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Neuer Trend: Formel-1-Fahrer sind ihr eigener Manager

Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Daniel Ricciardo: Immer mehr Formel-1-Fahrer verzichten auf die Dienste eines Managers und handeln ihrer Verträge selber aus

(Motorsport-Total.com) - Manager eines Formel-1-Fahrers: Dieser Beruf scheint seit einigen Jahren vom Aussterben bedroht zu sein. Doch das war einmal anders. So zählte Willi Weber jahrelang zum ständigen Begleiter von Michael Schumacher, und wo Jacques Villeneuve war, da konnte Craig Pollock nicht weit sein. Doch in der aktuellen Fahrergeneration verzichten immer mehr Piloten auf die Dienste eines Managers und nehmen ihre geschäftlichen Belange selbst in die Hand. So auch Daniel Ricciardo.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo kommt auch ohne Manager gut zurecht Zoom

"Ich bin mein eigener Manager", erklärt der Red-Bull-Pilot auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Ich habe nur eine kleine Gruppe von Leuten rund um mich, wie einen Anwalt. Hin und wieder beraten mich ein paar Leute", so der Australier.

Das liegt freilich nicht daran, dass sich kein Manager für Ricciardo interessiert. Entsprechende Angebote lagen dem 26-Jährigen auf dem Tisch. "Es kam schon vor, dass Manager, Managementfirmen oder Agenturen auf mich zukamen. Sie können alle etwas bieten, aber bislang habe ich immer selbst entschieden, was ich mache", sagt Ricciardo. "Ich habe nie die Notwendigkeit gespürt, das zu ändern."

Damit befindet sich der Australier in guter Gesellschaft, denn auch sein ehemaliger Teamkollege Sebastian Vettel tritt bis heute ohne Manager auf. Und auch Lewis Hamilton, der in der Anfangsphase seiner Karriere von Vater Anthony und später von Spice-Girls-Erfinder Simon Fuller gemanagt wurde, handelte seinen neuen Mercedes-Vertrag Manager aus - was auch finanzielle Gründe hat.

Denn ein Manager streicht für seine Dienste in der Regel einen bestimmten Anteil der Vertragssumme als Provision ein. Ein üblicher Satz sind zehn Prozent, was bei Jahresgehältern der Spitzenverdiener von über 20 Millionen Euro eingewaltiger Batzen ist, den sich so mancher Fahrer lieber in die eigenen Tasche steckt.

Bei Ricciardo und auch Vettel könnte der Verzicht auf einen Manager jedoch noch einen anderen Grund haben. Beide sind im Junior-Team von Red Bull großgeworden, wodurch sich zunächst keine Notwendigkeit zu Verhandlungen mit Dritten ergibt. So stand beispielsweise auch Jean-Eric Vergne nach seinem Aus bei Toro Rosso ohne Manager und Kontakte zu externen Sponsoren da und musste in diesem Bereich mit Mitte 20 von Null anfangen.