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Sauber & Hülkenberg: "Haben auch Geld gezahlt"

Atmosphärische Verstimmungen nach Hülkenbergs Lotus-Besuch? Teamchefin Monisha Kaltenborn gibt hinsichtlich der Fahrersituation für 2014 nicht viel preis...

(Motorsport-Total.com) - Als klar war, dass Kimi Räikkönen in Austin und Sao Paulo nicht mehr im Lotus sitzen würde, bemühte sich das britische Team prompt um möglichst gleichwertigen Ersatz. Angefragt wurde zum Beispiel Michael Schumacher, was einem spektakulären Marketingcoup gleichgekommen wäre, aber auch Nico Hülkenberg, der bekanntlich für 2014 zu den Lotus-Kandidaten gehört. Der Deutsche war sogar zu Besuch in Enstone, Sauber konnte ein Abwerben aber verhindern.

Nico Hülkenberg, Monisha Kaltenborn

Monisha Kaltenborn und Nico Hülkenberg haben derzeit Gesprächsbedarf Zoom

Und zwar durch eine Gehaltszahlung, nachdem Hülkenberg in diesem Jahr immer wieder auf sein Geld gewartet hatte. "Wir haben auch Geld gezahlt", bestätigt Teamchefin Monisha Kaltenborn. "Ich möchte keine Details darüber nennen, aber es ist Geld bezahlt worden." Grundsätzlich räumt sie ein, dass es sich beim Lotus-Angebot an den Sauber-Piloten um eine Situation handelte, die diskutiert werden musste: "Es gehören immer zwei dazu, dass man zusammenkommt - das ist keine einseitige Sache. Wir haben mit dem Fahrer gesprochen und dann die Situation entsprechend geklärt."

Hülkenberg-Manager Werner Heinz hat seine Karten jedenfalls - bewusst oder nicht - gut ausgespielt. Denn mit dem Lotus-Angebot samt Enstone-Besuch gelang es ihm, seinem Fahrer eine Überweisung zu sichern. Hülkenberg hatte ja in Austin klargestellt, dass Geld zwar nicht sein primärer Antrieb, er aber auch "nicht die Caritas" sei. Bei Sauber scheint man das Spielchen von Heinz mit Lotus durchschaut zu haben - zumindest hütet sich Kaltenborn jetzt gut davor, Hülkenberg als ihren Wunschkandidaten Nummer 1 zu bezeichnen, was dessen Verhandlungsposition stärken würde.

Hülkenberg nur eine Option unter vielen

"Wir haben einige Optionen. Ich schätze, er auch. Wir werden sehen, ob wir zusammenkommen oder nicht. Er ist eine Option unter mehreren", meint die Österreicherin gelassen, betont aber, dass sie wegen des kurzen Lotus-Flirts nicht weiter verärgert sei: "Es ist das gute Recht des Managements, das zu tun, was sie möchten. Das muss das Management entscheiden, welche Auswirkungen das hat oder nicht." Das suggeriert zwischen den Zeilen: Die Atmosphäre zwischen Team und Fahrer/Management war schon mal besser.

Keinen Hehl macht Kaltenborn daraus, dass bei der Fahrerwahl für 2014 nicht das Talent, sondern die finanzielle Unterstützung, die ein Fahrer mitbringen kann, das entscheidende Kriterium ist: "Ein Team wie unseres muss sich ansehen, wie wir finanziell dastehen. So gewinnen gewisse Punkte oder Einnahmequellen mehr Bedeutung oder nicht", gesteht sie. Das bedeutet im Klartext: Sollten Kandidaten wie Pastor Maldonado oder Sergio Perez wie vermutet viel Geld mitbringen können, wären sie wahrscheinlich erste Wahl.


Fotostrecke: Formcheck: GP USA

Reizvoll wäre so gesehen auch, der Slim-Familie (Telmex) ein "Team Mexiko" mit Perez/Gutierrez schmackhaft zu machen, um zusätzliche Gelder zu lukrieren. Aber: "Dazu kann ich nichts sagen, weil ich mit Herrn Slim nicht darüber gesprochen habe. Vielleicht kommt's ja - ich weiß es nicht -, dass er mal darüber sprechen möchte", meint Kaltenborn. Mit Perez stehe man in laufendem Kontakt, seit dessen McLaren-Aus habe es aber noch kein konkretes Gespräch gegeben: "Wir haben viele Optionen und ich weiß nicht genau, wo Sergio steht. Ich habe nicht mit ihm gesprochen."

"Wir haben uns bei Fahrern nie nach Nationalitäten gerichtet. Am Ende des Tages ist das für mich eine Frage der Finanzen, nichts anderes", stellt sie neuerlich klar. "Wir sprechen hier über Fahrer, die beide talentiert sind. Esteban hatte sicher ein forderndes erstes Jahr. Natürlich kann ich das bei Sergio nicht so genau verfolgen wie vor einem Jahr, weil er bei uns im Team war, aber nach außen gesehen war es für ihn in seinem jetzigen Team auch durchaus fordernd. Insofern sprechen wir sicher nicht von zwei schlechten Fahrern, aber am Ende des Tages ist es eine Frage der Finanzen."

Sirotkin als Stammfahrer inzwischen vom Tisch?

Vom Tisch zu sein scheint Gerüchten zufolge jedenfalls die Variante, dass Sergei Sirotkin 2014 im Stammcockpit sitzen wird. Bestenfalls als Testfahrer, so munkelt man, kommt der Russe laut aktuellem Stand der Verhandlungen in Frage. Aber: "An der Zielsetzung hat sich nichts geändert: Er soll nach wie vor in die Formel 1, mit uns", behauptet Kaltenborn. "Wenn das mit der Superlizenz nicht klappt - und damit muss man verantwortungsvoll umgehen -, dann heißt das nicht, dass die Partnerschaft nicht besteht. Das war von Anfang an immer so."


Und um die FIA-Fahrerlaubnis für die Formel 1 werde man sich "nächstes Jahr, nicht dieses" kümmern: "Das wurde immer gesagt. Und wir haben auch kommuniziert, dass wir uns auf die Aktivitäten mit ihm konzentrieren, sobald unsere Saison vorbei ist. Ursprünglich - in der Version, die ich damals hatte - war vorgesehen, dass das Programm nach der Saison richtig einsetzt. Ich war selbst überrascht, als ich gemerkt habe, dass man da zwei Tage vorgeschoben hat. Ein Test fand statt, der andere konnte nicht stattfinden, wegen schlechten Wetters."

Grundsätzlich laufe die Vereinbarung mit Sirotkin und den russischen Geldgebern, die im Juli gleichzeitig mit dem jungen Fahrer ins Spiel gebracht wurden, "nach Plan". Sirotkin sei zum Beispiel auch "der Hauptgrund" gewesen, "warum wir nach Sotschi gegangen sind. Er war in der Fabrik und ich weiß, dass die Ingenieure viele Informationen mit ihm austauschen. Das passiert alles im Hintergrund." Ob Sirotkin Renn- oder Testfahrer wird, spiele für die kommerziellen Angelegenheiten keine Rolle: "Das ist völlig unabhängig davon. Das war es auch immer."

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