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Red Bull: Erster Silberpfeil-Jäger ärgert die gelbe Flagge

Die gelbe Flagge macht auch Daniel Ricciardo einen Strich durch die Rechnung - Hat Red Bull auf dem Hungaroring aus der zweiten Reihe eine Chance gegen Mercedes?

(Motorsport-Total.com) - Red Bull ist beim Grand Prix von Ungarn der erste Mercedes-Jäger. Trotz wechselhafter Wetterverhältnisse am Samstag schafften es Daniel Ricciardo und Max Verstappen in den letzten Qualifying-Abschnitt und griffen die Silberpfeile an. Nach der ersten schnellen Runde hatte Ricciardo nur weniger als zwei Zehntelsekunden Rückstand auf die Pole-Zeit. Doch als sich am Ende Fernando Alonso im zweiten Sektor drehte und doppelt gelbe Flaggen geschwenkt wurden, ging der Australier vom Gas.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo musste wegen der gelben Flagge seine letzte Runde abbrechen Zoom

Damit blieb es beim dritten Startplatz. Teamkollege Verstappen hatte wie schon im Vormittagstraining Schwierigkeiten mit dem Getriebe. Am Ende kam er auch noch zu spät über die Ziellinie, um noch eine schnelle Runde starten zu können. Somit blieb der Niederländer auf dem vierten Platz hängen. Red Bull steht damit auf dem Hungaroring mit beiden Autos in der zweiten Reihe und kann Mercedes am Sonntag unter Druck setzen. Trotzdem ärgert man sich auch im Lager der Bullen über die gelbe Flagge am Ende, denn Ricciardo war bis dahin auf einer deutlich schnelleren Runde unterwegs.

"Ricciardo war bereits drei Zehntelsekunden gegenüber seiner anderen Zeit vorne", ärgert sich Helmut Marko. "Er ist bei doppelt Gelb vom Gas, sonst wäre er auf Pole-Position-Kurs gewesen." Und auch Teamchef Christian Horner kann nicht nachvollziehen, warum Nico Rosberg trotz gelber Flagge die Bestzeit im mittleren Sektor aufstellen konnte: "Rosberg war hinter Daniel und ist im zweiten Sektor die schnellste Zeit gefahren", schüttelt Horner direkt nach dem Qualifying den Kopf. "Die Rennkommissare müssen entscheiden."

Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Daniel Ricciardo

Am Ende konnte Daniel Ricciardo die Silberpfeile nicht angeifen Zoom

Ricciardo hatte in der Pressekonferenz sein Lächeln wiedergefunden, obwohl er um die verpasste Chance weiß: "Uns hat die gelbe Flagge getroffen und ich war in dieser letzten Runde sehr wütend. Ich hatte bessere Zwischenzeiten und wäre der Pole nahegekommen. Es wäre ohne gelber Flagge interessant gewesen. Deswegen bin ich etwas enttäuscht." Vor zwei Jahren holte sich Ricciardo in Ungarn seinen zweiten Sieg. Damals stand der Australier auf dem vierten Startplatz.

Abgesehen von dem vieldiskutierten Zwischenfall am Ende zeigte Red Bull im Qualifying eine solide Leistung. Außer einem Quersteher in Q2 in der ersten Kurve fuhr Ricciardo fehlerlos. "Das Qualifying für uns gut gelaufen, denn wir waren bei allen Streckenverhältnissen konkurrenzfähig", betont er deshalb. "Es war verrückt, weil man sich rasch umstellen musste, vor allem als wir in Q2 auf Slicks gewechselt haben. In der Boxengasse war es rutschig und man ist in die erste Kurve hineingerutscht. Es hat Spaß gemacht und war eine Herausforderung."

Verstappen kann letzten Versuch nicht starten

Teamkollege Verstappen, der an diesem Wochenende einen frischen Motor einsetzt, qualifizierte sich als Vierter. Doch was war am Ende los? "Max hat leider das Timing nicht hingebracht", seufzt Horner. "Wir haben ihm gesagt, dass er Gas geben soll. Ich glaube, er versuchte Abstand zu Bottas zu nehmen und hat es dann um 0,8 Sekunden nicht mehr über die Linie geschafft. Schade, denn auch in seiner Runde an die Box war er um eine halbe Sekunde schneller."

