powered by Motorsport.com

Surer: Räikkönen zu Ferrari "hat schon Brisanz"

Die Gerüchteküche spielt verrückt und sieht Kimi Räikkönen fix bei Ferrari, was laut Experte Marc Surer keine unproblematische Konstellation wäre

(Motorsport-Total.com/Sky) - Immer mehr verdichten sich die Signale, dass Kimi Räikkönen 2014 zu Ferrari zurückkehren wird, auch wenn Ferrari erst gestern angekündigt hat, dass man die Fahrerfrage frühestens nächste Woche klären werde. Doch Medienberichten zufolge sollen sich der Ferrari-Champion von 2007 und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bereits am Mittwoch geeinigt haben.

Kimi Räikkönen

Kimi Räikkönen hat sich angeblich schon am Mittwoch mit Ferrari geeinigt Zoom

Sollte es tatsächlich so weit kommen, wäre das ein echter Sensationstransfer: "Als Alonso ins Team wollte", erinnert sich Formel-1-Experte Marc Surer, "hatte Räikkönen noch einen Vertrag, und sein Sponsor Santander hat Ferrari offensichtlich die Millionen gegeben, um Kimi aus dem Vertrag auszuzahlen. Jetzt muss man sich vorstellen, dass ihn diese Leute wieder zurückholen! Das hat schon Brisanz."

Gerade wegen Santander galt es lange Zeit als undenkbar, dass Ferrari neben Alonso einen zweiten Superstar verpflichten würde, denn die spanische Bank investiert pro Jahr geschätzte 30 Millionen Euro ins Team - mit dem einzigen Ziel, den eigenen Schützling auf Ferrari zum Weltmeister zu machen. Eine bequeme Nummer zwei wie Felipe Massa passt in dieses Konzept wesentlich besser als Räikkönen, der sich wohl kaum unterordnen würde.

"Alonso wäre nicht mehr der einzige Star im Team", sagt Surer. "Derzeit dreht sich alles um ihn - sogar den Testfahrer de la Rosa hat er ausgesucht. Es ist sein Team und er bestimmt alles - so, wie das früher mit Michael Schumacher war. Noch mehr als ein Michael Schumacher braucht Alonso das: Es ist sein Team und er bestimmt praktisch, was da passiert. Wenn jetzt ein Fahrer kommt, den er sich nicht gewünscht hat..."

Marc Surer

Experte Marc Surer erinnert an 2009, als Ferrari Kimi Räikkönen rausgeschmissen hat Zoom

Aber zwischen Alonso und Ferrari gab es in den vergangenen Wochen vermehrt Spannungen. Als gestern das Windschatten-Spielchen mit Teamkollege Massa nicht funktionierte, sonderte Alonso zuerst einen erzürnten Funkspruch in italienischer Sprache ab, den er später relativierte. Möglicherweise wusste er da schon, dass er 2014 einen Teamkollegen haben wird, den er sich nicht gewünscht hat.

Für den Titelkampf 2013 spielt das aber laut Surer "keine Rolle", denn: "Er ist derzeit noch alleine da, es ist sein Team und er hat den Helfer Massa. Der musste ihm gestern Windschatten geben, auch wenn's nicht so richtig geklappt hat. Aber immerhin, der brave Soldat. Somit hat er dieses Jahr teamintern nichts zu befürchten. Schwächen sollte ihn das nicht, sondern er sollte jetzt erst recht noch zeigen, was er kann."