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Red Bull RB11 laut Daniel Ricciardo nicht auf Mercedes-Niveau

Was hinter der Kritik von Renault an Red Bull steckt, wie groß die Mängel am RB11 sind und wie Sebastian Vettel die Schlammschlacht seiner ehemaligen Partner sieht

(Motorsport-Total.com) - In den vergangenen Wochen eskalierte der Streit zwischen Red Bull und Antriebspartner Renault. Red Bull beklagte sich in Melbourne über die mangelnde Fahrbarkeit, die Franzosen hätten damit "den Vogel abgeschossen", tobte Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko. Daraufhin forderte Renault mehr Respekt, schließlich habe das einstige Weltmeisterteam auf die aggressive Entwicklung gedrängt. Als die Kritik dann nicht abriss, bezeichnete Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul die Partner von Red Bull in einem Interview mit der französischen Auto-Zeitschrift 'AUTOhebdo' als "Lügner".

Daniil Kwjat

Wie gut ist der RB11 aus der Feder von Stardesigner Adrian Newey? Zoom

Stardesigner Adrian Newey habe mit dem RB11 ein Auto gebaut, das ebenso für die Probleme verantwortlich sei wie der Antrieb. Der Franzose verwies auf mangelnde Stabilität beim Heck. Der Brite selbst sei bekannt dafür, stets den Motorenpartner schlecht zu machen. Die Kuriosität daran: Laut 'f1-insider.com' war dies eine reine PR-Verteidigung für den französischen Markt, wo das Image Renaults auf dem Spiel steht, angeordnet vom Vorstand des Konzern. Abiteboul habe sich schon im Vorfeld des Erscheinens bei Red Bull dafür entschuldigt.

Einer, der das Theater aus der Distanz verfolgt, ist Sebastian Vettel. Im Vorjahr litt der vierfache Red-Bull-Weltmeister selbst unter dem Renault-Antrieb, heute sagt der Ferrari-Pilot: "Es ist nie schön, wenn man Diskussionen, egal welcher Art, in der Öffentlichkeit führt. Ich weiß, dass beide Seiten sehr professionell sind. Ich kenne vor allem die Chassis-Seite, aber auch die Motorenseite in Viry."

Tenor: Red Bull nicht abschreiben!

Der 27-Jährige rechnet weiter mit der österreichisch-französischen Allianz: "Sie sind sicherlich nicht da, wo sie sein wollen, sind aber ein starker Gegner und werden zurückschlagen." Auch Romain Grosjean, der sich im Vorjahr teilweise lautstark über Funk über den Renault-Antrieb beschwerte, sieht dies ähnlich wie Vettel.


Fotos: Red Bull, Großer Preis von Malaysia


"Sie hatten in Melbourne Probleme, aber das war nur ein Rennen", sieht der Franzose, der diese Saison mit Mercedes-Antrieb startet, die Situation weniger dramatisch. "Renault hat bisher aber noch überall gewonnen." Dass die Wortgefechte derart öffentlich ausgetragen werden, überrascht Grosjean nicht sonderlich: "Wenn es Schwierigkeiten gibt, dringen die schnell an die Öffentlichkeit. Außerdem gibt es viele Medien, die berichten. Das kann sehr schnell gehen."

Ricciardo: Mercedes-Chassis besser als RB11

Doch wie sehen die Red-Bull-Piloten selbst die Lage? Daniel Ricciardo, der im Vorjahr mit seinem neuen Team drei Grand-Prix-Siege einfuhr, führt die Spannungen auf die schlechten Ergebnisse zurück: "Wenn der Frust da ist, dann fallen manchmal harte Worte, vor allem, wenn man vier Jahre lang alles gewinnt und dann so weit weg ist." Er fordert nun eine konstruktive Zusammenarbeit ein, vor allem am Rennwochenende.

"Ich bin realistisch und finde, dass derzeit gar nichts mit Mercedes vergleichbar ist." Daniel Ricciardo

Ihm ist bewusst, dass es "Zeitlang dauern wird", ehe Red Bull wieder an der Spitze liegen wird. Doch worauf ist dies nun wirklich zurückzuführen? Der "Aussie" gibt zu, dass seiner Meinung nach auch das Red-Bull-Chassis derzeit nicht auf Mercedes-Niveau ist: "Ich bin realistisch und finde, dass derzeit gar nichts mit Mercedes vergleichbar ist. Sie befinden sich in beiden Bereichen auf einem anderen Niveau."

Wenn aber die Probleme mit der Fahrbarkeit aussortiert sind, "dann sollte das Chassis zumindest ebenbürtig mit Williams und Ferrari sein", urteilt Ricciardo. Einen wirklichen Eindruck erhofft er sich auf dem Sepang International Circuit, da die Balance des Boliden durch die unterschiedlichen Kurvenradien eine größere Rolle spielt.

Fahrbarkeitsprobleme lassen kaum Rückschlüsse zu

In Australien erwies sich das Toro-Rosso-Team durchaus als Konkurrenz für das A-Team von Red Bull, was viele als Hinweis dafür sahen, dass der RB11 kein großer Wurf ist. Doch Ricciardo erklärt, dass die Probleme mit der Fahrbarkeit des Motors kaum ernsthafte Setup-Arbeit zuließen: "Als ich in Melbourne aufs Gas stieg, dann hatte ich manchmal kein lineares Ansprechverhalten. Da kann man noch so viel Grip haben, aber unter diesen Umständen reagiert das Auto zu aggressiv für den vorhandenen Grip, und das wirkt sich auf die Balance aus." Das Auto reagierte seiner Meinung nach unberechenbar.

In Sepang werden die beiden Red-Bull-Teams enger zusammenarbeiten, um die Renault-Probleme in den Griff zu bekommen. Das kündigt Toro-Rosso-Rookie Max Verstappen an. "Wir versuchen, ihnen so gut es geht unter die Arme zu greifen. Renault hat die Software in puncto Fahrverhalten verbessert, weshalb ich davon ausgehe, dass wir hier etwas besser aussehen sollten. Hoffentlich bestätigt sich das auf der Strecke."

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