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Mücke: "Hatte selten so einen Schlamper wie Sergio Perez"

Nachwuchs-Teamchef Peter Mücke wirft Force-India-Pilot Sergio Perez eine "völlig unprofessionelle" Einstellung vor und lobt stattdessen Vorzeigepilot Sebastian Vettel

(Motorsport-Total.com) - Sergio Perez hat in der Formel 1 einen ambivalenten Ruf. Zum einen hat er mit Podestplätzen bereits bewiesen, dass er an guten Tagen zu besonderen Leistungen in der Lage ist, zum anderen hat er aber 2013 die Chance, mit McLaren für ein Top-Team zu fahren, nicht genutzt. Schon damals hieß es, dass das britische Traditionsteam für die Zeit nach dem Ausstieg des Hauptsponsors vor allem an seinen mexikanischen Geldgebern interessiert war.

Sergio Perez

Perez anno 2006: Laut Mücke war der Youngster nicht gerade ordnungsliebend Zoom

Außerdem wurde hinter vorgehaltener Hand immer wieder erwähnt, dass die Arbeitseinstellung des 25-jährigen Mexikaners nicht die beste sei und sich seine Beliebtheitswerte bei den Ingenieuren in Grenzen halten sollen. Nun bestätigt der deutsche Teamchef Peter Mücke, der neben Perez in der Formel BMW bereits mit Sebastian Vettel oder Robert Kubica arbeitete, diesen Eindruck. Neben Talent sei es vor allem die professionelle Herangehensweise, die die Spreu vom Weizen trennt, Perez sei aber "eine andere Nummer", sagt er gegenüber 'Spox.com'.

"Sergio hat damals schon gezeigt, dass er Talent hat. Das ist unstrittig", holt Mücke aus. "Nur die Herangehensweise war völlig unprofessionell. Ich habe selten so einen Schlamper gehabt wie ihn." Neben diversen Eskapaden soll der Youngster unordentlich gewesen sein: "Seine Wohnung in Berlin sah aus wie ein Schlachtfeld. Er hat alles gemacht, was man nicht machen durfte."

Peter Mücke

Peter Mücke hatte bereits zahlreiche spätere Motorsportgrößen unter Vertrag Zoom

Das führt der 68-Jährige auch darauf zurück, dass Perez mit Telmex-Boss Carlos Slim stets einen Unterstützer hinter sich hatte und sich um seine Zukunft keine Sorgen machen musste. Perez' Sponsor lieferte laut Mücke "Geld ohne Ende. Sergio brauchte über nichts nachdenken. Er wusste, dass es sowieso weitergeht. Das war der Schlüssel."

Ohne die Unterstützung hätte es Perez laut Mücke nicht in die Königsklasse des Motorsports geschafft: "Er wäre nie oben angekommen, wenn er nicht im Hintergrund das Geld gehabt hätte. Nur mit seinem Talent wäre er schon nach dem BMW-Jahr raus gewesen."

Anders sei die Lage bei Vettel, der schon in Junior-Zeiten mit seinem Fleiß und seiner Professionalität Eindruck machte. "Das fing früh morgens an", sagt Mücke und nennt ein Beispiel: "Wenn es um 8 Uhr für das Team losgeht, kommen manche Fahrer um 8.05 Uhr und reiben sich den Schlaf aus den Augen. Das gab's bei Seb nie. Er ist um 6 Uhr aufgestanden, eine halbe Stunde gejoggt und hat Kreislauf und Kopf in Gang gesetzt. Dann stand er vor der Tür. Das musste ich ihm nicht sagen, das hat er von sich aus gemacht. Und das macht den Unterschied aus."

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