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Nigel Mansell hat es erlebt: Moderne Formel 1 ist langweilig

Vor einigen Jahren testete Nigel Mansell einen BMW-Sauber: Der Brite erinnert sich wenig schmeichelhaft an die Aufgaben im Cockpit des F1.06

(Motorsport-Total.com) - Der modernen Formel 1 haftet nicht erst seit Beginn der Überlegenheit des Mercedes-Teams der Zusatz an, dass sie viel vom Reiz vergangener Jahrzehnte eingebüßt habe. Kritik seitens der Piloten, wonach das Fahren eines modernen Formel-1-Boliden mehr an ein Computerspiel als an das Beherrschen eines echten Rennwagens erinnere, gibt es seit längerem. Besonders laut geworden ist diese Kritik seit Beginn der Saison 2014, dem Zeitpunkt, als von den jahrelang bewährten V8-Saugmotoren auf V6-Turbomotoren mit Hybridtechnik umgestellt wurde.

Nigel Mansell

Nigel Mansell: Beim Großbritannien-Grand-Prix regelmäßig Rennkommissar Zoom

Ex-Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell, der den Kontakt zur Szene auch nach seinem Rücktritt gehalten hat und hin und wieder als Rennkommissar auftritt, denkt wehmütig an seine eigene Formel-1-Karriere zurück. "Vor Jahren musste man richtig mit den Autos kämpfen und die Probleme umfahren", erinnert sich Mansell gegenüber 'The Telegraph'.

"Man konnte die Aggressivität eines Fahrers von außen sehen. Man konnte sehen, wie er seinen Fahrstil anpasste. Das machte die ganze Sache aufregend", bemerkt Mansell, der zwischen 1980 und 1995 in der Königsklasse aktiv war und von seinen 187 Grands Prix 31 gewann. Mansells größter Erfolg war der Gewinn des WM-Titels 1992 (Formel-1-Datenbank: Die Karriere von Nigel Mansell).

Nigel Mansell im BMW-Sauber F1.06

Juli 2007: Mansell testet in Silverstone einen BMW-Sauber F1.06 aus der Saison 2006 Zoom

Dass die moderne Formel 1 auf Mansell nicht den gleichen Reiz ausübt wie es in den 1980er- und 1990er-Jahren der Fall war, kommt nicht von ungefähr. Im Juli 2007 zwängte sich der Brite in Silverstone ins Cockpit eines BMW Sauber F1.06 aus der Saison 2006. "Ich bat das Team, alle Fahrhilfen abzuschalten, bekam aber als Antwort nur zurück: 'Nein, das ist zu gefährlich'", schüttelt Mansell den Kopf, um grinsend hinterherzuschieben: "Dann schalteten sie doch alles ab und es war fantastisch. Sie liebten es."

"Als sie dann alle Fahrhilfen wieder aktivierten, legte ich einen stehenden Start hin. Das war langweilig. Ich saß einfach da und musste überhaupt nichts tun", so Mansells wenig schmeichelhaftes Urteil über die Anforderungen im Cockpit. Wenngleich seit dem Silverstone-Test des "Löwen" einige Jahre vergangen sind, so hat sich die Grundstimmung in der Formel 1 seitdem kaum verändert. Man wird wohl auf das angekündigte neue Reglement warten müssen, um den Reiz vergangener Epochen in die Königsklasse zurückzubringen.

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