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Sauber-Kampf: EU-Entscheidung wird erwartet

Sauber wartet auf eine Entscheidung aus Brüssel: Geldverteilung der Formel 1 wird geprüft - Teamchefin: Budgetobergrenze wäre richtig

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 soll unter der Leitung der neuen Besitzer in eine sichere und goldene Zukunft geführt werden. Allerdings gibt es auf dem Weg dorthin noch Hürden zu meistern. Das Medienunternehmen Liberty hat die Szene in einer Phase der Unsicherheit übernommen. Weil Sauber und Force India die Geldverteilung und die Entscheidungsprozesse von der Wettbewerbskommission der Europäischen Union (EU) prüfen lassen, könnten womöglich bald alle Verträge ungültig sein.

Monisha Kaltenborn

Monisha Kaltenborn wartet auf eine Entscheidung aus Brüssel Zoom

Die Teams haben sich im Rahmen von Kontrakten mit dem Vermarkter (Formula One Management) zur Teilnahme an der Formel 1 bis 2020 verpflichtet, im Gegenzug werden Zahlungen aus dem Einnahmentopf garantiert. Sollten die EU-Wettbewerbshüter allerdings der Ansicht sein, dass die unterschiedlichen Sonderzahlungen an Teams wie Ferrari eine Wettbewerbsverzerrung darstellen, dann während die aktuellen Vereinbarungen schnell ungültig. Bei Sauber hofft man auf diesen Fall.

"Wir sind zuversichtlich, dass die Entscheidung bald kommen sollte", erklärt Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn im Interview mit 'Auto Bild motorsport'. Die Österreicherin ergänzt: "Wir wollen da nicht versuchen, auf irgendeinem Weg zu mehr Geld zu kommen. Die Geldverteilung und die Art und Weise der Entscheidungsfindung sind Dinge, die gewissen Teams ein Privileg verschaffen und so zu einem Wettbewerbsvorteil führen."

Budgetobergrenze: Haben die Werke Angst?

Unter anderem weil die Mannschaft aus Hinwil keine Sonderzahlungen von Bernie Ecclestone erhält, sondern nur die erfolgsabhängigen Prämien, geriet Sauber in den vergangenen Jahren finanziell immer mehr in Not. Erst der Verkauf von umfangreichen Anteilen an die Longbow Finance SA rettete das Team vor dem Kollaps. "Es wurde schon immer enger, das hat man ja auch gesehen. Dann ist es schon schwierig, die ganze Mannschaft zusammen- und die Motivation aufrechtzuerhalten", sagt Kaltenborn.

"Das Ziel der neuen Eigentümer ist es, das Team und die ganze Gruppe zu stabilisieren. Damit schafft man die Basis, um wieder konkurrenzfähig zu werden", erklärt die Teamchefin. Mit Blick auf die Fehler der Vergangenheit sagt sie: "Was wir nicht machen werden: Wie bei einem Hersteller, wie es bei BMW der Fall war, alles zu vergrößern. Wenn wir punktuell und gezielt erweitern, können wir wieder an unserer Effizienz arbeiten - das war immer unsere Stärke."

Auf diese Stärke will man bauen - möglichst unter einer Budgetdeckelung, wie sie Ex-FIA-Präsident Max Mosley ursprünglich durchsetzen wollte. "Das ist eine Maßnahme, die kurzfristig machbar ist und auch sofort greift. Wichtig wäre, dass man für Verstöße eine hohe Strafe festsetzt", sagt Kaltenborn. "Jedes Management kann mit Zahlen etwas jonglieren, aber wenn man weiß, welche Strafe droht, wird man aufpassen. Ich sehe da eher das Problem, dass die Großen, die es gewohnt sind, drei Mal so viel auszugeben, einen Nachteil darin sehen werden."

Dies sei aus Sicht der Österreicherin der Grund, warum sich Werksteams vehement gegen eine Budgetobergrenze wehren. "Das ist auch eine Frage des Mutes", meint die Sauber-Teamchefin. Sie fügt fast herausfordernd an: "Wenn man eine große Marke vertritt, dann muss man Erfolg haben. Und wenn kleine Teams wie Sauber das dann besser hingekriegt haben, könnte das problematisch sein."