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  • 30.10.2015 · 19:55

  • von Dominik Sharaf

Urgesteine vor Rücktritt: Hinterbänkler droht Führungskrise

Graeme Lowdon und John Booth stehen britischen Medien zufolge vor dem Rückritt - Offenbar gibt es Differenzen mit Teambesitzer Stephen Fitzpatrick

(Motorsport-Total.com) - Die Insolvenz im vergangenen Jahr hat Manor-Marussia überraschend überstanden und sich dank Technikpartnerschaften mit Mercedes sowie Williams eine Formel-1-Perspektive geschaffen. Doch genau zu diesem Zeitpunkt schlittert der Hinterbänkler möglicherweise in eine Führungskrise: Wie britische Medien am Freitag übereinstimmend berichten, sollen Sportdirektor Graeme Lowdon und Teamchef John Booth vor dem Rücktritt stehen und nur noch bis zum Saisonende für den Rennstall tätig sein.

Graeme Lowdon, John Booth

Graeme Lowdon (links) und John Booth sollen das rote Hemd bald ausziehen Zoom

Grund für die bevorstehende Trennung sind offenbar Streitigkeiten mit dem neuen Teambesitzer: Wie es heißt, hätte der nordirische Selfmademan und Energieunternehmer Stephen Fitzpatrick gemeinsam mit Geschäftspartner Abdulla Boulsien das Regiment übernommen und Entscheidungen über die Köpfe hinweg getroffen. Der ebenfalls bei Manor-Marussia engagierte Justin King, Ex-Boss einer Supermarktkette und als Bernie-Ecclestone-Nachfolger gehandelt, soll nicht involviert sein.

Lowdon ist seit dem Jahre 2000 bei Manor an Bord und seit der Virgin-Ära 2010 in das Formel-1-Projekt in Banbury verwickelt. Der 50-Jährige galt als Schlüsselfigur bei der Suche nach einem Ausweg aus der Insolvenz. Booth gründete Manor 1990 und hat großen Anteil daran, dass das Team es in die Königsklasse schaffte. Bekannt ist der 60-Jährige für seine Verdienste um den Nachwuchs, schließlich förderte er sowohl Lewis Hamilton als auch Kimi Räikkönen, als sie unbeschriebene Talente waren.

Wie im Paddock zu hören ist, sollen die beiden Briten Lowdon und Booth an einem Engagement im Langstrecken-Sport interessiert sein. Worum es bei den Meinungsverschiedenheiten mit Fitzpatrick, der Anfang des Jahres rund 40 Millionen Euro in das marode Manor-Marussia steckte, geht, ist nicht bekannt.