Max Verstappen

Max Verstappen fuhr am Ende zu spät über die Linie, um noch eine Runde zu starten Zoom

Allerdings war das zum Teil auch Taktik, die knapp nicht aufging. 'RTL'-Experte Timo Glock erklärt: "Die haben natürlich gepokert und haben gewusst, sie müssen das letzte Auto sein, das über Start und Ziel fährt, weil bei diesen Verhältnissen, das letzte Auto einfach das Schnellste ist. Da hat man nicht kalkuliert, dass vorne die Jungs ihre Outlap so fahren, wie sie wollen. Da waren dann zwei, drei dabei, die so langsam gemacht haben, dass der Verstappen hinten runtergefallen ist und nicht vor der Zeit über die Ziellinie gekommen ist."

Der Youngster meint allerdings, dass er aufgrund seiner Position auf der Strecke keine Chance hatte, noch eine schnelle Runde zu starten. "Es war etwas unglücklich, dass mir eine oder zwei Sekunden gefehlt haben, weil alle im letzten Sektor langsam gemacht haben - und ich war das letzte Auto", bedauert Verstappen die Situation. "Ich wollte Platz lassen, denn wenn du hinter einem Auto steckst, kannst du deine Zeit sowieso nicht verbessern. Sie haben mir gesagt, dass ich Gas geben soll, aber ich steckte fest. Das war unglücklich, aber ich stehe in der zweiten Reihe."


Fotos: Red Bull, Großer Preis von Ungarn, Samstag


Durch die Alonso-Situation hätte es seiner Meinung nach am Ende ohnehin keinen Unterschied ausgemacht, wenn er die schnelle Runde noch begonnen hätte: "Ich glaube, ich hätte meine Zeit wegen der gelben Flagge ohnehin nicht verbessert. Als ich die karierte Flagge gezeigt bekam, habe ich weitergepusht und war im ersten Sektor eine halbe Sekunde schneller. Wenn diese Runde gezählt hätte, dann wäre ich Nico sehr nahe gekommen."

Welche Chancen hat Red Bull im Rennen?

Nun lautet die entscheidende Frage, ob Red Bull im Rennen etwas gegen Mercedes ausrichten kann. Beim Start könnte sich eine Chance ergeben, doch auf dem Hungaroring warten lange 70 Runden. "Die Longruns von Mercedes waren extrem stark", blickt Horner mit Sorge auf die Konkurrenz. Für uns wird es schwierig, sie herauszufordern. Wir sind für die erste Kurve aber in einer tollen Position." Und Marko ergänzt: "Die Longruns waren bei Verstappen gut, bei Ricciardo schlecht. Wir haben das heute korrigiert. Wir werden morgen besser aussehen."

Daniel Ricciardo

Red Bull will Mercedes im Rennen unter Druck setzen Zoom

Im Silberpfeil-Lager hat man ein Auge auf Red Bull geworfen, denn sie sind an diesem Wochenende der einzige Gegner. Ferrari ist zu weit zurück. "Die Red Bull waren unheimlich schnell, sie hätten es auch verdient", meint Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Qualifying. "Als Alonso sich gedreht hat, war für alle die Runde weg - man kann nicht sagen, was gewesen wäre, wenn... Sie waren heute ein echter Gegner und auf den Longruns auch nicht schlecht."

Im Training war Red Bull auf die Distanz nicht auf dem Niveau von Mercedes. Deswegen glaubt Glock, dass die Hackordnung im Rennen klar sein wird: "Ich glaube, wenn, dann hat nur Red Bull die Chance, Mercedes ein bisschen zu ärgern - und dann natürlich nur über die Strategie und über die Distanz. Da sieht der Red Bull recht stark aus und kann den Mercedes vielleicht etwas gefährlich werden. Aber wir haben schon gesehen, dass die Longrun-Pace von Nico überragend gut war. Deswegen werden sich alle schwertun."

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