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Pat Symonds: Wie er aus Williams ein Erfolgsteam formte

Seit der Ankunft von Pat Symonds hat sich bei Williams einiges getan: Der Technische Direktor spricht darüber, was er beim Traditionsteam verändert hat und musste

(Motorsport-Total.com) - Pat Symonds war einst einer der gefragtesten Männer in der Formel 1, bis ihm der Crashgate-Skandal von 2008 zum Verhängnis wurde. Nach dem Vorfall rund um den Unfall von Nelson Piquet jun. in Singapur wurde er zusammen mit dem damaligen Renault-Teamchef Flavio Briatore aus der Königsklasse verbannt. Doch die fünfjährige Sperre wurde vorzeitig aufgehoben, und Symonds fing beim kleinen Marussia-Team neu an.

Pat Symonds

Seit Pat Symonds da ist, hat sich bei Williams einiges verändert Zoom

Mittlerweile arbeitet der Brite als Technischer Direktor bei Williams und gilt als einer der Garanten für den Aufschwung, den das Team seit der vergangenen Saison erlebt hat. Als Symonds Mitte der Saison 2013 nach Grove kam, war das Team jedoch in seiner schlimmsten sportlichen Krise angelangt. Weder Pastor Maldonado noch Valtteri Bottas hatten zu jenem Zeitpunkt einen Punkt auf dem Konto, Williams lag in der WM auf Augenhöhe mit Caterham und Marussia.

Es verwunderte Symonds, seinen einstigen WM-Rivalen aus den 90er-Jahren, als der Brite mit Benetton erfolgreiche Zeiten erlebte, in so einer Verfassung zu sehen. "Ich war überrascht, herauszufinden, dass sich gewisse Aspekte aus dieser Zeit nicht weiterentwickelt hatten", erzählt er gegenüber 'formula1.com'. "Es geht nicht so sehr um das Technische, sondern vor allem um die Einstellung. Es gab mehr zu tun, als ich erwartet hatte."

Vor allem drei Dinge habe Symonds daher seit seiner Ankunft in Grove verändert und das Team aus dem Hinterfeld zu einem Herausforderer für Mercedes gemacht - und die sind meist zwischenmenschlicher Natur: "Kommunikation ist das erste", zählt er auf. "Dann habe ich die Gewichtung eher auf die Performance zwischen Auto und Team anstatt Windkanal-Performane gelegt. Und drittens habe ich die Leute ermutigt, Entscheidungen ohne Angst zu treffen."


Präsentation des Williams FW37

Denn bei seinem Amtsantritt vor 1,5 Jahren ist ihm vor allem eines aufgefallen: "Ich habe gesehen, dass wir ein paar wirklich gute Leute hatten - allerdings waren sie nicht sehr organisiert." Viel Einsatz sei daher an die falschen Stellen geflossen. "Ich habe ihnen nicht gesagt, wie sie das Auto designen sollen, sondern einfach unterstrichen: 'So wird gearbeitet!' Als ich gesehen habe, dass die Leute zusammenarbeiten, habe ich angefangen, über die Performance nachzudenken", beschreibt er.

Als Wunder sieht Symonds seine Arbeit trotz der überraschenden Erfolge aber nicht. Er habe einfach die richtigen Leute im Team vorgefunden und diese dann richtig eingesetzt, wie er sagt. "Das hat den Unterschied ausgemacht", ist er überzeugt. Doch zu Ende soll der Weg für ihn bei Williams noch lange nicht sein. Zum einen fehlt natürlich noch ein Sieg, und zum anderen hat Symonds auch das große Ziel nicht aus den Augen verloren: "Ich habe noch eine weitere Meisterschaft in mir, bevor ich zurücktrete", kündigt der 61-Jährige an.

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