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Ross Brawn: Gamer als Testfahrer für neue Formel-1-Regeln

Der Formel-1-Sportchef will künftig versierte Spieler geplante Regeländerungen in der virtuellen Welt testen lassen - Ähnlichkeit zu Team-Simulatoren immer größer

(Motorsport-Total.com) - Dass die Macher von Liberty Media ungewöhnliche Wege gehen wollen, um die Königsklasse künftig wieder attraktiver für die Fans zu machen, ist längst keine Neuigkeit mehr. Der Vorschlag, den Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn am Mittwoch am Rande des spektakulären Showevents in London unterbreitete, lässt aber aufhorchen. Das Formel-1-Urgestein will in naher Zukunft sogar Gamer zu Rate ziehen, um wieder für mehr Action und Spannung auf der Strecke zu sorgen. Neue Ideen bezüglich Reglement oder Aerodynamik könnten demnach erst von versierten Spielern via Rennsimulation getestet werden, ehe sie in der Realität eingeführt werden.

Ross Brawn

Ross Brawn und Liberty treiben die digitale Revolution in der Formel 1 voran Zoom

"Es gibt eine große Community an eRacern, durch die wir verschiedene Umgebungen und Änderungen in der virtuellen Welt testen lassen könnten", so Brawn. Über allem stehe der Liberty-Gedanke, künftig wieder für mehr echtes Racing zu sorgen. "Wenn wir beispielsweise die aerodynamischen Eigenschaften der Autos ändern wollen und das anhand von Games testen lassen, können uns die Profis sagen, ob es für sie ein besseres Rennerlebnis bedeutete oder nicht", führt der Brite aus. So könne man Fehler wie in der Vergangenheit vermeiden, als gut gemeinte Regeländerungen für schlechtere Rennen sorgten.

Brawn, der zusammen mit den anderen Liberty-Machern die digitale Revolution in der Formel 1 vorantreiben will, ist überzeugt: "Die Spiele sind heutzutage nicht so weit entfernt von den Simulatoren, die die Teams benutzen. Viele Rennställe nutzen eine Software, die von der Spieleindustrie entwickelt wurde, um in ihren Fahrer-Simulatoren eine realistische Umgebung zu schaffen. Da gibt es Bereiche, die uns ebenfalls interessieren", so der ehemalige technische Direktor von Benetton und Ferrari und Ex-Teamchef.

Die Inspirationen und Eindrücke aus der virtuellen Welt könnten dann helfen, künftig wieder mehr Action auf der echten Rennstrecke zu generieren. "Wir versuchen gerade herauszufinden, was im Detail ein tolles Rennen ausmacht. Da geht es nicht nur ums Überholen. Wenn du zwei Autos hast, die sich den Großteil des Rennens bekämpfen und eng beieinander liegen, dann kann das ein großartiges Rennen geben", ist sich der 62-Jährige sicher. Derzeit sammle man alle verfügbaren Informationen - eben auch aus der virtuellen Welt - um eine Vision der künftigen Formel 1 zu entwickeln.

Als nächsten Schritt müsse man sich auf die Suche nach Partnern aus der Gaming-Szene begeben. In diesem Zusammenhang deutet Brawn auch an, dass die Liberty-Verantwortlichen mittelfristig ein eigenes Formel-1-Spiel auf den Markt bringen wollen, in dem die Fans in Echtzeit an einem Grand Prix teilnehmen können. "Es geht darum: Wie schaffen wir eine virtuelle Umgebung, in der die Fans in ihren Autos an einem Rennen mitfahren können, das gerade wirklich stattfindet. Stellt euch vor, es gibt eine Safety-Car-Phase und die Fans müssten zuhause im Spiel darauf reagieren. In diesem Bereich gibt es ein riesiges Potenzial", ist sich Brawn mit seinen Partnern einig.

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