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Saudi-Arabien: Rennstrecke soll ab 2023 einen Grand Prix austragen

Saudi-Arabien lässt im Zuge eines Großprojekts eine Rennstrecke nach höchstem Standard bauen - Alexander Wurz hat das Layout designt

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 könnte schon bald einen weiteren Grand Prix im Nahen Osten austragen. Saudi-Arabien zeigt großes Interesse an der Königsklasse. Am Freitag wurde bekannt, dass das Königreich eine neue Rennstrecke in Qiddiya bauen lässt, die schon ab 2023 ein Rennen austragen könnte.

Computeranimation von der Rennstrecke in Qiddiya

So stellen sich die Saudis die F1-Strecke in Qiddiya vor Zoom

Bereits im Mai 2019 kamen erstmals Gerüchte auf, wonach Saudi-Arabien an einem Formel-1-Rennen interessiert sei. Verdichtet haben sich diese Spekulationen, als weitere Medienberichte Gespräche von Liberty Media mit der saudischen Regierung bestätigten.

Nachdem die Formel E bereits seit 2018 in Riad ein Rennen austrägt und die Rallye Dakar am Freitag zum ersten Mal in Saudi-Arabien geendet hat, steht nun die Formel 1 ganz oben auf der Wunschliste der Scheichs. Der Rennsport ist Teil einer größeren Vision 2030, zu dem das Projekt "Qiddiya" zählt.

Wurz und Co.: Hoher Besuch in der Wüste

Rund 50 Kilometer außerhalb der Hauptstadt gelegen, befindet sich ein riesiges Areal, auf dem ein neues Zentrum für Kunst, Kultur und Unterhaltung gebaut wird. Auf mehr als 300 Quadratkilometern entstehen Themenparks, Resorts und auch eine Rennstrecke.

Das Layout des Kurses wurde von Ex-Formel-1-Fahrer Alexander Wurz entworfen, der bereits in andere Streckenbauten involviert war. Die Rennstrecke soll nach dem FIA-Grad-1-Standard erbaut werden, der für die Austragung der Formel 1 notwendig ist.

Das Ziel ist klar: Die Strecke soll für Rennen der Formel 1 oder auch MotoGP gebaut werden. Am Rande der Zielankunft der Dakar-Teilnehmer in Qiddiya waren auch die Formel-1-Größen Wurz, Nico Hülkenberg, David Coulthard, Damon Hill, Romain Grosjean und MotoGP-Sicherheitsberater Loris Capirossi vor Ort.

Alexander Wurz, Nico Hülkenberg, Damon Hill, David Coulthard, Loris Capirossi, Romain Grosjean

Streckendesigner Wurz mit Hülkenberg, Hill, Grosjean & Coulthard Zoom

Mike Reininger, Geschäftsführer des Großprojekts, hat gegenüber 'Motorsport-Total.com' erklärt, dass man alle Premium-Rennserien ansprechen möchte. "Wir bauen, damit wir in der Lage sind, MotoGP-, WEC- oder auch regionale und nationale Meisterschaftsläufe austragen zu können - bis hin zur Formel 1."

Die Infrastruktur werde schon jetzt so gebaut, damit Saudi-Arabien die "größten und besten" Motorsport-Events austragen kann. "Wirklich in allen Kategorien", so Reininger. "Grad 1 ist gleichbedeutend mit der Formel 1, daher hoffen wir, dass uns das in die Hände spielt."

In welchem Zeitfenster wäre eine Austragung eines Formel-1-Rennens realistisch? "Ab Beginn 2023 wären wir bereit." Bereits im Vorjahr dürfte Formel-1-Boss Chase Carey gemeinsam mit Marketingchef Sean Bratches nach Saudi-Arabien gereist sein, um mit der Königsfamilie die Pläne zu diskutieren.

Qiddiya soll Motorsport-"Welthauptstadt" werden

Die Strecke selbst liege teilweise in einem Stadion, erklärt Reininger die Pläne. "Dort wird man sechs Kilometer der Rennstrecke sehen können." Der Rest des Kurses soll in die Themenparks eingebettet werden. Die Autos werden demnach an Hotels, Geschäften und Restaurants vorbeifahren.

"Es wird auch Achterbahnen geben, die über die Strecke ragen." Die Formel-1-Prominenz konnte am Freitag im Simulator bereits einen ersten Vorgeschmack auf das Streckenlayout bekommen. Wurz fühlte sich geehrt und sprach von einem "Privileg", eine solche Strecke designen zu dürfen.

"Das Projekt hat uns diese Chance ermöglicht, eine Strecke, ein wahres Racing-Areal für Fahrer und Zuseher, zu designen." Besonders die Höhenunterschiede streicht der Österreicher hervor. Er habe sich sehr stark an der Landschaft orientiert.


Qiddiya: Das Megaprojekt der Scheichs

"Das Layout soll Fahrer und Ingenieure aber auch herausfordern. Die ersten Simulationen haben gezeigt, dass das eine ganz aufregende Erfahrung, auf und abseits der Strecke, sein wird." Der Ort mitten in der Wüste habe alle Voraussetzungen erfüllt, um die Motorsport-"Hauptstadt" der Welt zu werden, so Wurz.

So lukrativ das Angebot der Scheichs auch sein mag - kolportierte 60 Millionen US-Dollar pro Jahr -, so umstritten ist das Land in der weltweiten Wahrnehmung. Menschenrechtsorganisationen kritisieren das streng muslimische Land, besonders den Umgang mit Minderheiten und Frauen. Die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi löste 2018 eine Welle der Empörung aus.

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