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  • 21.01.2016 · 16:20

  • von Dominik Sharaf

Republikaner, Stiefvater, Milliardär: Der neue Formel-1-Boss?

Stephen Ross machte aus einem 10.000-US-Dollar-Darlehn mit Immobiliengeschäften ein Vermögen und könnte bald über die Mehrheit an der Formel 1 verfügen

(Motorsport-Total.com) - Seit Monaten geistern Spekulationen über einen Verkauf der Formel-1-Anteile durch den aktuellen Mehrheitseigner, den Finanzinvestor CVC Capital Partners, durch das Paddock. Obwohl Bernie Ecclestone den Deal noch bis Ende 2015 über die Bühne gehen sehen wollte, tat sich bisher nichts. Ein möglicher Käufer scheint aber gefunden: Es handelt sich um den US-amerikanischen Milliardär Stephen Ross, der ein Konsortium aus den Vereinigten Staaten und dem Emirat Katar anführen soll.

Stephen Ross

Stephen Ross soll seit geraumer Zeit an der Formel 1 interessiert sein Zoom

Die Formel-1-Welt fragt sich: Wer oder was ist dieser Stephen Ross, der in Kürze über 35,5 Prozent an der Königsklasse verfügen könnte? Die Antwort ist vielschichtig, schließlich blickt der heute 75-Jährige, der mit einer bekannten Schmuckdesignerin verheiratet und der Vater von zwei leiblichen sowie zwei Stiefkindern ist, auf ein bewegtes Leben in der Finanzbranche und der Welt des Sports.

Sein Vermögen von geschätzten 6,3 Milliarden Euro verdiente der studierte Buchhalter, Volkswirt und Jurist mit einem 10.000-US-Dollar-Darlehn, den der im Jahre 1972 von seiner Mutter bekam. Statt weiter in einer Investment-Firma die Finanzen zu ordnen, machte sich Ross kurzerhand in der Immobilienbranche selbstständig. Er verkaufte reichen Investoren staatlich geförderten Wohnraum, damit sie Steuer sparen konnten.

Aus dem Ein-Mann-Projekt wurde eines der wichtigsten Immobilienunternehmen in Nordamerika, das mittlerweile auch in Abu Dhabi oder Schanghai angesiedelt ist. Über 2.000 Angestellte und ein neues Megaprojekt in New York City im Wert von fast 14 Milliarden Euro sind der beste Beweis für die Schaffenskraft des Stephen Ross. Doch mit dem Erfolg im Geschäftsleben gab er sich nicht zufrieden. Im Gegenteil.


Fotostrecke: Ecclestones Skandale und Skandälchen

In den Jahren 2008 und 2009 erwarb er für über eine Milliarde Euro 95 Prozent an dem American-Football-Klub Miami Dolphins und sicherte sich den Posten des Vereinschefs. In der Folge brachte Ross zahlreiche Prominente dazu, Minderheitsanteile zu kaufen (darunter die Tennisspielerinnen Serena und Venus Williams sowie die Musikgrößen Gloria Estefan und Marc Anthony) und verhalf der NFL-Truppe zu Glamour.

Ross brachte auch das portable TV-Gerät FanVision, das bis vor einigen Jahren an Formel-1-Rennstrecken verkauft und vermietet wurde, auf den Markt. Dazu gründete er eine Firma, die eine Million US-Dollar in den Aufbau einer Serie für per Computerspielen gesteuerte Drohnenrennen investierte.

Ross' Talent für das Geschäft kommt nicht von ungefähr: Schon sein Vater, ein Sohn jüdischer Einwanderer aus Russland, verdiente sein Geld mit Investmentgeschäften, sein Onkel mit Öl und Immobilien. Er war nicht nur Multimillionär, sondern auch wichtiger Berater republikanischer Präsidenten in Nahost-Fragen. Ross selbst unterstützte 2012 Mitt Romney im Wahlkampf, machte auf politischem Parkett aber nur als führender Kopf der New Yorker Olympia-Bewerbung 2012 auf sich aufmerksam. Einen Teil seines Vermögens hat er in gemeinnützige Projekte gepumpt und der Universität von Michigan vor einigen Jahren die Rekordsumme von 100 Millionen US-Dollar gespendet.

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