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Ricciardo ärgert sich: "Könnten mitten im WM-Kampf sein..."

Daniel Ricciardo trauert einigen verpassten Chancen in diesem Jahr hinterher - Neben Spanien und Monaco verlor er auch in Russland und China wichtige Punkte

(Motorsport-Total.com) - Daniel Ricciardo hat es momentan nicht leicht. In Spanien und in Monaco wurde der Australier zweimal ohne eigenes Verschulden um einen möglichen Sieg gebracht. In Barcelona setzte Red Bull ihn auf eine falsche Strategie, im Fürstentum gab es ein Problem bei seinem Boxenstopp. Doppelt bitter: Ohne diese beiden - und einige weitere - Vorfälle könnte Ricciardo sogar mitten im WM-Kampf sein. In der Realität liegt der 26-Jährige allerdings 40 Punkte hinter Spitzenreiter Nico Rosberg (zum WM-Stand).

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo könnte deutlich näher an der WM-Spitze dran sein Zoom

"Ich hätte vor der Saison nicht erwartet, dass ich (zu diesem Zeitpunkt; Anm. d. Red.) Dritter in der Meisterschaft sein würde", erklärt Ricciardo vor dem siebten Saisonrennen in Kanada. Etwas zähneknirschend blickt er zurück und erinnert: "In Russland haben wir (nach einem Startunfall) nicht gepunktet, und in China hätten es ohne den Reifenschafen auch mehr Punkte sein können. Und dann die vergangenen Rennen..."

"Wir könnten sehr nah an der Spitze der Meisterschaft dran sein", ist sich der Red-Bull-Pilot sicher und erklärt: "Momentan denke ich noch nicht darüber nach. Ich würde liebend gerne in ein paar Rennen in der Position sein, dass ich sagen kann, dass wir in diesem Jahr um den Titel kämpfen können. Das wäre eine schöne und unerwartete Geschichte für die Formel 1. Dieses Rennen wird eine Menge darüber aussagen, wie konkurrenzfähig wir sind."

Am nötigen Selbstvertrauen mangelt es jedenfalls nicht. "Hoffen wir, dass Monaco keine Ausnahme war. Ich hoffe, dass wir auch in der restlichen Saison kämpfen können", erklärt Ricciardo. Auf die Frage, ob er in Montreal eine realistische Siegchance haben könnte, antwortet er: "Ich denke schon. Es wäre toll, so zurückzuschlagen. Warten wir ab. Ich denke, dass Mercedes realistisch gesehen weiterhin das Team ist, das es zu schlagen gilt."

"Ich hoffe, dass wir die Besten hinter Mercedes sein können. Aber es ist schwer. Ferrari hat uns schon manchmal überrascht", erinnert der Australier und erklärt: "Ich bin mir nicht sicher, wie weit wir hinter Mercedes sein werden. Hoffentlich sind wir nah genug dran, um sie wieder unter Druck zu setzen." Nico Rosberg führt die WM aktuell mit 106 Punkten vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton (82 Punkte) an.

Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass auch die beiden Mercedes-Piloten keinesfalls eine problemfreie Saison erleben. Vor allem Hamilton klebte das Pech zu Saisonbeginn an den Hacken, und in den vergangenen beiden Rennen holte auch Rosberg nur sechs magere Zähler. Davon haben logischerweise auch Ricciardo und Co. profitiert, und letztendlich spielt der Konjunktiv in der Formel 1 bekanntlich sowieso keine Rolle...