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  • 04.09.2014 · 19:28

  • von Maria Reyer & Dominik Sharaf

Ricciardo: Fehlen am Ende genau 18 Punkte?

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo denkt trotz Siegen in den vergangenen Rennen nicht an den Titel - Disqualifikation in Australien am Ende ausschlaggebend?

(Motorsport-Total.com) - 64 Punkte auf Nico Rosberg, 35 Punkte auf Lewis Hamilton - der Abstand von Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo auf die Mercedes-Fahrer schmilzt. Vor seinem ersten Formel-1-Sieg in Kanada in diesem Jahr hatte der Australier noch 68 und 64 Zähler Rückstand auf das Mercedes-Duo. Doch vor allem Hamilton musste in den vergangenen Rennen zusehen, wie sein Polster geringer wurde.

Daniel Ricciardo

In Spa war es sein dritter Streich: Daniel Ricciardo in Siegerpose am Podium Zoom

Wie sieht es nun mit den Titelchancen des Red-Bull-Überfliegers aus? Immerhin ist er der einzige Pilot in diesem Jahr, der die Mercedes-Dominanz durchbrechen konnte - und das mittlerweile drei Mal. "Es braucht wahrscheinlich mehr, als Siege in den restlichen sieben Rennen", bleibt Ricciardo am Donnerstag in Monza realistisch.

"Da braucht es wohl auch etwas Glück. Ich liege mehr als zwei Siege hinter Nico zurück. Wenn ich zweimal gewinne und er zweimal ausfällt, führt er noch immer in der Gesamtwertung." Denn ein Sieg würden 25 Punkte mehr auf dem Konto bedeuten und trotzdem würde Rosberg nach zwei Ausfällen mit 14 Punkten in der WM-Tabelle führen.

Keine Bedrohung von hinten

"Derzeit ist es kein Thema, weil ich eigentlich nicht darüber nachdenke. Natürlich beantworte ich alle Fragen über dem Titelkampf. Doch realistisch mache ich mir da keine Gedanken. Für mich wäre es schon großartig, weitere Siege einzufahren." In Monza dürfte dies nicht so einfach werden, denn die Strecke verlangt den Antriebseinheiten durch ihre schnellen Geraden alles ab. "Für uns steht es gewissermaßen unter der Überschrift 'Schadensbegrenzung'", so der Australier.

Trotzdem sieht er sich in der Mercedes-Verfolgerrolle: "Wenn ich im Qualifying und im Rennen gut abschneide, sollte ich weit vorn landen können. Hoffentlich bedeutet das, dass ich keine oder kaum Punkte auf andere Piloten verliere." Derzeit droht wenig Gefahr von hinten - Fernando Alonso liegt mit 121 Punkten 35 Zähler hinter Ricciardo in der WM-Wertung. Williams-Pilot Valtteri Bottas hat sogar schon 46 Punkte Rückstand.


Fotos: Daniel Ricciardo, Großer Preis von Italien


Im Teamduell gegen Sebastian Vettel hat Ricciardo schon längst die Nase vorn. Der Heppenheimer liegt 58 Zähler hinter seinem Teamkollegen nur auf Rang sechs der Tabelle. Stallregie, so wie sie nach dem Grand Prix von Belgien bei Mercedes diskutiert wurde, kann sich der Sonnyboy bei seinem Team nicht vorstellen: "Es gibt bisher keine Anzeichen einer Stallregie. Darüber denken wir nicht nach. Noch ist es sowieso viel zu früh."

Australien-Disqualifikation das Problem?

Er könnte sich solch einen Schachzug erst drei Runden vor dem Saisonende vorstellen. Grundsätzlich gibt er aber an, dass die Weltmeisterschaft kein Thema im Hause Red Bull sei. Mitentscheidend dafür ist auch die Disqualifikation von Ricciardo bei seinem Heimrennen in Australien am Beginn der Saison. Denn dort hätte er sonst 18 Punkte für seinen zweiten Platz mitgenommen - die fehlen ihm jetzt.

"An irgendeinem Punkt wirst du zurückschauen. Mal angenommen, wir sind in Abu Dhabi und ich verliere den Titel um 18 Punkte. Dann hätte das schon ein gewisses Gewicht für mich. Doch nun sehe ich das ganz entspannt. Jeder hatte seine Tiefpunkte." Niemand habe eben ein perfektes Jahr. "Ich würde es hassen, am Ende um 18 Punkte den Kürzeren zu ziehen, aber für den Moment ist das abgehakt."

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