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Prost: "Hamilton kann sich nicht darauf verlassen"

Ex-Formel-1-Weltmeister Alain Prost glaubt, dass auch Nico Rosberg früher oder später einmal ausfallen wird, sieht Lewis Hamilton aber trotzdem in Zugzwang

(Motorsport-Total.com) - Das Duell der beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg sorgt vor allem seit Beginn der laufenden Saison für Spannung. Mit dem F1 W05 verfügen die beiden Piloten über das klar schnellste Auto im Feld. Aus der alle zwei Wochen neu aufkommenden Frage, wer sich diesmal teamintern gegen wen durchsetzt, ergibt sich fast zwangsläufig die Konsequenz, dass der Sieger des Silberpfeil-Duells auch das Rennen gewinnt.

Alain Prost

Alain Prost fühlt sich beim Duell Hamilton vs. Rosberg an sein Duell mit Senna erinnert Zoom

Zu überlegen präsentierte sich das Mercedes-Werksteam im bisherigen Saisonverlauf, als dass sich die Konkurrenz ernsthaft Hoffnungen auf eine baldige Trendwende machen könnte. Spätestens seit dem Monaco-Wochenende, als sich das Duell Hamilton vs. Rosberg nicht mehr nur auf die Strecke beschränkte, sondern auch auf psychologischer Ebene ausgetragen wurde, fühlen sich einige Beobachter der Szene an das legendäre McLaren-Teamduell Ayrton Senna vs. Alain Prost erinnert.

Auch Prost selbst, der sich 1989 - im zweiten Jahr mit Senna im Team - kontrovers durchsetzte, nachdem er das erste Duell im Jahr zuvor verloren hatte, fühlt sich beim Beobachten des aktuellen Mercedes-Teamduells "in gewisser Weise" an das eigene Teamduell mit dem unvergessenen Brasilianer erinnert. "Du musst immer positive Emotionen haben, dich immer gut fühlen", zieht Prost gegenüber 'Auto Bild motorsport' den Vergleich und weiß aus eigener Erfahrung, dass "die kleinsten Kleinigkeiten entscheiden können".


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Hamilton muss nun "so oft wie möglich gewinnen, sonst kann er den Vorsprung nicht aufholen", schildert die französische Formel-1-Ikone die Ausgangslage aus Sicht des Verfolgers und spannt den Bogen zum Gejagten Rosberg: "Er will seinen Vorsprung nicht verwalten, sondern fährt weiterhin jedes Rennen volle Attacke auf Sieg."

"Man wusste doch gar nicht so genau, wie schnell Michael nach seinem Comeback wirklich noch war. Nico konnte in gewisser Weise bei dieser Konstellation nur verlieren." Alain Prost über Rosbergs Teamduell mit Michael Schumacher

In diesem Zusammenhang erkennt Prost Unterschiede zum Mercedes-Teamduell der Jahre 2010 bis 2012, als Rosberg an der Seite des in die Formel 1 zurückgekehrten Rekordweltmeisters Michael Schumacher fuhr. "Da war Nico schwer zu beurteilen", meint der viermalige Weltmeister und führt an: "Man wusste doch gar nicht so genau, wie schnell Michael nach seinem Comeback wirklich noch war. Nico konnte in gewisser Weise bei dieser Konstellation nur verlieren. Wenn du aber Lewis schlägst, ist das anders."

So könne Rosberg derzeit "befreiter" auftreten als in den Jahren als Schumacher-Teamkollege. Wer sich im Mercedes-Teamduell 2014 letztendlich durchsetzen wird, vermag aber auch der Weltmeister der Jahre 1985, 1986, 1989 und 1993 nicht zu beurteilen. "Es ist noch längst nicht entschieden", sagt Prost, der im weiteren Saisonverlauf auch am Rosberg-Auto mit technischen Gebrechen rechnet.

"Es wäre ein Wunder, wenn Nico nicht auch einmal einen Ausfall zu verschmerzen hätte. Hamilton hatte schon zweimal Pech", erinnert Prost an Melbourne und Montreal, gibt aus seiner eigenen Erfahrung aus dem Teamduell mit Senna aber zu bedenken: "Hamilton kann sich nicht darauf verlassen, deshalb muss er volle Attacke fahren, um sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das birgt gewisse Risiken."

Die nächste Runde im Mercedes-Duell steigt am kommenden Sonntag bei Hamiltons Heimspiel in Silverstone. Zwei Wochen später wird der silberne Zweikampf auf Rosbergs heimischem Boden in Hockenheim ausgetragen. Es bleibt spannend.

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