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  • 19.10.2006 12:15

Sündenregister: Schumacher und die FIA

Holzplatten, schwarze Flaggen, Windabweiser und eine Straßensperre: Michael Schumacher war Stammgast am Grünen Tisch der FIA...

(Motorsport-Total.com/sid) - Holzplatten, schwarze Flaggen, Windabweiser und eine Straßensperre: Michael Schumacher war Stammgast am Grünen Tisch der Sportkommissare des Automobilweltverbandes FIA. Kein anderer Formel-1-Fahrer stand wegen umstrittener Aktionen so oft am Pranger wie der siebenfache Weltmeister.

Schumacher und Villeneuve

Die Kollision von Jerez 1997 kostete Michael Schumacher viel Ansehen Zoom

26. Juli 1994: Schumacher werden vom FIA-Sportgericht nachträglich der zweite Platz sowie die sechs gewonnenen WM-Punkte beim Großbritannien-Grand-Prix in Silverstone aberkannt. Außerdem wird der Benetton-Pilot in der FIA-Berufungsverhandlung in Paris für zwei Rennen gesperrt. Er hatte am 10. Juli in der Einführungsrunde den Williams des Briten Damon Hill überholt (damals laut Reglement verboten) und kam danach der Aufforderung der Rennleitung, dafür eine Zeitstrafe an der Box abzusitzen, nicht nach. Anschließend ignorierte Schumacher mehrfach die schwarze Flagge.#w1#

28. August 1994: Schumachers Sieg beim Grand Prix von Belgien wird wenige Stunden nach dem Rennen annulliert. Die Holzplatte am Unterboden seines Benetton wies um Millimeter nicht die vorgeschriebene Mindeststärke auf.

14. November 1994: Schumacher beschädigt nach einem Ausrutscher im WM-Finale in Adelaide seinen Benetton. Kurz darauf lässt er eine überraschend große Lücke und lädt so seinen Rivalen Hill zu einem Überholversuch ein. Der fällt auf den Trick herein, sein Gegner macht die Tür zu, beide Autos kollidieren. Schumacher scheidet sofort aus, Hill muss den Williams kurz darauf mit defekter Radaufhängung in der Box abstellen - "Schumi" ist dadurch erstmals Weltmeister.

Michael Schumacher

1994 haftete Michael Schumacher das Image des "Schummel-Schumi" an Zoom

26. März 1995: Bei Benzinproben an Schumachers Benetton und David Coulthards Williams werden beim Grand Prix von Brasilien Abweichungen zum vorliegenden chemischen Muster festgestellt. Schumacher bleibt dennoch Sieger und Coulthard Zweiter. Ihren Teams werden jedoch die Punkte für die Konstrukteurs-WM abgenommen.

26. Oktober 1997: Schumacher scheidet nach einem Rammstoß gegen Jacques Villeneuve beim Grand Prix von Europa in Jerez aus, der Kanadier kann weiterfahren, wird Dritter und damit Weltmeister. Schumacher werden später von der FIA alle WM-Punkte des Jahres sowie der Vizeweltmeistertitel aberkannt.

12. Juli 1998: Schumacher gewinnt den Grand Prix von Großbritannien in Silverstone in der Boxengasse, wo er in der letzten Runde eine Zeitstrafe wegen Überholens unter gelber Flagge absitzt. Nachdem die Rennkommissare die Strafe noch am Renntag wegen eines Formfehlers zurückgenommen hatten, wies das FIA-Berufungsgericht am 28. Juli einen McLaren-Protest gegen Schumachers Sieg endgültig ab.

17. Oktober 1999: Schumacher und Eddie Irvine werden beim Grand Prix von Malaysia nach einem Ferrari-Doppelsieg nachträglich disqualifiziert. Begründung: Ihre beiden Autos entsprechen nicht dem technischen FIA-Regelwerk. Die seitlichen Windabweiser der beiden Ferraris stehen mehr als die vorgeschriebenen zehn Millimeter nach außen ab. In der Berufungsverhandlung am 22./23. Oktober in Paris wird die Disqualifikation aufgehoben, weil beim Nachmessen in Paris der Windabweiser innerhalb der Toleranzgrenzen lag. Zudem wurden die Messmethoden der Technischen Delegierten beanstandet.

Schumacher und Barrichello

Eine der schwärzesten Stunden: Stallorder beim Grand Prix von Österreich 2002 Zoom

26. März 2000: Nach dem Grand Prix von Brasilien in São Paulo droht fünf der sechs Erstplatzierten, darunter Sieger Schumacher, die nachträgliche Disqualifikation, weil die Bodenplatten zu stark abgehobelt waren. Aus der Wertung genommen wird letztendlich aber nur der zweitplatzierte Coulthard. Schumacher behält seinen Sieg, Coulthards Ausschluss wird später vom FIA-Berufungsgericht bestätigt.

12. Mai 2002: Rubens Barrichello überlässt Schumacher in der letzten Runde in Spielberg auf Ferrari-Befehl den Sieg. Bei der FIA-Verhandlung am 26. Juni werden Schumacher und Ferrari wegen der Stallregie freigesprochen. Wegen Missachtung der Siegerzeremonie verhängt die FIA allerdings eine Geldstrafe von einer Million Dollar.

27. Mai 2006: Schumacher wird wegen eines umstrittenen Manövers im Qualifying zum Grand Prix von Monaco vom ersten auf den letzten Startplatz strafversetzt. Der Ferrari-Star hatte sein Auto in der letzten Runde laut FIA-Urteil absichtlich an der Leitplanke abgestellt und dadurch alle nachfolgenden Fahrer behindert.

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