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Sauber-Cockpit: Muss sich Sutil vor Ericsson fürchten?

Zwar besitzt Adrian Sutil laut eigener Aussage einen Vertrag für die kommende Saison, doch angeblich klopft Marcus Ericsson mit einigen Millionen bei Sauber an

(Motorsport-Total.com) - Das mögliche Teamsterben im Hinterfeld der Formel 1 könnte nicht nur Auswirkungen auf die direkt beteiligten Rennställe haben, sondern auch andere Teams betreffen. Denn mit weniger zur Verfügung stehenden Plätzen drängen Piloten mit viel Kohle in der Tasche womöglich nun an die nächste Anlaufstelle vor Marussia und Caterham. In diesem Fall könnte Sauber eine der begehrtesten Adressen sein, bei der in Sachen Fahrerpaarung für die kommende Saison noch nichts geklärt ist.

Giedo van der Garde, Marcus Ericsson

Giedo van der Garde und Marcus Ericsson sind bei Sauber im Kandidatenkreis Zoom

Adrian Sutil soll in Hinwil laut eigenen Aussagen einen Vertrag für die kommende Saison besitzen, doch noch wurde der Gräfelfinger von seinem Team nicht offiziell bestätigt. Und während Teamkollege Esteban Gutierrez und Testpilot Giedo van der Garde ebenfalls auf ein Cockpit schielen, melden auch Piloten von außerhalb, wie Felipe Nasr, Ansprüche auf einen Stammplatz an. Neuesten Gerüchten zufolge hat sich aber nach den jüngsten Entwicklungen noch ein anderer Pilot bei Sauber gemeldet: Marcus Ericsson.

Die Zukunft des Schweden liegt nach dem Aus seines Caterham-Teams auf Eis. Allerdings galt sein Platz im Team aufgrund seiner Sponsorenmitgift als sicher, das Geld könnte ein chronisch klammes Team wie Sauber wohl ebenfalls gut gebrauchen. Teamchefin Monisha Kaltenborn bestätigt bei 'Sky', dass solche Faktoren bei der Fahrerwahl eine Rolle spielen: "Es ist leider so, dass wir Fahrer auch als Einnahmequelle sehen müssen - aber das geht vielen Teams so", sagt sie.


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Grundsätzlich spreche man bei Sauber derzeit mit allen Fahrern, "die an sich gut sind". Doch leider könne man bei der Auswahl der Paarung für die kommende Saison eben nicht nur auf die sportlichen Aspekte schauen, sondern müsse finanzielle Aspekte immer berücksichtigen. Daraus macht Kaltenborn keinen Hehl, findet es aber nicht richtig: "Das sollte nicht sein, bei den Umsätzen, die wir hier alle zusammen generieren."

Eben jene Umstände könnten dazu führen, dass Adrian Sutil doch noch um sein Cockpit für die kommende Saison fürchten muss. Er selbst hatte vor einigen Wochen betont, dass er zwar einen Vertrag besitze, allerdings keine Sicherheit. Die Situation ist für deutsche Piloten dabei keine unbekannte. Auch Timo Glock besaß bei Marussia einen Vertrag und wurde schließlich aus diesem für einen anderen Piloten herausgekauft.

Adrian Sutil, Esteban Gutierrez

Müssen um ihre Zukunft fürchten: Adrian Sutil und Esteban Gutierrez Zoom

Ähnliches fürchtet Ex-Pilot und TV-Experte Marc Surer im Fall Sutil: "Wahrscheinlich sind sie gezwungen, etwas zu unternehmen, was nicht sehr populär ist", sagt er bei 'Sky'. "Wenn natürlich Fahrer zur Verfügung stehen, die Geld mitbringen, während der andere Geld kostet, dann muss man irgendwie eine Lösung finden." Zwar könnte Sutil laut ihm auf seinen Vertrag bestehen, doch das sei gar nicht immer gut.

"Wenn man auf sein Recht beharrt, kann man nur verlieren. Also sicherlich muss da eine Lösung gefunden werden", sagt er und hofft, "dass Sauber noch einen Sponsor findet, dann wird sich das Ganze wieder in Wohlgefallen auflösen." Bei Sauber selbst wollte man die Gerüchte um Marcus Ericsson auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' nicht kommentieren: "Wir werden unser Fahreraufgebot bekanntgeben, wenn alle Faktoren beisammen sind", so Kaltenborn.