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Startprozedere ab Belgien: Fahrer soll Hauptrolle spielen

Durch das Funkverbot ab Belgien soll der Pilot beim Start wieder die Kontrolle haben: Wie komplex die aktuellen Starts sind und was die Fahrer vom Plan halten

(Motorsport-Total.com) - Beim vergangenen Treffen der Strategiegruppe waren sich die Akteure einig, dass der Fahrer in Zukunft wieder eine größere Rolle spielen soll. Bereits seit dem Vorjahr gibt es Einschränkungen beim Funkverkehr, nun sollen überhaupt jegliche Fahrtipps von der Boxenmauer verboten werden. Die Regel soll bereits nach der Sommerpause in Kraft treten. "Der Fahrer darf dann keine Instruktionen mehr vom Team erhalten, die ihm dabei helfen, das Auto zu steuern", bestätigt McLaren-Rennleiter Eric Boullier. "Das gilt auch für die Startvorbereitungen."

Start

Ferngelenkter Start: Trotzdem kamen die Mercedes-Fahrer nicht vom Fleck Zoom

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff geht ins Detail: "Die Fahrer sollen auf der Strecke mehr in die Verantwortung. Es wird keine Informationen zu Reifen- und Bremstemperaturen und zu Benzinverbrauch mehr geben. Es wird keine fertig kalibrierten Kupplungen mehr geben." Dafür soll der Fahrer mehr Informationen auf dem Lenkrad-Display erhalten, was man über Nachbesserungen bei der Einheitselektronik erreichen will.

Wie komplex die aktuelle Startprozedur ist

In Anbetracht der Komplexität der aktuellen Formel-1-Starts handelt es sich dabei auf jeden Fall um eine einschneidende Maßnahme: Neben dem Renningenieur verfügen die Piloten derzeit auch über einen Kontrollingenieur, der die Streckenbedingungen schon am Freitag und am Samstag genau analysiert. Bevor der Pilot auf die Strecke geht, macht er außerdem am Ende der Boxengasse einen Probestart, bei dem der Schlupf der Kupplung einmal mehr analysiert wird. Der Fahrer erhält dann in der Einführungsrunde genaue Anweisungen, wie er die Kupplung nachjustieren muss.

Beim eigentlichen Start verwenden die Piloten zwei Kupplungshebel, um loszufahren: Mit dem einen Hebel geht man an den Druckpunkt. Dann kuppelt man mit dem anderen Finger komplett aus. Wenn jetzt die Ampel ausgeht, dann lässt man die Kupplung los, die dann schleift, ehe man den Rest loslässt. Währenddessen muss der Fahrer die Drehzahl im vom Kontrollingenieur vorgegebenen Bereich halten. "Es hängt im ersten Teil hauptsächlich am Ingenieur, der die Kupplung macht", meinte Nico Rosberg kürzlich gegenüber 'RTL'. "Danach muss ich dann schauen, dass ich die Beschleunigung bestmöglich hinbekomme."

Und dann kommt die Lehrstunde mit Marc Surer: "Man hat zwei Kupplungshebel am Lenkrad. Mit dem einen Hebel geht man an den Druckpunkt, das heißt, dass das Auto anfährt. Dann kuppelt man mit dem anderen Finger komplett aus. Wenn jetzt die Ampel ausgeht, dann lässt man den linken Finger - also die Kupplung - los. Die schleift dann mit dem rechten Finger - und mit dem rechten Finger lässt man dann den Rest los."

Doch was halten die Fahrer von der Maßnahme, den Fahrer beim Start in die Pflicht zu nehmen? "Ich denke, dass es interessant ist", findet Toro-Rosso-Youngster Carlos Sainz. "Es erlaubt mehr Fehler am Start. Wir Fahrern müssen dann unsere Hausaufgaben machen, damit wir wissen, welche Tools wir am Lenkrad haben, um unseren Job zu machen."

Hamilton vorsichtig optimistisch

Mercedes-Ass Lewis Hamilton, der zuletzt beim Start immer wieder Probleme hatte, will erst mal abwarten, wie sich die Abläufe verändern werden. "Vieles wird davon abhängen, wie sie es in Zukunft machen wollen", sagt der Brite. "Ich finde es gut, mehr Kontrolle zu haben. Derzeit lassen wir die Kupplung los, aber die Performance wird dann vom Team diktiert, weil sie einem sagen, ob man (mit der Drehzahl, Anm.) rauf oder runtergehen soll. Manchmal bekommen sie es hin, manchmal nicht."

Hamilton trauert den Starts aus den Nachwuchsklassen nach, als diese noch nicht so sehr von der Technik dominiert waren: "In der Formel 3 war es am besten, als wir noch eine normale Kupplung hatten. Wow, das hat viel mehr Spaß gemacht, denn ich hatte es noch selbst unter Kontrolle. Wenn sie also die richtigen Dinge ändern, dann könnte es gut werden."

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