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Quali-Verschiebung: Es war nicht der Gullydeckel, sondern der Beton

Das Qualifying zum Grand Prix von Portugal wurde am Samstag erst mit einer halben Stunde Verspätung gestartet, FIA-Rennleiter Michael Masi erklärt den Hintergrund

(Motorsport-Total.com) - Das Qualifying zum Grand Prix von Portugal wurde am Samstag um eine halbe Stunde verschoben. Der Grund dafür schien ein loser Gullydeckel zu sein. Doch FIA-Rennleiter Michael Masi klärt nun auf, dass jenes Problem in Portimao in dieser Form zum ersten Mal aufgetreten ist, da nicht der Deckel selbst die Verzögerung auslöste.

Michael Masi

Michael Masi war am Ort des Geschehens Zoom

Zwischenfälle mit Gullydeckel sind keine Seltenheit in der Formel 1: Erst im Vorjahr wurde George Russell Opfer eines solchen in Baku, 2017 verunfallte in Malaysia Romain Grosjean schwer. Das Problem am Samstag in Portugal war jedoch ein anderes: Nicht der Deckel selbst war defekt, sondern die Betonummantelung.

In der letzten Kurve löste sich am Ende des dritten Trainings die Abdeckung der Drainage, als Sebastian Vettel von der Ideallinie abkam und den Deckel aufhob. Daraufhin mussten die Streckenbetreiber umfassende Reparaturarbeiten durchführen, um die Sicherheit weiterhin gewährleisten zu können.

"Es war eigentlich nicht der Gullydeckel selbst [beschädigt], sondern der Betonmantel darunter", schildert Masi. "Und dann sahen wir, wie der Kanaldeckel selbst aufragte. Sobald wir es bemerkten, wurde das dritte Training offensichtlich ausgesetzt, es konnte nicht fortgesetzt werden."

Ein solcher Vorfall sei zuvor noch nie aufgetreten, gibt der FIA-Rennleiter zu. "Also haben wir alle anderen Abflüsse mit allen Offiziellen rund um die Rennstrecke überprüft, das war der effizienteste Weg, das zu erreichen. Es gab noch ein paar andere Risse, die sofort erkannt und repariert wurden."

In Kurve 14 wurde der Schaden mit einem Rohr aus Kunststoff behoben, das mit Beton gefüllt wurde. "Dann haben wir einen Schnellbeton drübergelegt und versucht, es so schnell wie möglich trocken zu bekommen." Dadurch kam die Verspätung am Nachmittag zustande.

"Es ist besser, dass wir es so gemacht und alles gecheckt haben." Sobald das Qualifying beendet war, wurden noch weitere Überprüfungen durchgeführt an der gesamten Strecke, eine Vorsichtsmaßnahme betont Masi. Er hat auch eine Erklärung parat, warum es zu dem Zwischenfall gekommen ist: aufgrund des hohen Abtriebs der Autos.

"Das würde ich vorschlagen", meint er. "Wir schätzen die Kräfte nicht, die ein Formel-1-Auto erzeugt." Es sei "unvorhersehbar" gewesen. Immerhin sei die Rennstrecke für den Grand Prix modernisiert worden, unter anderem mit einem neuen Asphalt, neuen Sicherheitsbarrieren.

Lewis Hamilton ist nicht besorgt. Der Brite betont ebenso, wie "physikalisch fordernd" die Autos auf jeder Strecke sind. Kein anderes Auto könne das replizieren. "Es wurde niemand in Gefahr gebracht und sie haben einen fantastischen Job gemacht", so der Mercedes-Fahrer.

Zwar sei der Zwischenfall eine "Überraschung" gewesen. Das habe niemand erwartet. Jedoch seien auch nicht viele Piloten an jener Stelle über die Drainage gefahren. GPDA-Direktor Romain Grosjean ergänzt, dass es nicht die Aufgabe der Fahrer sei, die Strecken zu inspizieren.

"Ich war zuversichtlich, dass die Arbeit richtig gemacht wurde und dass alle in der FIA und an der Rennstrecke das Problem gelöst haben", meint der Franzose. "Ich denke, die GPDA tut das Maximum, was wir tun können."

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