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Sergio Marchionne: "Radikale Änderung" der Ferrari-Kultur

Ferrari-Oberboss Sergio Marchionne spricht über die Änderungen in Maranello, die von außenstehenden Experten offenbar unterschätzt wurden

(Motorsport-Total.com) - Kaum jemand hätte Ferrari zugetraut, 2017 vom ersten Rennen an konkurrenzfähig zu sein. Die meisten Experten hatten Mercedes auf der Rechnung; manche trauten Adrian Newey zu, wie so oft bei neuen Regeln einen überlegenen Red Bull zu bauen. Aber dann hat Sebastian Vettel auf Ferrari gleich den Grand Prix von Australien in Melbourne gewonnen.

Sergio Marchionne

Sergio Marchionne hat bei Ferrari "radikale Änderungen" vorgenommen Zoom

Und das, obwohl Ferrari in der heikelsten Phase des 2017er-Designs, nämlich in der ersten Jahreshälfte 2016, Technikchef James Allison verloren hat (der inzwischen für Mercedes arbeitet). Aber hinter den Kulissen wurde in Maranello ohne großes Brimborium oder berühmte Neuzugänge sauber und zielorientiert gearbeitet - sehr zur Freude von FIAT-Chrysler-Konzernchef Sergio Marchionne.

"Wir haben in der Organisation und Kultur des Teams radikale Änderungen vorgenommen", erklärt der Nachfolger von Luca di Montezemolo als oberster Ferrari-Chef. "Der Kommunikationsfluss ist jetzt besser und die ganze Gruppe besser integriert. Wir haben ein paar personelle Änderungen vorgenommen und weiter investiert. Wir haben die nötige Entschlossenheit und, da bin ich mir sicher, die richtigen Leute. Und noch dazu sehr talentierte Fahrer."

In der FIA-Zeitschrift 'AUTO' stellt Marchionne aber klar, dass sich das Team keinesfalls auf den Lorbeeren des ersten Saisonsiegs ausruhen darf: "Trotz der intensiven Arbeit, die in die Stärkung der Ressourcen und die Qualität des Teams geflossen ist, habe ich eines gelernt. Nämlich dass man nie große Vorhersagen machen sollte."

In dem Interview spricht Marchionne übrigens auch über einen möglichen Ferrari-Einstieg in die Formel E. Denn Elektrifizierung wird in Maranello inzwischen - ein Unterschied zur Montezemolo-Ära - groß geschrieben: "Schwer zu sagen", meint der Konzernchef. "Mir gehen aber zwei Dinge durch den Kopf. Erstens, dass wir in der Formel E involviert sein müssen, denn Elektrifizierung mittels Hybridisierung wird ein Teil der Zukunft sein."

"Zweitens sollte Alfa Romeo eines Tages wieder in der Formel 1 fahren, denn ich glaube wirklich daran, dass die Marke dort hingehört", sagt er über die Tochtermarke von FIAT-Chrysler, die gerade wiederbelebt werden soll. "Derzeit kann ich nicht sagen, wie wahrscheinlich diese beiden Dinge sind. Aber die Tatsache, dass wir darüber sprechen, ist schon mal ein gutes Zeichen."

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