Nigel Mansell wünscht sich größeres Formel-1-Starterfeld

Ex-Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell kritisiert die kleine Anzahl an Formel-1-Teams 2015 und glaubt, dass mit den Regeländerungen 2017 neue Möglichkeiten entstehen

(Motorsport-Total.com) - In der Weltmeistersaison von Nigel Mansell 1992 waren (zumindest zu Beginn) 16 Formel-1-Teams gemeldet, drei sind während der laufenden Saison ausgestiegen - 13 absolvierten alle 16 WM-Läufe. 2015 sind nur noch zehn Teams im Starterfeld der Königsklasse vertreten, einige davon wurden nur knapp vor der Saison (Manor-Marussia) vor dem Kollaps gerettet, einige Mittelfeldteams (Lotus, Force India, Sauber) haben auch unterm Jahr Schwierigkeiten, sich über Wasser zu halten. Dazu kommt, dass im kommenden Jahr mit Red Bull und Toro Rosso gleich zwei Rennställe wegfallen könnten - wenn keine Einigung im Motorenstreit gefunden wird. Zumindest wird mit Haas ein neues Team einsteigen und im besten Fall das Feld auf zwölf Autos erhöhen. (Alle Teams im Überblick!)

Titel-Bild zur News: Nigel Mansell

Zurück zu alten Zeiten: Nigel Mansell hofft auf eine bessere Formel 1 ab 2017 Zoom

Den bisher letzten Mexiko-Sieger Mansell macht die derzeitige Lage nachdenklich: "Ich denke, der Unterschied ist, dass man keine 36 bis 40 Autos hat, die sich für 26 Startplätze qualifizieren müssen, obwohl diese Ära in vielen Bereichen - von der Entwicklung der Autos bis hin zu den Strecken - fantastisch ist", vergleicht er bei 'motorsport.com' seine aktive Zeit mit den heutigen Gegebenheiten.

"Man hat keine vollständige Startaufstellung. Dadurch wird der Wettbewerb beschränkt", eben eine Zutat, die nicht förderlich für den sportlichen Wettkampf ist, analysiert der 65-Jährige. "Das ist nicht die Schuld der Fahrer, das sind einfach die Umstände. Es wäre interessanter, wenn man eine volle Startaufstellung hätte, wo die Leute alles geben, von Rennen zu Rennen."

Außerdem wünscht sich der Brite eine breitere Palette an Motorenherstellern, derzeit sind mit Mercedes, Ferrari, Renault und Honda vier in der Formel 1 vertreten. "Wir benötigen mehr Hersteller und eine größere Auswahl bei den Motoren", so Mansell. Ab 2017 möchte man auf Initiative von Bernie Ecclestone mit FIA-Präsident Jean Todt einen unabhängigen Alternativmotor, womöglich von Cosworth, anbieten.

2017 wird es auch gravierende Änderungen im Reglement der Formel 1 geben, diese soll aggressiver, schneller und vor allem wieder attraktiver für die Fans werden. "Das wird gewaltig", glaubt der Ex-Weltmeister. "Die besten Fahrer werden dann noch eher an die Spitze kommen. Sie werden in der Lage sein, ihre Persönlichkeit zu zeigen", glaubt er.

Wenn ein Fahrer zu weit von der Ideallinie abkommen sollte, habe er mehr Möglichkeiten, das Auto wieder einzufangen - dank der größeren Reifen, die angedacht sind. "Das späte Bremsen, verschiedene Linien - weil man bei größeren Reifen auf mehreren Linien in eine Kurve fahren kann. Bei kleineren Reifen gibt es nur eine präzise Linie", weiß Mansell.