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  • 11.06.2022 · 20:09

  • von Stefan Ehlen, Co-Autor: Adam Cooper

McLaren aufgehalten? Sportkommissare sprechen Hamilton frei

Warum die Sportkommissare Lewis Hamilton nach dem Qualifying vom Vorwurf des Aufhaltens freigesprochen haben und wie Hamilton selbst die Situation sieht

(Motorsport-Total.com) - Hat Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton im Formel-1-Qualifying in Baku die beiden McLaren von Lando Norris und Daniel Ricciardo aufgehalten? Mit dieser Frage befassten sich die Sportkommissare des Automobil-Weltverbands (FIA). Und sie kamen zu dem Ergebnis: Nein, Hamilton hat nichts falsch gemacht. Der siebenmalige Weltmeister wurde folgerichtig freigesprochen.

Lewis Hamilton im Mercedes W13 vor Daniel Ricciardo im McLaren MCL36 in Baku

Lewis Hamilton im Mercedes W13 vor Daniel Ricciardo im McLaren MCL36 in Baku Zoom

Doch was war passiert? Um 16:59 Uhr hatte Hamilton in Q2 eine weitere Aufwärmrunde begonnen. Er erkundigte sich per Funk: "Ist jemand hinter mir?" Sein Renningenieur Peter Bonnington bejahte: "Norris auf einer Aufwärmrunde und Ricciardo."

Kurz darauf nahm Hamilton deutlich Tempo raus, verließ die Ideallinie und begab sich auf die linke Streckenseite. Und für einige Sekunden fuhr Hamilton sehr langsam, sodass Bonnington sich erneut per Funk meldete: "Denk an das Delta, komm schon, mach nicht langsam!" Dann beschleunigte Hamilton auch schon und bereitete sich auf seine fliegende Runde vor.

Was Hamilton vorgeworfen wurde

Direkt hinter Hamilton aber hatten schon Norris und Ricciardo aufgeschlossen. Und weil die McLaren-Fahrer nicht am Mercedes vorbeigingen, entstand der Eindruck, sie könnten von Hamilton aufgehalten worden sein.

So lautete auch der Vorwurf bei der Untersuchung durch die Sportkommissare: Hamilton habe womöglich gegen Artikel 33.4 des Sportlichen Reglements verstoßen. Und in diesem Artikel heißt es: "Ein Auto darf niemals unnötig langsam, fehlerhaft oder auf eine für andere potenziell gefährliche Art und Weise gefahren werden."


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Hamilton war sich aber keiner Schuld bewusst, sondern erklärte bereits unmittelbar nach dem Qualifying bei 'Sky': "Ich mache mir da eigentlich keine Sorgen. Erst einmal: Ich befand mich abseits der Linie. Außerdem musst du innerhalb einer Richtzeit bleiben. Die habe ich eingehalten. Ich bin also nicht langsamer [als erlaubt] gefahren."

Hamilton räumt ein: Er hat bewusst verzögert

Er räumt allerdings ein, bewusst verzögert zu haben. "Ich war auf einen Windschatten aus, weil wir so langsam sind auf den Geraden, unter den Langsamsten", erklärt Hamilton und fügt hinzu: "Die Leute hinter mir aber wollten nicht vorbeigehen. Dann habe ich angezogen und bin meine Runde gefahren."

So interpretieren das auch die Sportkommissare. In ihrem Untersuchungsbericht ist zu lesen: "[Hamilton] war zwar langsam, aber er hat die Richtzeit eingehalten. Er ist auch nach links von der Linie weggefahren und hat das auf einer Geraden getan, wo die Sicht kein Problem dargestellt hat. Es gab zu keinem Zeitpunkt eine potenzielle Gefahr." Ergo der Freispruch.

Eben diesen hatte Hamilton schon vorhergesehen: "Wenn ich über der Delta-Zeit geblieben wäre, dann könnte ich es ja verstehen, aber so. Ich sehe da kein Problem."

Auch Norris freigesprochen

Einen Freispruch durch die Sportkommissare gab es auch für Norris, der im Verdacht gestanden hatte, Ricciardo hinter sich aufgehalten zu haben. Hier halten die Sportkommissare fest: "[Ricciardo] hatte genug Platz, um [Norris] zu überholen, wenn er gewollt hätte." Und: "Alle drei Autos befanden sich auf Aufwärmrunden."


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Die ganze Sache hat Hamilton allerdings an Barcelona erinnert, wie er sagt. "Da gab es Autos, die die Delta-Zeit einfach komplett ignoriert haben. Die sind lächerlich langsam gefahren. Ich glaube, einer oder zwei sind dafür bestraft worden, mit einer Verwarnung oder so. Aber die sind unheimlich langsamer gefahren."

"Damit", meint Hamilton, "haben sie sicher fünf Grad bei der Reifentemperatur gewonnen. Deshalb waren sie [auf der schnellen Runde danach] so schnell. Ich erinnere mich noch: Als sie so geschlichen sind, da bin ich an ihnen vorbei. Aber egal: Heute war ich innerhalb der Delta-Zeit, ich befand mich neben der Linie und es war nicht gefährlich."

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