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Surer schlägt Andretti vor: War's das mit Porsche und der Formel 1?

Porsche hatte neben Red Bull keinen Plan B für einen Formel-1-Einstieg, doch Marc Surer findet, dass die Marke ihre Möglichkeiten mit Andretti ausloten sollte

(Motorsport-Total.com) - Michael Andretti und Porsche-CEO Oliver Blume haben eins gemeinsam: Beide wollen in die Formel 1 einsteigen, haben bisher aber noch keinen Partner dafür gefunden. Während Andretti mit seinem 350-Millionen-Angebot bei Sauber-Eigentümer Finn Rausing abgeblitzt ist, schien Porsche schon auf den letzten Metern des Verhandlungsmarathons mit Red Bull zu sein, ehe der Deal doch noch platzte.

Marc Surer

Marc Surer findet, dass Porsche mal bei Michael Andretti anrufen sollte Zoom

Helmut Marko war derjenige, der am Sonntag in Zandvoort - für viele überraschend - die Katze aus dem Sack ließ und Porsche endgültig eine Absage erteilte. Bereits am Freitag hatte, so besagen es Informationen von 'Motorsport-Total.com', Red-Bull-CEO Dietrich Mateschitz mit Blume telefoniert und ihn darüber informiert, dass Red Bull jetzt doch nicht mehr will.

Während man bei Red Bull der Zukunft gelassen entgegenblickt (Marko zu 'Sky')

"Grundsätzlich wäre das super, wenn eine Marke wie Porsche, mit all der Historie, in die Formel 1 einsteigen würde", sagt er. Doch Seidl spielt den Ball zurück: "Ich glaube, man muss Porsche fragen, was dort jetzt die nächsten Überlegungen oder die nächsten Schritte sind."

McLaren, daran hat sich zuletzt schon Audi die Zähne ausgebissen, steht derzeit nicht zum Verkauf, hört man aus dem Team. Die Formel 1 ist anno 2022 ein boomendes Geschäft, und die Teams schreiben keine Verluste mehr, sondern verdienen sich eine goldene Nase. Wieso sollte man verkaufen, wenn man die nächsten zehn Jahre hunderte Millionen einnehmen kann?

Trotzdem würde Seidl das Telefon abnehmen, sollte einer seiner alten Porsche-Kollegen anrufen: "Grundsätzlich ist es für uns so, dass wir natürlich immer offen sind für solche Gespräche", sagt er. "Gleichzeitig sind wir aber auch absolut zufrieden mit unserer Partnerschaft, die wir mit Mercedes haben, die auf viele Jahre angelegt ist. Das ist unser Hauptfokus."

Porsche: Ist Mitreden einfach nicht drin in der Formel 1?

Branchenkenner glauben: Angesichts der starken wirtschaftlichen Position, in der sich die Teams derzeit befinden, muss Porsche vom hohen Ross runterkommen, nur als Anteilseigner "auf Augenhöhe", wie es in der offiziellen Sprachregelung heißt, einsteigen zu wollen. "Ich denke, daran könnte es gescheitert sein", vermutet etwa Marc Surer.

"Wenn Porsche so viel Geld ausgibt, dann wollen sie auch mitreden können und nicht nur Motorenlieferant oder Namensgeber sein", sagt der Formel-1-Experte in einem Interview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de (Kanal jetzt kostenlos abonnieren und kein neues Video mehr verpassen!). "Vielleicht müssen sie jetzt über die Bücher gehen und sagen: Was wollen wir eigentlich?"


Red-Bull-Porsche: Woran der Deal gescheitert ist

Porsche und Red Bull hatten die Pressemitteilung bereits in der Schublade. Was ist passiert, dass der Deal auf den letzten Metern doch geplatzt ist? Weitere Formel-1-Videos

Der Aufbau eines eigenen Werksteam, so, wie man es für Le Mans gemacht hat, wäre laut Surer "sehr ambitioniert". Sollte Porsche darauf bestehen, bei einem Team auch Kontrolle auszuüben, "würde sich zum Beispiel Andretti anbieten. Die fangen bei null an, und Porsche würde auch bei null anfangen, weil sie dann einen eigenen Motor bauen müssten. Das wäre eine Möglichkeit."

Denn: Alle Porsche-Planungen waren bisher darauf ausgerichtet, womöglich einzelne Teilbereiche wie die Batteriezellenentwicklung in Deutschland selbst zu übernehmen, ansonsten aber durch die 50 Prozent Beteiligung bei Red Bull Powertrains in Milton Keynes mitzureden statt selbst eine Motorenfabrik aufzubauen.

Audi-Motor mit Porsche-Sticker?

Und dann gibt es, so Surer, noch die Variante, einfach jene Powerunit zu nehmen, die Audi in Deutschland bauen wird, und einen Porsche-Sticker draufzukleben. Zwei Volkswagen-Marken mit derselben technischen Plattform, das war am Beginn ohnehin die Idee im Konzern. "Aber ich glaube, dafür ist es jetzt zu spät", befürchtet Surer.

Dazu muss man wissen: Audi und Porsche stecken zwar gemeinsam unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns - doch konzernintern geht es in Wolfsburg hochpolitisch zu. Spätestens seit dem Kampf um den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans herrscht zwischen Audi und Porsche ein intensives Konkurrenzverhältnis.

Daher glaubt Surer: "Die einzige Variante, weil die schon angefangen haben, wäre Andretti. Mit denen könnte man das Ganze miteinander aufbauen." Sowohl Chassis als auch Motor bei Porsche selbst zu bauen, "wäre ein Risiko", weiß der Schweizer, betont aber gleichzeitig: "Auf der anderen Seite wäre es dann wirklich ein Porsche."

Um Red Bull macht er sich keine Sorgen. "Die haben sicher einen Fallschirm. Ich könnte mir vorstellen, dass es Honda ist", vermutet er. Ein Partner, den man kennt - und der sich nicht in Teamentscheidungen einmischt. Marko sagt im Nachhinein über Porsche: "Dieses Konzerngeschehen sind wir nicht gewohnt und hätte die Wettbewerbsfähigkeit des Teams drastisch herabgesetzt."

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