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  • 25.02.2016 · 13:42

  • von Ian Parkes (Haymarket)

Pirelli erhält wahrscheinlich Testauto für Reglement 2017

Für das Formel-1-Reglement 2017 plädiert Pirelli für einen Testträger, entweder ein alter V8-Bolide oder ein modifiziertes GP2-Auto - Gespräche verlaufen positiv

(Motorsport-Total.com) - In der Formel 1 könnten die Regeln gelockert werden, damit Pirelli mit einem alten Auto die neuen Reifen für die Saison 2017 testen kann. Am Dienstag einigten sich die Strategiegruppe und die Formel-1-Kommission auf die Eckpunkte des technischen Reglements für 2017. Die Autos sollen um rund drei Sekunden pro Runde schneller werden. Sie werden breiter, aber auch schwerer. Das hat auch Auswirkungen auf die Reifenkonstruktion. Zumindest kennt Pirelli jetzt die Rahmenbedingungen und kann mit der Entwicklung beginnen.

Pirelli Reifen

Auch Pirelli muss für das neue Reglement 2017 komplett neue Reifen entwickeln Zoom

Trotzdem ist ein adäquates Testprogramm nötig. Auf der einen Seite können die Reifenkonstruktionen und auch ihre Belastbarkeit auf Prüfständen getestet werden. Die Reifenmischungen müssen aber auf der Strecke ausprobiert werden. Im aktuellen Reglement sind sechs Tests über zwei Tage vorgesehen. Außerdem ist festgelegt, dass ein aktuelles Auto sowie bis 2012 zurückgehend nur Demonstrations-Reifen benutzen darf. Bei einem Auto von 2011 müssen die Reifen der damaligen Saison verwendet werden.

Diese Einschränkung steht nun zur Diskussion. Wenn das neue Reglement am 30 April endgültig abgesegnet (und am 4. März vom FIA-Weltrat ratifiziert wird), wird davon ausgegangen, dass Pirelli mit einem V8-Auto testen darf. Eine weitere Option wäre ein modifiziertes GP2-Auto. Prinzipiell ist Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery mit den Beschlüssen der Formel-1-Macher zufrieden, denn "die Zeit drängte."

"Wir erhielten Ende Februar Gewissheit darüber, wie das Aero-Paket aussehen würde. Der erste Schritt wurde gemacht. Nun können wir an den Parametern der Reifen für 2017 arbeiten", so Hembery bei 'Autosport'. Zu den möglichen Testszenarios ergänzt er: "Im Idealfall wünscht man sich einen V8 von der letzten Technologie-Ära. Die Performance dieser Autos ist in manchen Aspekten ähnlich wie das 2017er-Reglement. Darüber wird nun gesprochen. Das wäre beispielsweise ein Auto, mit dem wir unsere Arbeit durchführen könnten."


Pirelli-Reifentest in Le Castellet

Schon vor dem Comeback als einziger Reifenhersteller bereitete sich Pirelli mit einem Toyota aus dem Jahr 2009 vor. Später wurde das Auto gegen einen Renault von 2010 getauscht. Nun könnte ein Auto der Saison 2013 zum Einsatz kommen. Um welches Modell es sich dabei handeln würde, ist noch offen. "Wir würden mit einem V8 viel an den Mischungen arbeiten", so Hembery. "Da es viele dieser Autos gibt und sie einsatzbereit wären, würde es Sinn machen, dass wir diesbezüglich eine Lösung finden würden. Es wäre aber auch mit einem weniger leistungsstarken Auto möglich, eventuell mit einem GP2."

Beim Treffen in Genf am Dienstag wurde über das Pirelli-Dilemma mit dem Auto gesprochen, wie Red-Bull-Teamchef Christian Horner bestätigt: "In einer idealen Welt würde Pirelli ein Auto nehmen und die zu erwartenden Kräfte simulieren. Wir haben zum Beispiel über Tests mit einem modifizierten GP2-Auto gesprochen. Darüber wurde diese Woche diskutiert."