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Steril und emotionslos: Trulli und Zanardi kritisieren Formel 1

Die Ex-Piloten Jarno Trulli und Alessandro Zanardi haben den Zustand der Formel 1 kritisiert und sehen vor allem die Technologie als großen Spannungskiller

(Motorsport-Total.com) - Fünf Jahre ist Jarno Trulli mittlerweile aus der Formel 1 raus, dennoch verfolgt der Italiener die Ereignisse der Königsklasse noch mit. Was er dort zu sehen bekommt, gefällt ihm allerdings nicht sonderlich. In Monza konnte sich der 42-Jährige ein eigenes Bild vom Zustand der Serie machen und fällt ein eindeutiges Fazit: "Es war ein wenig traurig. Ich fand es steril", sagt er gegenüber der italienischen Zeitung 'La Repubblica'.

Jarno Trulli

Jarno Trulli fuhr bis 2011 noch selbst in der Formel 1 Zoom

Das komme vor allem dadurch, dass die Fahrer in dem technologischen Sport immer weniger im Mittelpunkt stehen. "Abhilfe schafft, wenn man die Rolle des Fahrers wiederherstellt", sagt er und findet aus diesem Grund auch die MotoGP derzeit viel ansprechender. "Die Fahrer spielen dort eine aktivere Rolle." In der MotoGP haben in der Saison 2016 bereits acht verschiedene Fahrer gewinnen können, in der Formel 1 ist man derzeit auf einen Mercedes angewiesen, um Siege einzufahren.

Trulli, der in 15 Jahren 252 Grand-Prix-Starts anhäufen konnte (Jarno Trulli in unserer Datenbank), sieht vor allem die ständig wechselnden Regularien als großen Fehler an: "Das sorgt für zu viel Konfusion. Heute ertrinken wir in Regeln", unterstreicht er. Zwar sieht er die Formel 1 weiterhin als Juwel des Motorsports an, "aber die Krise ist für alle ersichtlich".

Unterstützt wird er in seiner Meinung von seinem Landsmann Alessandro Zanardi, der bis 1999 in der Königsklasse aktiv war und zuletzt als paralympischer Goldmedaillengewinner von sich reden machte. "Ich bin kein Fan der Turboära und dieser neuen Motorengeneration, die die Emotionen aus den Fahrern und Zuschauern nimmt", sagt er. "Wir benötigen Technologie, aber dürfen die Show damit nicht zerstören." Seit Beginn der Turboära 2014 wurden nur sieben von 53 Rennen nicht von Mercedes gewonnen.