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  • 29.10.2014 · 14:44

  • von Dominik Sharaf

Plötzlich prominent: Formel 1 beschert Haas Aufmerksamkeit

Noch bevor sein erster Bolide die Fabrik verlassen hat, erntet Gene Haas viele Glückwünsche und Bewunderung - sogar in der NASCAR-Szene

(Motorsport-Total.com) - Wenn es um den Grund für die Akzeptanzprobleme der Formel 1 in den USA geht, kommt häufig das Argument NASCAR zur Sprache. Die Stock-Car-Szene dominiert den Markt und lockt jedes Hunderttausende an die Strecken. Glaubt man Gene Haas, dann stößt die Königsklasse aber nicht auf feindliches Territorium, sondern auf fruchtbaren Boden. "In der Boxengasse schütteln mir jetzt die meisten Fahrer die Hand", sagt der angehende Teambesitzer im Gespräch mit 'USA Today'.

Gene Haas

Gene Haas ist im NASCAR-Land längst ein bekanntes Gesicht Zoom

Haas muss es wissen: Mit seiner NASCAR-Mannschaft ist er seit geraumer Zeit erfolgreich, mit seiner 2016 mit Ferrari-Power in den Rennbetrieb einsteigenden Formel-1-Truppe will er es werden. Für zusätzliche Prominenz ist bereits vor der ersten Ausfahrt gesorgt. "Alle möglichen Leute wollen Fotos mit mir machen", berichtet der 61-Jährige von Messebesuchen. "Das ist mir nie passiert. Erstaunlich, wie viele sagten: 'Toll, dich kennenzulernen und toll, dass du in der Formel 1 mitmischst.'"

Was Haas als "ultimatives Motorsport-Projekt" beschreibt, hat jedoch nicht nur Fans. Spätestens seit dem gescheiterten Versuch, USF1 zu etablieren, glauben viele Experten, der ambitionierte Versuch in North Carolina würde scheitern - etwa, weil ein Hauptstandort außerhalb Europas ein Novum ist und die Infrastruktur nicht der der etablierten Teams entspricht. Der vermögende Unternehmer hat Verständnis für seine Kritiker: "Sie haben gute Gründe, ihre Zweifel zu hegen. Viele Kerle vor uns sind schon gescheitert."

Die Skepsis sei natürlich, so Haas weiter. "Und es ist nur menschlich, etwas nicht zu glauben, bevor man es gesehen hat", ergänzt er. In der Pilotenfrage gibt es weiter wenig Konkretes. Klar ist nur, dass ein US-Amerikaner für Haas Formula genau wie ein Routinier grundsätzlich interessant und Danica Patrick ein Formel-1-Märchen wäre. "Wahrscheinlich gibt es von Seiten der Piloten aber einiges Zögern", befürchtet Haas und malt sich die Gedanken seiner potenziellen Angestellten aus: 'Will ich für so ein Team fahren? Ich will in keine Situation geraten, die sich zu meinem Nachteil entwickelt.'"