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  • 05.04.2014 · 10:44

  • von Dominik Sharaf

Philosophie, die reizt: Teams als Formel-1-Teilhaber?

Die Teamverantwortlichen erkennen Vorteile, die aktiven Mannschaften in einem Konsortium zu beteiligen: direkte Gewinne, mehr Bindung

(Motorsport-Total.com) - Derzeit liegt die Macht über die Formel 1 in den Händen von Beteiligungsspezialisten und Banken. Es sind also Unternehmen, die am sportlichen Geschehen in der Königsklasse weniger Interesse haben als an einer üppigen Gewinnausschüttung. Eine Idee, diesen zuletzt nicht immer nützlichen Mechanismus zu brechen, besteht darin, Anteile auf die teilnehmenden Mannschaften zu verteilen. "Idealerweise wäre der Sport zumindest teilweise in der Hand der Teams", meint Mercedes-Technikchef Paddy Lowe.

Nico Rosberg, Start

Sind bald die Aktiven nicht nur am Start, sondern auch im Vorstand? Zoom

Der Brite ist sich jedoch nicht sicher, ob sich dieses Ideal auch tatsächlich umsetzen lässt: "Ob es nach derzeitigem Stand realistisch ist, dieses Szenario zu verwirklichen, weiß ich nicht." Schließlich müssten zunächst Anteile auf den Markt gelangen und angekauft werden, jedoch erfreuen sich die Parteien hoher Dividenden. Dazu steht weiter der im vergangenen Jahr auf unbestimmte Zeit aufgeschobene Börsengang der Formel 1 im Raum.

Kürzlich gab es jedoch Signale, dass der Mehrheitseigner, das Private-Equity-Unternehmen CVC, sich von seinem Besitz trennen könnte. Dazu wurde auch darüber spekuliert, ob Bernie Ecclestone seinen Privatbesitz entweder mit veräußert oder sogar als Käufer auftritt. Im Zuge dessen könnten auch die Teams beteiligt werden. Trotz der ungeklärten Faktenlage hat die Idee weiter ihre Befürworter: "Ich war schon immer der Überzeugung, dass an der Formel 1 irgendwie die Teams beteiligt sein sollten", erklärt Robert Fernley.


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Der stellvertretende Force-India-Teamchef erkennt viele Vorteile, schließlich würde es spontane Rückzüge wie in der Vergangenheit deutlich erschweren. Außerdem wäre eine finanzielle Basis unabhängig von den aus Ausrichter-, TV- und Lizenzgebühren gespeisten FOM-Töpfen geschaffen - die werden momenten extrem heterogen verteilt: "Es bindet Teams und bewirkt, dass Entscheidungen nicht nur aus finanziellen Beweggründen fallen. Es hilft langfristig auch dem Inhaber der kommerziellen Rechte", so Fernley.

Adrian Newey sieht den möglichen Fortschritt darin, dass die Erträge ohne Umwege an die Teilnehmer fließen und so ein Ausweg aus der aktuellen Finanzmisere geschaffen werden würde "Klar, die finanzielle Situation ist extrem schwierig für viele Teams und man muss annehmen, dass Geld dem Sport helfen würde", sagt der Red-Bull-Chefdesigner. "Es wäre gut, wenn wir das irgendwie erreichen könnten." Auch Williams-Technikchef Pat Symonds gefällt die Philosophie dahinter: "Die Teams sind tragende Kräfte des Business und das sollte reflektiert sein."

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