• 05.02.2015 11:40

  • von Dieter Rencken & Dominik Sharaf

Stellt die Formel 1 heute die Weichen für Monstermotoren?

Seit Wochen ist von Antrieben mit 1.000 PS die Rede, jetzt könnte die Königsklasse die Grundlage für das neue Format ab der Saison 2016 oder 2017 schaffen

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 hat eine große Reglementnovelle in Sachen Antrieb kaum hinter sich gebracht, da kündigt sich schon die nächste Zäsur an. Wenn die Strategiegruppe am Donnerstag in Paris in zusammenkommt, werden die Mächtigen der Szene auch über den Vorschlag diskutieren, der Serie mit 1.000-PS-Motoren wieder zu mehr Prestige zu verhelfen. Zwar stoßen die Pläne auf viel positive Resonanz, jedoch ist ihre Umsetzung ein Drahtseilakt, weil der Kostendruck omnipräsent ist.

Titel-Bild zur News: Fans protestieren gegen den V6-Turbo

Fans protestieren gegen den V6-Turbo: Die neue Motorenformel hat wenig Fürsprecher Zoom

Nicht nur Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda hatte sich zuletzt für die Monstertriebwerke ausgesprochen, auch Williams-Technikchef Pat Symonds würden die brachialen PS-Monster gefallen. "Ich mag spektakuläre Autos, aber ich hätte auch gerne mehr Autos in der Startaufstellung und das ist im Moment der wichtigste Grund für Bedenken", erklärt das Urgestein. Hinzu kommt, dass die Idee dem aktuellen Endverbraucher-Trend hin zu Effizienz und Downsizing komplett zuwiderläuft.

In den Augen Ron Dennis' ist ein Eingriff in das Reglement nur sinnvoll, wenn dabei Resultate deutlich sichtbar werden. Weil das für 2016 wegen des Entwicklungsdrucks (wahrscheinlich würde sogar eine Parallelentwicklung notwendig) mit enormen Kosten verbunden wäre, peilt der McLaren-Patron die Saison 2017 an. Sicher entspricht das auch dem Gusto des Neueinsteigers Honda. Welche Änderungen im Zuge dessen noch vorgenommen werden müssen, muss das Thema der Strategiegruppe sein.

Außerdem kursieren im Vorfeld des Treffens Vorschläge, die Autos breiter zu machen, wieder mit mehr Abtrieb zu versehen und mit besseren Reifen auszustatten, damit sich der Rennverlauf künftig weniger um das Haushalten mit den Pneus dreht. Auch Marussias Anliegen, mit dem Auto von 2014 erneut auf die Bahn zu gehen, wird auf der Agenda stehen. Möglich ist ebenfalls, dass Fortschritte bezüglich der Zukunft des Deutschland-Grand-Prix erzielt werden. Definitive Entscheidungen muss aber die Formel-1-Kommission am 18. Februar treffen.