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Schon wieder Kwjat: Vettel nach doppelter Kollision bedient

Seine Flüche waren so laut, dass sie fünfmal zensiert werden mussten: Sebastian Vettel wurde beim zweimal von Daniil Kwjat abgeschossen - Aus nach drei Kurven

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel und Daniil Kwjat werden in diesem Leben kaum noch Freunde werden. Der Russe fuhr Vettel beim großen Preis von Russland 2016 gleich zweimal binnen zwei Kurven ins Auto und beendete das Rennen des Deutschen. Vettel schäumte im Cockpit. Angesichts der Ereignisse beim Großen Preis von China ist die Situation umso pikanter. "Ich hatte eigentlich nicht gehofft, zum Wahrsager zu werden", ätzt Vettel, als er auf das Torpedo-Zitat angesprochen wird. Die Analogie passt zumindest zum ersten Auffahrunfall ganz gut.

Vettels Flüche am Funk konnten von der Weltregie erst nach minutenlanger Zensur eingespielt werden. 'Sky' zählte fünf Pieptöne, als Vettel seinem nicht unberechtigten Ärger Luft machte: "Bin raus! Unfall! Jemand ist mir in mein sch*** Heck geknallt! Dann ist mir nochmal jemand in mein sch*** Heck in Kurve drei gefahren! Ehrlich, was zur Hölle soll das?"

Bis zum Interview hatte er sich zwar gefasst, seine Begeisterung für Daniil Kwjats Manöver hält sich aber wenig überraschend in engen Grenzen: "Ich glaube, die Bilder sprechen für sich. Ich hatte schon Glück, mich nicht in Kurve zwei zu drehen. Dann gab es in der langen Linkskurve einen noch heftigeren Schlag, den ich nicht mehr abfangen konnte."

Besuch bei Christian Horner

Der Frust war so groß, dass Vettel sich entschloss, seinem ehemaligen Teamchef Christian Horner einen Besuch abzustatten. Als Vollblutracer kochte der Heppenheimer, wird aber selbst nicht das Gespräch mit Kwjat suchen: "Wenn jemand mit jemandem das Gespräch suchen muss, dann ist es, denke ich, er." Doch selbst wenn, eine Sache kann er nicht mehr ändern: "Ich stehe hier, das Rennen läuft da draußen. Hilft alles nichts." Dass sich der Red-Bull-Pilot für die übermotivierte Aktion die härteste denkbare Strafe (10 Sekunden Stop-and-go ohne gleichzeitigen Boxenstopp) einfing, war nur ein geringer Trost.

Sein kurzes Rennen begann nicht schlecht: Sebastian Vettel erwischte einen Start, der so gut war, dass er im ersten Rechtsknick sogar lupfen musste. "Dann habe ich den Windschatten von Daniel genommen, um mich innen in der scharfen Rechtskurve neben zu bremsen. Das hat ja auch ganz gut geklappt und ich habe die Kurve bekommen, aber das hatten heute wohl nicht alle vor."

Kurzes, vielversprechendes Rennen

Während er Daniel Ricciardo sehenswert ausbremste, wollte Daniil Kwjat es ihm gleichtun, rauschte ihm aber dabei ins Heck. Der Ferrari SF16-H wurde in den Red Bull von Ricciardo geschleudert. Ob dabei bereits sein linker Hinterreifen beschädigt wurde, weiß er selbst noch nicht: "Ich hatte Glück, mich nicht dort schon zu drehen. Danach war ich nicht sicher, ob etwas kaputt war, aber der Spiegel ist nicht groß."

Die Jagd ging weiter. Trotz des kaputten Reifens beschleunigte Vettel voll durch. Er begründet: "Ich wollte gleichzeitig ein Gefühl bekommen und gleichzeitig Lewis attackieren, da kam dann der große Aufprall." Die Attacke auf Hamilton könnte der Ausgangspunkt für den zweiten Auffahrunfall gewesen sein. "Ich hatte einen besseren Exit als Lewis, aber die Kurve geht nach links und ich war rechts, deshalb habe ich leicht gelupft." Dann kam der große Knall.

"Ich hatte eigentlich nicht gehofft, zum Wahrsager zu werden." Vettel über "Torpedo" Kwjat

Vettel schlug in die Barriere ein, ohne sich dabei zu verletzen. Aus Frust trommelte er aufs Lenkrad und schrie sich am Funk den Frust von der Seele. Was im Sotschi Autodrom für ihn möglich gewesen wäre? Darüber will er nicht spekulieren: "Ich weiß nicht, wo wir im Rennen gewesen wären, aber es ist natürlich bitter, wenn man nach einer Runde schon Feierabend hat."

Er weiß aber auch: "Diese Dinge passieren eben. Das ist Racing, jeder macht Fehler, auch ich habe Fehler gemacht und werde Fehler machen, aber es ist frustrierend. Das Rennen geht 53 Runden, nicht drei Kurven."

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