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Steht eine Revolution der Rennwochenenden bevor?

Nicht nur das technische Reglement soll in Zukunft die Formel 1 attraktiver machen, auch eine umfangreiche Umgestaltung der Rennwochenenden

(Motorsport-Total.com) - Die "Königsklasse des Motorsports" soll für die Beteiligten nicht nur kostengünstiger werden, den Zuschauern soll in Zukunft zudem mehr geboten werden. So werden sich die Teamchefs zusammen mit FIA-Präsident Max Mosley in Schanghai über Vorschläge unterhalten, die sie ausgearbeitet haben.

Lewis Hamilton

Wird den Zuschauern in Zukunft mehr geboten?

"Wir werden uns das Format der Rennen und der Testfahrten anschauen", so McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Es stehen einige Ideen auf der Agenda, die das Format der Rennwochenenden und der Rennen verändern sollen. Hoffentlich können wir eine Einigung erzielen, wie wir die Rennwochenenden auf positive Art und Weise verändern können."#w1#

Mehr Training, keine Testfahrten mehr während der Saison

Laut 'auto motor und sport' haben die Teamchefs vor, den bisherigen Trainingstag am Freitag aufzuwerten. Statt wie bisher zwei Mal 90 Minuten soll zwei Mal 180 Minuten trainiert werden. Im Gegenzug sollen Testfahrten während der Saison verboten werden. Vor der Saison könnte es vier Testtermine zu je vier Tagen mit einem Auto geben, nach der Saison zwei Testtermine zu je vier Tagen mit zwei Autos. Damit würde den Zuschauern an der Strecke mehr geboten, die Kosten könnten reduziert werden.

Punkte für das Qualifying?

Um dafür zu sorgen, dass in der Qualifikation der Schnellste vorne steht, soll es für die Startaufstellung in Zukunft ebenfalls WM-Punkte geben, mit fast der gleichen Punkteverteilung wie bisher für das Rennen. Im gleichen Atemzug schlagen die Teams vor, dass die Pole Position und der Sieg mit 12 Zählern belohnt werden sollen. Damit könnte man im Rennen wie in der GP2 die Reihenfolge der ersten Zehn umdrehen.

Familienfreundlichere Startzeiten

Damit der Familienfrieden durch die Formel 1 nicht gestört wird, sollen die Rennen in Europa nicht wie bisher um 14 Uhr, sondern spätestens um 12 oder gar schon um 11 Uhr gestartet werden. Das Rennen in Melbourne soll um 10 Uhr am Morgen gestartet werden, dann wäre es in Europa Samstagmitternacht. Man erhofft sich mehr Zuschauer als am Sonntag in den frühen Morgenstunden. Die Rennen in Asien wiederum sollen am späten Nachmittag starten.

"Natürlich müssen wir vorsichtig sein, dass wir eine gewisse Kontinuität beibehalten, die in der Formel 1 wichtig ist", so Whitmarsh gegenüber 'Motorsport-Total.com' weiter, der auch der Vorsitzender der Arbeitsgruppe FOTA in sportlichen Fragen ist.

"In Bezug auf den Freitag werden wir schauen, ob wir den Wettbewerb etwas forcieren können. Zudem werden wir unter die Lupe nehmen, was wir am Samstag und Sonntag tun, ob wir den Ausgang vielleicht etwas weniger vorhersehbarer machen können. Im Moment sind die Rennen allerdings schon ziemlich unvorhersehbar."

Kosten sollen mindestens halbiert werden

Renault-Teamchef Flavio Briatore fordert, dass die Kosten für die Teams bis 2010 um mindestens 50 Prozent gesenkt werden: "Sonst sieht es zappenduster aus". Bei der Besprechung hofft Toro Rosso-Teamchef Franz Tost, dass man sich auf eine Budget-Obergrenze - die Rede ist von 60 Millionen Euro pro Jahr - einigen kann: "Jetzt kapiert jeder, dass wir sparen müssen."

Whitmarsh pflichtet bei: "Wir müssen akzeptieren, dass im Moment in der Welt ziemlich außergewöhnliche Umstände herrschen, diesbezüglich ist die Formel 1 nicht immun. Gleichzeitig müssen wir verhindern, dass wir panikartig fundamentale Veränderungen an unserem Sport durchführen."

Ecclestone soll spendabler werden

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone soll in Zukunft statt bisher 50 dann 80 Prozent der Einnahmen an die Teams ausschütten. Dabei sollen nicht nur die ersten zehn Teams Geld erhalten, sondern alle.

Weiterhin sollen Kosten gespart werden, indem die Laufzeit der Motoren in wenigen Schritten bis auf zehn Rennwochenenden gesteigert wird. Bisher muss ein Aggregat zwei Rennwochenenden lang halten. Einheitsmotoren dürften wohl kaum eingeführt werden, auf Einheitsgetriebe dürfte man sich hingegen einigen.

Einheitsmotor ist praktisch vom Tisch

"Das Thema Einheitsmotor hätte ziemlich große Auswirkungen auf die Formel 1", so Whitmarsh. "Ich bin mir sicher, dass viele Automobilhersteller den Sport verlassen würden. Die meisten Automobilhersteller, die im Moment die größten Stakeholder in der Formel 1 sind, sind hier, um eine technische Differenzierung zu haben."

"Wenn wir auf einen Einheitsmotor von einem dritten Hersteller umsteigen, dann glaube ich persönlich, dass dies Honda, Toyota, BMW, Mercedes und Ferrari als einen sehr negativen Schritt für den Sport ansehen würden. Das ist mein persönlicher Eindruck, aber es gab auch entsprechende Aussagen der Hersteller, die mir zugetragen wurden."

Hoffen auf neue Teams

Die stark reduzierten Kosten sollen wieder neue Teams in den Sport bringen, in naher Zukunft soll es zwölf Rennställe geben. Den Teams soll es möglich sein, von den Ecclestone-Geldern zu leben, Sponsoren-Geld soll nur einen Zusatz darstellen.

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