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Neue Kritik an Halo: "Wie ein zu tief gezogenes Basecap"

Nach den nächsten Halo-Tests sind die Fahrer nicht begeistert: Kevin Magnussen hält das System für störend, Pascal Wehrlein hat sich sogar davon ablenken lassen

(Motorsport-Total.com) - Mit Kevin Magnussen (Renault), Pascal Wehrlein (Manor) und Sergio Perez (Force India) haben beim Freitagstraining in Mexiko wieder einmal drei Piloten das Halo-Schutzsystem ausprobiert. Positives Feedback war danach allerdings nicht zu hören, stattdessen scheint der Bügel um das Cockpit zum Störfaktor zu werden: "Ich bin kein großer Fan davon. Es fühlt sich seltsam an", beschreibt Magnussen nach seiner Testfahrt.

Kevin Magnussen

Kevin Magnussen konnte mit dem Halo-System nichts anfangen Zoom

Für den Dänen ist Halo wie ein Basecap, das man sich zu tief ins Gesicht gezogen hat: "Man kann sehen, wo man läuft, aber man kann nichts anderes sehen. Die Sichtbarkeit ist nicht so gut, wie ich gehofft hatte", so das Fazit des Renault-Piloten, der speziell auf Kursen mit Höhenunterschieden Probleme aufkommen sieht. Magnussen wäre es lieber wenn Halo, das für 2017 ohnehin vorerst abgelehnt ist, nicht eingeführt werden würde.

Auch Pascal Wehrlein empfand das System als störend und flog schon nach wenigen Metern im Auto von der Strecke ab. "Ich hab auf das Halo geschaut", gibt der Manor-Pilot zu. "Ich bin in der zweiten Kurve abgeflogen, obwohl ich langsam gefahren bin. Ich weiß nicht, ich hab nicht aufgepasst", fühlte er sich abgelenkt. Auch der Deutsche empfand Halo vor seinem Kopf als seltsam: "Wie etwas, das nicht da sein sollte", sagt er.

Dabei müsste Wehrlein den Anblick noch aus seinen DTM-Zeiten kennen, wo er aus der Scheibe schauen konnte, über sich aber das Dach hatte. "Es ist ähnlich, aber auch seltsam, weil man manchmal etwas über dem Halo sehen kann - also sieht man Halo wie einen Ring", so der Manor-Pilot, der sich aber daran gewöhnen könnte, sollte das System eingeführt werden.

Doch bevor das geschieht, sollte man laut Magnussen eher auf andere Dinge als Halo oder eine Cockpitkuppel blicken. Denn ein Problem kann er ohne das System nicht erkennen. Laut dem Dänen wäre der Unfall von Jules Bianchi in Suzuka auch nicht anders ausgegangen, außerdem dauere es länger, aus dem Auto herauszukommen - einer der großen Kritikpunkte am System.

Stattdessen würde Magnussen lieber Änderungen an der Strecke sehen und plädiert wieder für mehr Kiesbetten. "In Spa hätte ich lieber Kies als Asphaltauslauf", meint er. Während die Debatte über Fehlerbestrafung zuletzt schon lief, sieht er es auch als sicherheitsrelevant an: "Wenn man seitwärts oder rückwärts fährt, hätte man lieber Kies." Halo müsse in Sachen Priorität für ihn daher erst einmal hinten anstehen. "Glücklicherweise brauchen wir es auch nicht", meint er.

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