidschan mit den Plätzen zwei und drei hinter Ferrari-Pilot Charles Leclerc begnügen und konnten dabei ihren eigentlichen Plan in Q3 nicht durchziehen.

Max Verstappen und Sergio Perez (Red Bull RB18) beim Qualifying zum Formel-1-Rennen in Baku 2022

Das Windschatten-Spiel bei Red Bull hat nicht geklappt Zoom

Normalerweise hätte Perez turnusmäßig vor Verstappen auf die Strecke gehen sollen, um den Niederländer zu ziehen und ihm Windschatten zu geben. Doch nach einem Missverständnis fuhr Perez erst deutlich später wieder auf die Strecke. Dadurch war der Mexikaner ganz alleine auf der Piste und konnte auch Teamkollege Verstappen nicht helfen.

Das war auch Verstappen aufgefallen, der sein Team fragte, warum er keinen Zug von "Checo" bekam. "Sie haben gesagt, dass es da ein kleines Problem gab, das sie lösen mussten. Darum hat es etwas länger gedauert, bis Checo aus der Box kam", meint der Niederländer.

"Wir hatten einfach ein Problem mit dem Motor und konnten ihn nicht anbekommen", verrät Perez nach der Qualifikation. "Ich war dann im Grunde auf mich alleine gestellt, und das kostet hier eine Menge." Den genauen Grund konnte er zu dem Zeitpunkt aber noch nicht sagen: "Ich muss erst mit meinen Jungs sprechen."

Motor vor dem Tanken angelassen

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko leistet jedoch bei 'ServusTV' Aufklärung: "Perez hat das Auto angestartet und es war noch nicht getankt. Dadurch hat er wieder abstellen müssen", verrät der Österreicher. Denn: Während des Tankvorgangs darf der Motor nicht laufen. "Dann hat das verzögert und er ist nicht so wie geplant vor Max hinausgekommen."

Stattdessen hing Verstappen in der Folge hinter den beiden Mercedes, während Perez selbst kein anderes Auto vor sich hatte, an das er sich im letzten Sektor ansaugen konnte. "Das ist hier ziemlich kostspielig", weiß Perez. "Weil ich keinen Zug von den Autos vor mir hatte, konnte ich sehen, wie ich beim Delta Zeit auf allen Geraden verloren habe."


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Verstappen konnte mit 24,883 Sekunden trotzdem einen absolut schnellsten letzten Sektor hinlegen, Perez mit 25,002 Sekunden aber nicht. Der Mexikaner war im ersten Q3-Versuch in 24,939 Sekunden allerdings nicht einmal eine Zehntelsekunde schneller - somit kann man davon ausgehen, dass es auch mit optimaler Umsetzung für keinen von beiden für die Pole gereicht hätte.

Denn Leclerc war knapp drei Zehntelsekunden schneller als sein ärgster Verfolger. Auch Perez muss zugeben: "Ich denke nicht, dass die Pole heute realistisch war, aber wir hätten näher dran sein können." Trotzdem sei man von Platz zwei aus in einer guten Position.

Marko: "Im Renntrimm sind wir stark"

Das sieht auch Marko so: Von den Sektorenzeiten her sei die Pole drin gewesen, behauptet er. "Aber das macht ja nichts, im Renntrimm sind wir stark und die Plätze zwei und drei das passt schon, solange die zwei Ferrari gesplittet sind."


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Für Perez ist es nach dem Sieg in Monaco und der Vertragsverlängerung bis 2024 der nächste Erfolg. Bereits zum dritten Mal hat er Verstappen in dieser Saison im Qualifying schlagen können (zu den Qualifying-Duellen 2022). Dafür gibt es Lob von Marko: "Er ist seit einem halben Jahr äußerst stark und wird von Rennen zu Rennen besser", sagt dieser bei 'Sky'.

"Er macht keine Fehler und vor allem auf Stadtkursen ist er überhaupt sehr, sehr gut", so Marko weiter. "Er ist on fire, unser Mexikaner."

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